Perkins A3.152 MF35: Erfahrungen zur Beurteilung des Zustandes / Durchführung vollständige Revision?

cf_84

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Hallo zusammen,

ich benötige mal wieder ein paar Erfahrungswerte als Vorbereitung für die weitere "Perfektionierung" meines MF35.

Nachdem außer dem Motor jetzt ja soweit alles gemacht ist, und von Anfang an klar war, dass ich den Motor nur bei Bedarf öffne, würde ich gerne jetzt nach den ersten 10 Betriebsstunden eine erste Bewertung diesbezüglich (also  bezüglich des "Bedarfes") durchführen.

Vorneweg, was gemacht / geprüft wurde:

- Ölwanne war ab, Zylinder sehen von unten absolut glatt aus

- Ventile sind eingestellt nach Reparaturleitfaden

- Einspritzdüsen sind abgedrückt, eine wurde erneuert, da festsitzend

- Kompressionsmessung zeigt mit mäßig genauem Messgerät ca. 20Bar auf allen Zylindern, d.h. keine Abweichungen zwischen den Zylindern. Aufgrund der Messgenauigkeit können die 20Bar auch 25Bar sein. Tendenziell aber auf jeden Fall wenig / an der Verschleißgrenze.

Zu folgendem Verhalten würde ich daher gerne auf Eure Erfahrungen zurückgreifen:

- Startverhalten :mit funktionierender Flammstartanlage lässt er sich bis ca. 10°C recht gut starten, kommt also nach 2-3 Umdrehungen. Kälter konnte ich noch nicht probieren. Ohne Flammstart ist er bei 10°C nur sehr schwer anzubekommen, bei >20°C springt er an, aber erst nach einigen Sekunden orgeln

- Leerlauf: Ab ca. 800U/min läuft er rund. Unterhalb eiert er ohne Ende. Laut Handbuch sollte die LL-Drehzahl bei 495U/min eingestellt sein? so weit runter komme ich nicht, dann stirbt er oder hört sich ganz ungesund an.

- Betriebsverhalten ansonsten gut. Im Leerlauf und Teillastbereich kein Ruß, bei Lastwechsel und unter Vollast normale Rauchzeichen

- Kurbelgehäuseentlüftung: Ohne Last röchelt er normal. Ein kleinwenig Rauchen im Schiebebetrieb. Er suddelt aber etwas Öl aus der Entlüftung. Bei der Fahrt merkt man davon nicht viel, außer dass er unterhalb des Rohres Ölverschmiert ist. Wenn er dann steht tropfen über Nacht 3-5 Tropfen heraus.

- Merkwürdig: Bei Überlastung (leerer Hänger mit ca. 900kg Leergewicht, Steigung kurzzeitig ca. 10%) - Drehzahl geht bei Vollgas leicht zurück - spuckt er ein paar Tropfen Kühlwasser aus der Kopfdichtung, linksseitig unterhalb des Auspuffkrümmers - im vorderen und hinteren Bereich. Das hört sofort bei Lastreduktion wieder auf und zeigt sich sonst nicht

- kein Öl im Kühlwasser und kein Kühlwasser im Öl

- Leichte Undichtigkeit an der Schnurdichtung, ca. 1-2 Tropfen Öl pro Betriebstunde

Aufgrund des Kühlwasser-Spuckens vermute ich, dass die Kopfdichtung nicht mehr 100%ig ist. Wenn ich da aber auf mache, macht es sicher auch Sinn, die Kolbenringe zu prüfen.

Was mich etwas wundert: Wo gehen die ca. 10Bar druckverlust hin? Wenn die über die Kolben nach unten entweichen würden, müsste der doch schon im Leerlauf richtig aus der Kurbegehäuseentlüftung blasen, oder? Vor allem müsste da Abgas rausdrücken.

Macht es Sinn, vor der Totalzerlegung einen Druckverluststest zu machen, um die Baustellen zu identifzieren, oder - wenn eh auf ist - so oder so gleich alles neu?

Vom Gefühl her: Für die Sonntagsausfahrt ist er so wie er ist noch gut. Aber zum Arbeiten gefällt er mir nicht...

