Hallo Liebe MF-Freunde,
es ist über ein Jahr vergangen, dass sich zu diesem Pfad wieder etwas tut...
Ich bin zwischenzeitlich Vater geworden, und habe in unserem Haus einiges umgekrempelt. Das war Prio eins. An meinem MF 158 war ich trotzdem nicht ganz untätig, jedoch ohne Erfolg. Seit heute hat mein 158er kein MP-Druckproblem mehr!
Hier der Ablauf der Reparatur.
Nachdem mir hier attestiert wurde, dass die Getriebeeingangswelle Schrott ist habe ich mir eine neue besorgt (Original MF). Schön daran war, dass der innere Wellendichting schon montiert dabei war. Dann habe ich die Laufspuren im Wellentunnel aufgeschweißt. Mit Schutzgas - ich hatte Angst, bei Elektroden brennt es mir die äußere Kante weg.
Den Wellentunnel hab ich dann einen bekannten gegeben, der hat mir die Lauffläche ausgehont. Den Vorderen Wellendichtring, das Nadellager und das Kugellager habe ich ebenfalls ausgetauscht. Sämtliche Kolbenringe habe ich auch gewechselt. Wenn das Ding schon einmal herausen ist, habe ich den Zweilippen-O-Ring der den Steuerschieber abdichtet ebenfalls erneuert. Schlepper wieder zusammengebaut - ohne Unterschied. Dann gebrauchte MP-Pumpe eingebaut - kein Unterschied. Da der Hydraulikdeckel herunten war, ist mir eine Leckage an der Zapfwellenbremse aufgefallen. War nur ein kleiner O-Ring und im selben Zug einen neuem Zapfwellenbremshebel eingebaut (der alte war eh fertig). Beides hätten Ursachen sein können - kein Erfolg. Hydraulikleitung von MP-Pumpe die durch das Getriebe nach vorne geht mit Druckluft geprüft - kein zischen also dicht. Nun habe ich die Fehlersuche mal konkretisiert. Ich habe mir ein Manometer besorgt und am Messpunkt (beim Zapfwellenhebel) Druck gemessen - 20 bar wie es sein soll. Dann habe ich die MP-Pumpe ausgelitert nach Werten, die ich von Leidensgenossen zugespielt bekam. Richtig macht man es mit der original MF-Prüfvorrichtung. Ich hab mir aber gedacht, bis Du den Krempel zusammengekauft hast, reicht es für eine neue MP-Pumpe. Zu allem Übel waren die Hydraulikschläuche am Filter vor dem Motorkühler vertauscht. In wie weit dies Auswirkungen hatte kann ich nur mutmaßen. Ich hatte an der MP-Pumpe einen Ausgangsdruck von 58 bar (vor Druckstauventil), also auch hier kein Grund zur Panik. Was nun, ich wurde gefragt, ob ich das Druckregelventil auch offen hatte, da sich vielleicht was zugesetzt hat. Also gut, Schlepper auseinander, Wellentunnel raus, Ventil zerlegt. Im Ventilkolben befindet sich ein Anti-Schockventil und das war zugesetzt. Ich hatte mich wieder einmal gefreut, den Fehler gefunden zu haben. Alles gereinigt, zusammengebaut, Maschine zsamm und Probelauf - ohne Erfolg. Nach einigen Telefonaten hat ein alter MF-Monteur gemeint, mach eine neue MP-Pumpe rein, deine Druckspiele ohne MF-Vorrichtung kannst du vergessen. Also neue Pumpe besorgt und eingebaut - ohne Erfolg. Ich hatte das Manometer am Anschluss der MP-Druckanzeige geklemmt, also vor Eintritt des Öls in das Vetilgehäuse. Also, neue Pumpe rein und Druck unverändert. Es bleibt noch die Option MP-Kupplung verschlissen. Aber dann müsste die MP-Druckanzeige wenigstens in Stellung niedrig im grünen Bereich sein.
Also wieder telefoniert und ich bekam eine spontane Antwort, dass die Druckfeder im Druckregulierventil ausgelutscht ist. Also Schlepper hinten getrennt, alte MP-Pumpe wieder rein, vorne getrennt und Wellentunnel raus. Die neue Druckfeder (Original MF) nahm beim zusammendrücken mit den Fingern schon mehr Kraft in Anspruch wie bei der alten. Man sieht die Feder im Gehäuse im ersten Schlitz von links gesehen.
Hier die beiden Druckfedern. Links die neue Feder.
Also alles wieder zusammenbauen und Probelauf zuerst in MP-Stellung niedrig. Beim Starten hab ich das Manometer beobachtet und ich war kurz vorm ausflippen als die 16 bar überschritten wurden und bei 20,5 bar stehen blieb. In Stellung hoch hab ich 20 bar allerdings erst bei um die 1000 Umdrehungen. Ich denke, die MP-Kupplung hat schon einen Treffer. Den Druckspielen zufolge leuchtet es schon ein, dass die Feder ausgelutscht war. Wie lange mit dieser Maschine schon so gearbeitet wurde weiß ich leider nicht. Aber eins ist klar, die MP-Kupplung wurde mit zu wenig Öl versorgt, da durch die zu schwache Feder das Öl in den Getriebesumpf verschwunden ist. Nun steht das Manometer so wie es sein soll.
Abschließend stellt sich mir aber die Frage, ob es nötig war, den ganzen Aufwand zu betreiben wenn man mit der Ursache begonnen hätte? Vielleicht wären die Leckagen für meine Zwecke zu verkraften gewesen. Ich werde das Getriebe jedefalls nicht ausbauen um die MP-Kupplung zu überholen. Ich hab die Schnauze voll, denn ich möchte mal mit der Restauration vorankommen. Der Schlepper wird höchstens mal zum Holzfahren verwendet und gut is. Es sind mit Sicherheit noch viele Schlepper im Einsatz, die trotz roter MP-Anzeige noch richtig rangenommen werden. Mir hat letztens ein alter MF-Mechaniker gesagt, mit der Fehlersuche kann man viel Zeit verbringen. Und so hatte bei uns in der Gegend jede Werkstatt ihre eigene Vorgehensweise am MP-Getriebe. Was mir bei diesen Aktionen sonst noch so passiert ist, spare ich mir lieber. Wichtiger ist für uns alle, dass ein Pfad mit einem Ergebnis geschlossen werden kann. Ich möchte mich an dieser Stelle bei Michael Maurer, Anton Geißler und Didi1468 bedanken, mit denen ich das eine oder andere hilfreiche Telefonat geführt habe. Selbstverständlich stehe ich für Fragen gerne zur Verfügung.
Grüße aus Bayern Mario Köhler