Zusammenbau Standard 20C

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800er Fan

Gast
Hallo zusammen,

Die Restauration meines TEF 20 ist ein Stück weitergegangen: wir haben angefangen den Motor, einen Standard 20C, zusammen zu bauen.
Hier nun ein paar Bilder die ich während dem Zusammenbau gemacht habe. Unter jedem Bild ist die jeweils ausgeführte Arbeit kurz beschrieben.

Am Anfang wurden die Pleuel und die Hauplager an die Kurbelwelle gehängt um zu prüfen ob sie ordnungsgemäß drehen. Die Hauptlager waren noch nicht montiert als ich das Foto gemacht habe.

Die Nockenwelle ist noch in sehr gutem Zustand, sie wurde nur auf der Drehbank polliert.

Anschließend wurde die Kurbelwelle in den Motorblock eingesetzt und der Motorblock an den Montagebock gehängt.

Danach wurden die Kolben und die Laufbuchsen provisorisch eingebaut um den Kolbenüberstand zu ermitteln. Ergebnis beim 4. Zylinder: 82 Hunderstel Überstand. Sollmaß: - 0.07 bis + 0.25 mm.

Zum Anpassen des Kolbenüberstandes wurden die Kolben auf der Drehbank abgedreht.

Der zur Kontrolle nochmals eingebaute Kolben.


Dann wurden die Ringe eingesetzt um den Überstand des oberesten Rings zu ermitteln. Vor dem Messen des Überstandes wurde der Zylinderkopf einmal montiert und mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen damit die Kupfdichtungen unter den Laufbuchsen nachgeben. Würde man den Überstand einstellen ohne vorher den Zylinderkopf einmal anzuziehen würde er nach dem Anziehen des Zylinderkopfs nicht mehr stimmen da die Kupferdichtungen beim ersten Anziehen des Zylinderkopfs ja nachgeben und die Ringe dann zu tief liegen würden. Das hätte zur Folge dass die Zylinderkopfdichtung nicht richtig abdichten kann und wahrscheinlich nicht lange hällt.

Zum Messen des Überstandes wurden die Ringe jeweils mit einem extra angefertigten Aluteil und einer Spannzange nach unten gedrückt (leider kein Foto), da die Kupferringe unter den Laufbuchsen sich nach dem Lösen des Zylinderkopfs wieder ein wenig ausdehnen weswegen die Ringe nicht gleichmäßig aufliegen. Zum Anpassen des Überstandes wurden die Ringe penibel auf der Drehbank ausgerichtet und dann auf das korrekte Maß abgedreht.

Die angepassten Ringe im Motorblock.

Dann wurde der Zylinderkopf montiert. Zur Kontrolle wurde der Motor dann ein paar Mal durchgedreht. Dabei war ein leichter Widerstand zu spüren und ein leichtes Klacken zu hören kurz bevor einer der Kolben den OT erreichte. Nach kurzer Fehlersuche haben wir dann herausgefunden dass der Kolben des 2. Zylinders am unteren Ring über der Laufbuchse anstößt, was nicht sein darf. Also musste der Zylinderkopf nochmal runter und der Ring wurde ausgebaut. Nach dem Ausbau haben wir den Ring nochmals überprüft und festgestellt dass er leicht in sich verdreht war und deswegen nicht 100%ig plan auflag. Beim Anziehen des Zylinderkopfs drückte er sich dann und schob sich ein wenig in die Zylinderbohrung. Zudem war der Ring noch im Außendurchmesser zu klein weshalb er Spiel in seinem Sitz hatte und seine Bohrung war 3 Zehntel oval. Die Fertigungsqualität der nachgemachten Ringe scheint also nicht immer gleich zu sein. Wir haben einen der alten Ringe eingebaut der viel besser sitzt. Dann musste der Überstand des oberen Ringes nochmals angepasst werden. Die oberen Ringe passten viel besser als die unteren. Bei den oberen Ringen handelt es sich allerdings auch um originale Lagerware von Ferguson die ich glücklicherweise noch bei Christian Heigl bekommen konnte. Vielen Dank nochmals an dieser Stelle.