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx

Edit: Beitragstitel ein wenig auf die Fortführung angepasst
 
Hallo,

"Macht es Sinn, vor der Totalzerlegung einen Druckverluststest zu machen, um die Baustellen zu identifzieren, oder - wenn eh auf ist - so oder so gleich alles neu?"

Besonders wenn die Kompressionsprüfung grenzwertige oder schlechte Ergebnisse geliefert hat.

Eine Druckverlustprüfung ist viel aussagefähiger als eine Kompressions-Druckprüfung. Sie sollte möglichst auch  bei betriebswarmen Motor durchgeführt werden.

Mit dieser Methode kann viel besser beurteilt werden, wohin ggf.  der Druck entweicht.

Gruß Wolfgang
 
Also wenn du einen Kompressionsdruck von 20 bar gemessen hast und dieser bei allen ziemlich gleich ist, dann ist das ok so da der Kompressionsdrucktest eh nicht wirklich viel Aussagekraft hat außer ob alle Zylinder ungefähr gleich liegen oder ob es da Ausreißer gibt (wenn der Anlasser schon älter ist und die Batterie etwas schwächer wird eh weniger Druck angezeigt als wenn alles im absoluten Optimum ist) Also von der Seite mach dir da keine Gedanken.

Das die Leerlaufdrehzahl nicht den Angaben entspricht ist auch normal kenne keinen Perkins welcher unter 800 Umdrehungen noch läuft sei es Schlepper Telelader oder Weidemann (da habe ich genug Referenzen bei uns in der Firma ;-) ) mein MF 30 bekomme ich auch nicht unter 800 dann stirbt der sofort ab.

Wenn unter Last kein Rauch aus der Entlüftung kommt dann ist alles gut im Stand räuchern die AD etwas weil die verchromte Buchsen haben und da immer ein klein wenig dran entweicht. Wenn über Nacht  2 3 Tropfen entweichen ist das dem Alter entsprechend ok. 

Wegen der Leistungseinbrüche würde ich mal die Einstellung der Einspritzpumpe überprüfen also ob Zeitpunkt passt und ob nicht vllt etwas Dreck noch im Pumpenfilter sitzt.

Mit dem Wasserverlust wie hast du den genau festgestellt? Im Stand und dann Vollgas und dann läuft es wirklich raus an der Dichtung oder bei der Fahrt? 

Ach und mit dem Startverhalten ist es so wohl recht normal wie du es beschreibst, was auh etwas helfen soll ist vor dem starten den Abstellzug zu ziehen und etwas zu drehen so 1-2 Umdrehungen das die Laufbuchsen schonmal etwas geschmiert werden.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel (MF30 MF65 Mk II)
 
Den Wasserverlust sieht man unmittelbar nach der Steigung außen am Block. Beim ersten mal war es etwas mehr als beim 2. mal, d.h. beim ersten mal liefen tatsächlich 2-3 nasen am Block runter, beim zweiten mal sah es eher so aus, als wären spritzer heraus gekommen.

Im Stand unter Vollgas passiert nichts, das passiert erst, wenn die Pumpe auf volle Förderung geht, d.h. wenn die Drehzahl bei Vollgas beginnt zu sinken.

Vom Gefühl her würde ich jetzt nicht sagen, dass das Verhalten einem Leistungseinbruch gleich kommt, sondern eher einem Betrieb an der Leistungsgrenze / Überlast. Mangel Erfahrung kann ich nicht sagen, wie viel Motorleistung erforderlich ist, um ca. 2,5t (Schlepper + Anhänger leer) eine ca. 10% steile Steigung mit knapp 20km/h hochzuziehen...

Wenn man das aber theoretisch berechnet, ergibt sich für 2,5t bei 10% und 20km/h durchaus ein Leistungsbedarf zwischen 16kW und 30kW, je nachdem welchen Rollkoeffizient man ansetzt (der dürfte bei Schlepperreifen mit 0,8 Bar + Zwillingsachse am Anhänger relativ hoch liegen)

Macht es bzgl. des Wasserspuckens Sinn, die Kopfschrauben nachzuziehen? Insbesondere die Auslassseitigen, das sind wenn ich das richtig sehe ja die Stehbolzen der Einspritzdüsen. Die lassen sich ohne spezielle Nuss gar nicht so ohne weiteres mit dem Drehmomentschlüssel anziehen..

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Man könnte natürlich die Kopfschrauben Mal nachziehen davon wird es auf jeden Fall nicht schlechter. Aber die Laufrichtung der des wasserleckagen war auch einfach nur von der Kopfdichtung senkrecht runter? Nicht noch irgendwie von vorn nach hinten? Wegen dem schweren laufen also ein wenig ist das ja auch normal gut bei uns ist nur Flachland haben hier keine 10% Steigung, aber wenn ich hinter meinem Deutz 4006 welcher ja in einer Leistungsklasse mit dem 35er ist) unseren 5,7t Einachser krone hänge dann merkt man das natürlich beim fahren. Selbst leer macht sich das bemerkbar und kann mir dann durchaus vorstellen daß es an einer Steigung nochmals deutlicher wird mit dem schweren laufen.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel (MF30 MF65 Mk II)
 
Neuer Stand: etwa die Hälfte der Kopfschrauben ließ sich um bis zu einer halben Umdrehung nachziehen. Inbesondere die Stehbolzen der Einspritzdüsen. Das könnte das Wasserspucken erklären.

Druckverlusttest habe ich auch durchgeführt: Ansaugkanal scheint dicht. Der Luftverlust geht ca. 65-75% durch den Auspuff raus, rest Kurbelgehäuse. (Schätzwerte, beaufschlagt mit 5 bar, Luftverlust ca. 100l/min)

Ich vermute,  da stimmt noch was mit den Auslassventilen nicht. Ventilspiel ist auf 0,3mm eingestellt...

Motor war übrigens kalt... bis der Tank ab und alles auf ist,  ist der eh nicht mehr Betriebswarm.

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Dürfte ich mal fragen wie du beim Druckverlusttest vorgegangen bist, den machen viele nämlich falsch? das Ventilspiel passt so auf jeden Fall da Perkins da 0,3 für Ein und Auslass im Kalten Zustand vorgibt, auch hier stellt sich die Frage wie "saugend" stellst du deine Ventile ein und pumpst du die Kipphebel vorher auch leer?

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel (MF30 MF65 Mk II)
 
Hallo Christian,

mit den Symptomen, die du beschreibst, z.B. leichtes Rauchen, 20 - 25 bar Druck, leiche Undichtigkeit der Schnurdichtung, kannst du gut leben. Kopfschrauben nachziehen hast du ja gemacht,  wenn die Undichtigkeit dadurch beseitigt ist, alles o.k. Ich hatte nach dem Wechsel der Kopfdichtung bei hohen Temperaturen eine Ölundichtigkeit, habe ich auch durch Nachziehen beseitigt. Wenn du die Dichtung neu machst, musst du unbedingt nach dem ersten Warmlaufen des Motors die Schrauben nachziehen, sonst wird es garantiert undicht. Was mir nicht gefällt, ist das Startverhalten. Der A3-152 springt auch bei ein paar Minusgraden ohne Flammstart problemlos an, bei 10 Grad darf er definitiv keine Probleme haben, da ist irgendwas faul. Einspritzpumpe, ich weiß, unangenehme Vorstellung weil schweineteuer, könnte hier des Übels Wurzel sein. Bei mir war es leider so, hatte auch alles ausprobiert, bis ich letztendlich die Pumpe habe übeholen lassen, seitdem alles top.

Gruß Tom
 
Entweder das oder aber weil der Kopf ja offensichtlich etwas locker war wurde zu schlecht gezündet und natürlich schlecht gestartet in diesem Zusammenhang. Eine Einspritzpumpe kann man auch selbst wieder komplett neu abdichten/überholen ist nichts schwieriges dran, vorallem die CAV Verteilerpumpen sind sehr simpel im aufbau. Das einzige worauf man achten muss ist eine penible Sauberkeit.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel (MF30 MF65 Mk II)
 
Danke für eure Tipps und Anmerkungen,.

@Tom: ich habe momentan die Auslassventile im Verdacht bzgl. des schlechten Startverhaltens. Die sind mir etwas zu undicht.