Anschließend wurden die Ventilstößel, die Nockelwelle, die Kettenräder, die Stößelstangen, die Kipphebelwelle und die Steuerkette eingebaut und die Ventilsteuerung eingestellt. Zum halten des Kettenspanners wurde der Steuergehäusedeckel provisorisch montiert.

Laut Werkstatthandbuch kann das Kettenrad auf der Nockenwelle leicht verdreht werden um eine Feineinstellung vorzunehemen. Wie die Engländer sich das vorgestellt haben ist mir jedoch ein Rätsel. Das Kettenrad wird mit 6 Schrauben auf der Nockenwelle befestigt. Im Kettenrad befinden sich 5 Langlöcher und eine normale runde Bohrung, das Kettenrad lässt sich also trotz der Langlöcher nicht verdrehen wenn alle Schrauben drin sind. Die Langlöcher erfüllen also gar keinen Zweck
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Jedenfalls ist jetzt alles eingestellt so wie es gedacht ist, der Motor lässt sich durchdrehen ohne dass die Kolben an den Ventilen anstoßen.

Die restlichen Fotos kommen dann in den nächsten Tagen.
Wenn jemand eine Frage hat, nur her damit
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Gruß
Tim
 
Moin Tim

Sauber und Akriebesche die du da ablieferst
bin schon in voller Erwartung auf deinen neuen Bericht.
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Gruß

Michael
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Hallo Michael,

Danke für die Blumen
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Es gibt wieder ein paar neue Bilder.

Lasst euch von den Dichtungsresten nicht irritieren, der Steuergehäusedeckel musste nochmal runter weil ich blöderweise das Spritzmännchen für die Schmierung des Kettenspanners vergessen hatte
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Das Kerlchen hatte sich aber auch in der letzten Ecke der Teilekiste versteckt....

Jetzt fehlt nur noch ein neues Thermostatgehäuse. Nach dem Sandstrahlen war von dem Original-Gehäuse leider nicht mehr viel übrig.

Und einmal von der Rückseite.

Lackieren der Grundierung. Diese habe ich in mehreren Schichten lackiert um keine Läufer zu erhalten.

Gruß
Tim
 
Moin 800er Fan

Hast du was am Zylinderkopf getätigt z.b. Ventile?

Michael

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Hallo Tim,

eine tolle Arbeit die Du da hinlegst.

Es ist schön, das auch andere uns an den Restaurationen teil haben lassen.

Du kannst nacher Stolz auf Dein Kerlchen sein.

Gruß
Peter
 
Hallo,

@ Michael,

Am Zylinderkopf wurde folgendes gemacht:
- Planschleifen
- neue Ventile
- neue Ventilsitze (damit die Ventile wieder auf der Tiefe liegen wo sie hingehören, und nicht 3 mm darunter)
- Druckprüfung
- andere Kipphebelwelle
- neue Stehbolzen zur Ventildeckel- und Kipphebelwellen-Befestigung angefertigt.
- neue Froststopfen

@ Peter,
Danke für‘s Lob.

Das neue Thermostatgehäuse ist auch mittlerweile eingebaut. Vorher mussten wir es jedoch nochmal auf der Fräsbank nacharbeiten da es nicht passte.

Gruß
Tim
 
Hallo,

Mittlerweile ist auch der Rumpf abgeschliffen und wieder grundiert.


Gruß
Tim
 
Hallo Tim,
das ist eine ausgezeichnete Dokumentation der Überholung deines TEF 20. Ich habe meinen ebenso exact überholt, allerdings verbrauchte er nach Inbetriebnahme Öl. Habe nochmals geöffnet und festgestellt, dass die Ölabstreifringe
(Agriline)scharfe Kanten hatten unrund waren oder wurden.Die von Sparex sehen besser aus und der 2te Abstreifring hat Feder. Was empfiehlst du?
mfg ein neues Mitglied berdue
 
Hallo berdue,

Ich hatte meine Teile damals von Tracpieces.
Ölverbrauch kann ich bei meinem nicht festellen.
Wieviel Öl verbraucht deiner denn?
Es kann aber durchaus sein dass er anfangs ein wenig Öl verbraucht, die neuen Teile müssen sich ja erst mal aufeinander einlaufen.
Ich habe aber schon des öfteren gehört dass die Teile von Agriline nicht das ware sein sollen, irgendwo muss der Preisunterschied ja herkommen.
Teile von Sparex habe ich in meinem Benziner verbaut und bisher auch keine Probleme gehabt.