Da er wenn er läuft, sehr sauber läuft, kein Öl verbrennt und nicht rußt denke ich, die ESP ist in Ordnung. Die käme also erst als letztes auf der Liste. Mit flammstart springt er ja sofort an, das deutet m.E. primär auf ein Kompressionsproblem hin.

Ich bin gerade dabei, den Kopf abzunehmen. Einen Fachbetrieb zum Fräsen der Ventklsitze habe ich auch schon ausgemacht. Wenn der Kopf ab ist, wissen wir mehr...

@Daniel: Ventilspiel ist so eingestellt,  dass die 0,35er Lehre mit Kraft gerade noch rein geht. Dann passt die 0,3er saugend. Vor dem einstellen immer an den Kipphebeln gewackelt, und den Motor mehrfach durchgedreht. Da bin ich mir sicher, das passt.

Druckverlust: mit dem Düsenadapter (Alu-Dichtkonus), auf den ein Druckminderer aufgesetzt ist. Kompressor mit 24l-Kessel auf 8bar. Zylinder auf OT, und mit der Ratsche über die Mutter der Riemenscheibe blockieren. Ratsche stützt sich dann am vorderen Zugmaul ab, und der Kolben bleibt OT. Dann mit dem Druckminderer 5bar eingestellt und den Druckverlust im Kessel pro Zeit bestimmt.

Das entspricht zwar nicht der Messnorm, bei der über eine Düse prozentual gemessen wird, liefert aber ein brauchbares Ergebnis. Wie ich inzwischen rausgefunden habe, sind bis zu 40l/min bei 80psi (5,5bar) in Ordnung.  Ich würde mal schätzen   dass dieser Wert bei mir durch die Kolbenringe geht,, d.h wenn die Ventile dicht sind, passt die Kompression...

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Okay dann hast du alles richtig gemacht das ist gut. Hast du denn auch den auslasskrummer abgeschraubt? Dann kannst du ja beinahe direkt am Ventil horchen ob da Luft entweicht.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel (MF30 MF65 Mk II)
 
Der Krümmer ist inzwischen ab, war es aber zum Zeitpunkt der Messung noch nicht.  Dennoch war das Ergebnis ziemlich eindeutig,  was aus dem Auspuff kommt, kann ja nur durch die Ventile aus dem Brennraum dort hin...

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Okay und hast du den DRuckverlusttest nochmals wiederholt? dann kann man ja genau erkennen welcher Zylinder da genau Probleme bereitet.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel (MF30 MF65 Mk II)
 
Es sind alle Zylinder gleichermaßen betroffen, sie werden beim Druckverlusttest ja auch unabhängig voneinander mit Luft beaufschlagt. Da spielt es eigentlich keine Rolle, ob der Auspuffkrümmer ab ist oder nicht.

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
So, der Kopf ist ab. Ventile müssen gemacht werden,  das steht außer Frage.

Der Motor war aber anscheinend schonmal auf, einige Stehbolzen sind m.E. verkehrt herum eingeschraubt. Und die Unterlagscheibe an der Schraube Nr. 15 war nicht vorhanden.

Die Zylinder haben alle oben rundum eine Kante auf Höhe des obersten Kolbenringes. Ich schätze bestimmt 1/10mm tief, aber nicht gleichmäßig umlaufend. Ansonsten ist die Kolbenlaufbahn glatt.

Ich denke aber da macht es Sinn,  die Büchsen auch gleich mit zu machen....

Hier noch ein paar Fotos:

Druckverlusttest:

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Kopf ab...

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Hier war die Kopfdichtung nicht mehr neuwertig. Durchgeblasen hat sie aber wohl noch nicht.

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Stehbolzen mit unterschiedlicher Gewindelänge, weil unterschiedlich herum eingeschraubt

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Ventile (sie sehen alle ziemlich gleich aus)

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Ventilsitz

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Und die besagte Kante im Zylinder ( Handy steckt zum fotografieren im Zylinder...)

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Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Ergänzung: Die Kante in der Büchse ist gemessen ca. 3/10mm tief. Ich schätze, das ist der Verschleiß von min. 6500 Betriebstunden, vielleicht auch mehr. Bei allen Zylindern schön gleichmäßig.
 
Zeit mal wieder einen aktuellen Status durchzugeben:

Nach dem Zerlegen und prüfen wurden folgende Maßnahmen als erforderlich erachtet:

- Zylinderkopf bearbeiten: Ventilsitze fräsen, Ventilführungen austauschen, Kopf planen, alle Ventile neu.

- Block: Büchsen austauschen, 1 Kolbenring gebrochen, alle Kolben austauschen.

- Kurbelwelle: Lager eingelaufen, Dichtfläche an der Dichtschnur eingelaufen. Pleuellager oben und unten eingelaufen.

Der zerlegte Motor war inzwischen beim Instandsetzer, der die o.g. Arbeiten durchgeführt hat. Hierzu fehlen mir die technischen Mittel.

Aufgrund des Aufwandes für die erforderliche Bearbeitung der Kurbelwelle wurde diese gegen ein Neuteil aus dem Zubehör getauscht. Vor dem Einbau wurde die neue KW sicherheitshalber feingewuchtet.

Sämtliche Lager der Kurbewelle wurden getauscht und neu eingepasst. Neue Büchsen wurden eingesetzt und passend gehohnt. Neue Kolben samt Ringe, wobei die Kolben für den passenden Überstand abgedreht werden mussten. Der Block wurde ebenfalls geplant.

Ersatzteile kamen bis auf die KW alle original von Perkins. Preislich liegen diese Teile übrigends ca. doppelt so teuer als die Zubehörteile der üblichen Lieferanten.

Der Motor sollte damit quasi wieder wie neu sein. Mit dem Zusammenbau habe ich bereits begonnen, bis Weihnachten soll er wieder laufen. Dann gibts auch wieder Detailfotos zu den ausgeführten Arbeiten.

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Hallo Christian,

in Deiner Themenüberschift hattest Du noch die Frage "Revision sinnvoll?" angehangen.
Diese Frage hast Du nun selbst beantwortet und bist sozusagen "in die Vollen" gegangen. :-)

Dein überholter Motor sollte nach diesen ganzen Arbeiten laufen wie "geschmiert"; auf jeden Fall die komplette Variante einer Revision.
(Was hast Du beim Motorenbauer für die Arbeiten zahlen müssen?, falls Du das sagen darfst...)

Grüße
M.

MF35 - Bj. 62 - SNFY291xxx
 
Wie besprochen, kommen noch ein paar Bilder der Aktion. Allerdings nicht ganz so detailliert wie in dem Restaurationsbeitrag, dafür hat mir hier die Muße gefehlt ;-)  Außerdem ist ja alles schön im Reperaturleitfaden beschrieben.

Los gehts mit ein paar Detailfotos des zerlegten Motors (Bestandsaufnahme)

So schaut der Kopf von unten aus. Gegen das Licht kann man schon an zumindest 2 Stößeln auffällige Spuren der Nockenwelle erkennen. Ruß und Ölkohle ist aber völlig im Rahmen, nicht auffälliges.

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Ein Einlassventil (sehen alle ähnlich aus) - die waren noch recht dicht.

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Und ein Auslassventil. Da ist nichts mehr zu machen, das ist nur noch Altmetall.

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Ähnliches Bild auch im Sitz, hier der Einlass

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Und der Auslass recht katastrophal...

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Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Bevor die ESP abgeschraubt wird, deren Position genau prüfen und festhalten. Normalerweise ist hier laut RLF nur ein Strich. Da wurde offenbar schonmal "korrigiert". Weiß jemand, vor welchem Hintergrund das gemacht worden sein könnte? Verstellt sich der Einspritzzeitpunkt durch Verschleiß der ESP, und wird damit korrigiert?

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Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Bevor es weiter ans eingemachte geht, erst mal die Korrektheit der Steuerzeiten feststellen:

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Dann die Pleuellagerschalen nach Wegbiegen der Sicherungsbleche abnehmen und die Kolben samt Pleuel rausdrücken. Dazu brauchte ich nen Hammer, da die Kolbenringe natürlich an der besagten 0,3mm-Kante hängen geblieben sind.

An den Kolben selbst sieht man leichte Schleifspuren

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Und nur ein Kolbenring war gebrochen.