Gruss
Tim
 
Hallo Tim,
ich muss doch auch noch meinen "Senf" zu Deiner wunderbaren Fotodokumentation dazu geben. Ich freue mich immer, wenn ich solche Werkstätten und Menschen mit solchen Kompetenzen sehe. Diese setzen sie ein, um einen wirtschaftlich wohl annähernd wertlosen Traktor in einen Zustand zu versetzen, der in seiner Funktionalität den Neuzustand wahrscheinlich übertrifft. Und warum? Einfach, weil sie es können. Welch schönere Möglichkeiten gibt es als im Handwerk, Wirksamkeit zu erfahren. Da tun mir viele junge Menschen Leid, die diese Erfahrungen nicht machen werden. Einfach deshalb, weil sie in einer Austausch- und Teile-Wechsel-Gesellschaft leben. Reparieren und optimieren stellt - zumindest auf breiter Ebene - keinen Wert mehr dar. Desto schöner, wenn es Inseln gibt, auf denen alte Werte hoch gehalten werden. Vielleicht gibt es ja eine Renaissonce! Ich habe Deine Dokumentation erst heute entdeckt und entnehme den Zeitleisten, dass Du wohl keine Eile mit der Fertigstellung hattest und wohl gern in Ruhe arbeitest. Nun scheint der Traktor aber doch fertig zu sein und es ist sicher ein Supermotor darin, dessen Potential auch die Folgegeneration an Besitzern noch nicht an seine Grenzen bringen wird. Bravo!
Volker
 
Hallo Volker,

Danke für deine netten Worte ;-)
Der TEF war mein erster Schlepper den ich mit 18 angefangen habe zu restaurieren, und er ist bei weitem nicht perfekt, aber einen Oldtimer ohne jede Macke wird man wahrscheinlich nicht finden.
Ich finde es auch schade dass heute nichts mehr repariert wird, aber so wie‘s aussieht lohnt sich das Reparieren für die Werkstätten einfach nicht mehr.
Aber bei der Restaurierung unserer Oldtimer haben wir ja Zeit.
Deshalb werde ich auch bei der anstehenden Restaurierung meines 35ers versuchen so viel wie möglich von der Originalsubstanz zu erhalten.

Gruss
Tim
 
Hallo Tim und TEF 20 Fans. Habe wie schon gesagt meinen TEF 20 großzügig restauriert.Es sind nun sehr viel noch gute und neue Teile übrig. Da sehr umfangreich bei Interesse einfach anrufen.(09381) 71394 oder 01712275566.
oder email:bd@schwane.de.
Im übrigen habe ich weder die Agrline noch die Sparex Kolbenringe eingebaut sondern bei einem Großhändler alle gefunden.Davon 1 Ölabstreifring mit innenliegender Feder-einteilig.Die gute Qualität ist sichtbar,keine scharfer Kanten und alle beschichtet.
Im übrigen habe ich eine Technik entwickelt die Büchsen und Kolben mit Ringen ohne Ausbau der Kurbelwelle einzubauen.Der Motor muß dabei auch nicht raus.
mfg euer berdue
 
Hallo Tim,
kannst du mir sagen welches Maß der Ringüberstand hat.
Ich habe das Maß 2 zehntel, ist das ok.?
herzlichen Dank berdue
(TEF 20)
 
Hallo berdue (hast du auch einen richtigen Namen?),

Nein, zwei Zehntel sind zu viel.
Das Sollmaß beträgt 0,02 - 0.11 mm.

Gruss
Tim
 
Hallo Tim,
erstmal herzlichen Dank für den tip mit dem Überstandsmaß.
Ja ich habe auch einen Namen und zwar Bernd Düker. Ich wohne
in Nordbayern in Volkach in unserem Weingut. Da ist jede Menge Platz zum basteln. Ich bin Rentner und schon recht alt(76 Jahre) verreise gerne mit meinem Traktor und Hänger,im Frühjahr z,B. an den Chiemsee. Gib mir mal deine Emailadresse.
Herzliche Grüße
Bernd Düker
 
Hallo Bernd,

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Gruss
Tim
 
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