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Die Pleulagerung an der Kurbewelle schaut augenscheinlich noch recht gut aus.

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Die Lagerböcke der Kurbelwelle sind übrigens genau bezeichnet und durchnummeriert. Sie dürfen nicht verdreht und nicht vertauscht werden, da dann die Lagergassen nicht mehr passen

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Die KW hat aber ein anderes Problem: Das ist die Stelle, an der die Dichtschnur läuft. Ob das normal ist, oder auf eine falsche Montage hindeutet, vermag ich nicht zu beurteilen.

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Die Lagerfläche der Hauptlager sieht man oben ein Stück, die sind nicht mehr alle 100% ig eben, sodass zumindest eine Überarbeitung der KW angesagt ist.

Aus Kostengründen (Bearbeitung der Kurbelwelle ist teurer als eine neue) habe ich eine Neue aus dem Zubehör geholt.

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Während der Block und Kopf beim Bearbeiter ist, habe ich mich der Ölpumpe und den Kipphebel gewidmet.

Die Ölpumpe habe ich zerlegt und nach RLF gemessen, alles mit ausreichend reserve zu den zulässigen Werten. Leider keine Bilder dazu, die gibts aber im RLF ;-)

Zusätzlich habe ich noch das Überdruckventil mit Druckluft geprüft. Dazu passt aus dem Kompressionprüfer-Set ein Adapter in den Sauganschluss der Pumpe. Da drauf ein Druckminderer, und gemäß den Werten im RLF muss das Überdruckventil öffnen und schließen.

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Auch das funktioniert noch einwandfrei.

Die Nockenwelle ist komplett unauffällig.

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Die Kipphebelei ebenfalls. Interessant ist nur, dass sich die Federn in die Welle einarbeiten (leider kein Bild davon).

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Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Vom Instandhalter kommt der Rumpf komplett mit montiert Kurbelwelle, Kolben und vor allem der Schnurdichtung. Das habe ich bewusst deshalb gemacht, da damit mögliche Gewährleistungsansprüche klarer nachweisbar sind, und ich keine eigenverschuldete Undichtigkeit der Schnurdichtung riskieren möchte. Die Schnurdichtung wurde übrigens nicht mit Öl, sondern mit speziellem Fett eingebaut. Die gelieferte Dichtschnur (Dichtset aus dem Zubehör) ist rundum speziell beschichtet, sodass sie sich eh nicht mit Öl vollsaugen kann.

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Die Lagergassen der KW waren in Ordnung, also hier zu Abwechslung mal keine zusätzlichen Aufgaben.

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Block wurde geplant, und Kolben wurden auf den vorgesehenen Überstand abgefräst.

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Der Kopf wurde ebenfalls geplant. Hier wurde exakt so viel Material abgetragen, wie die Ventilsitze durch das Fräsen tiefer gerückt sind. Damit bleibt die kalkulatorische Kompression gleich.

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Ventilsitze waren auch ausgeschlagen. Da gabs aber ziemliche Schwierigkeiten, weil die brutal fest saßen. Die neuen einzubauen, war nach Aussage des Motorenbauers auch nicht so ganz einfach. (britische Maßhaltigkeit...)

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Die Ventilsitze sehen jetzt top aus. (Die Punkte sind Öltropfen)

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Und die neuen Ventile

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Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Eingebaut sind die Ventile ruck zuck per Hand, auch ohne Werkzeug (wenn man den richtigen Kniff raus hat)

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3 der 6 Stößel hatten spuren der Nockenwelle, sie wurden gegen welche von Sparex ausgetauscht.

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Und sieht der Kopf nun fertig aus. Komplett gesäubert, Deckel, Ansaugkanal und Thermostatgehäuse mit neuen Dichtungen montiert.

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Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Für die Optik wird natürlich auch was getan. Die Brennraumdeckel sollen mit schwarzem 800°C-Ofenlack lackiert werden.

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Ergebnis sieht schonmal ganz gut aus :-)

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Der Krümmer wurde komplett zerlegt, sandgestrahlt und mit neuen Bolzen wieder zusammengesetzt zum lackieren, ebenfalls mit schwarzem Ofenlack.

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Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
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