Wo sind die Einspritzpumpen-Profis ? CAV DAP

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hometown

Gast
Heute muss ich mir mal den Frust von der Seele schreiben. Die ESP meines MF65 nervt mich langsam gewaltig.

Vor zwei Monaten hatte ich die ESP nach zwanzig Jahren Dornröschenschlaf aus dem Regal genommen und ein gebaut. 

Leider war der Schlepper nicht zu starten - aus den Einspritzleitungen ist schlicht kein Diesel gekommen. Also Reparatursatz bestellt, komplett zerlegt und wieder zusammengebaut. Hat innen ausgesehen wie "neu" - keinen Fehler gefunden - Test auf der Werkbank mit Trichter und Drehen mit Inbusschlüssel - funktioniert 1 A !? 

Woran lag es nun, dass nichts aus den Einspritzleitungen gekommen ist?? 

Egal, nun funktioniert sie. Drei Tage ohne Probleme gefahren. Motor läuft sauber und schön. 

Gestern nun die Ernüchterung:

Nach dem Start läuft der Motor etwa 20 Sekunden sauber - dann geht er schlagartig aus und bleibt aus... Was ist das Problem? Genau - die Einspritzleitungen sind absolut trocken - die Pumpe pumpt keinen Diesel zu den Düsen...

Was nun - ich könnte wetten, wenn ich die ESP auf der Werkbank habe, funktioniert sie wieder ohne Probleme.

Was meint ihr? Woran kann es liegen??

Grüße hometown 
 
Ich hatte vergessen zu erwähnen - die ESP ist natürlich sauber entlüftet - aus beiden Entlüftungsschrauben kommt ein satter Strahl. 

Ich hatte schon die Kraftstoffförderpumpe im Verdacht und vorsorglich gewechselt... 
 
oder könnte ich die ESP auch im eingebauten Zustand prüfen? Trichter drauf und durch Drehen des Motors müsste sie doch auch einspritzen, also aus den vier Öffnungen des Pumpenkopfes, wo die Einspritzleitungen dran kommen? Schon mal wer so mit dem Durchderehen des Motors die ESP getestet??

Einen vernünftigen Adapter für die Ankurbelklaue an der Riemenscheibe der Kurbelwelle habe ich mir bereits gebaut - der war sehr nützlich zum Einstellen der Ventile, Grundeinstellung der ESP, usw... 
 
Ich hätte jetzt auch erstmal vorgeschlagen die Kraftstoffvörderpumpe zu erneuern (hatte das Problem schon öfters bei Kundenmaschinen das die plötzlich unter Last einfach ausgingen oder garnicht erst starteten).

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel (MF30 MF65 Mk II)
 
Was mir einfallen würde wären zum einen hat die Rotorpumpe doch am Deckel der Transferpumpe ein Druckregelventil wenn ich mich recht erinnere, könnte es sein das dieses hängt?

Sitzt in irgendeiner Hohlschraube noch ein Filtereinsatz?

Leitung dicht? (ich fahr da mit nem alten Bowdenzug gerne durch, dannach aber sehr kräftig spülen!)

Was ich da in solchen Fällen immer gerne versuche ist den Motor an den Tropf zu hängen (hochgelagerter Sprittank der nur die die ESP unter umgehung aller anderen Beteiligten versorgt) um eine genauere Analyse hin zu bekommen.

Grüße
Josef
 
Hallo,

Dieselpest?

Alle Filter reinigen, ggf. mit Kanister als Tank prüfen.

Gruß

Rainer
 
Danke für euere Antworten! Ich habe den Fehler gefunden... An einer Stelle, wo ich ihn ehrlich gesagt zuletzt vermutet hätte...

Aber der Reihe nach:

Ich hab die ESP wieder ausgebaut - klar, sie funktioniert auch dieses mal auf der Werkbank 1A - war ja eigentlich auch nicht anders zu erwarten... 

Es ist die uralte Ausführung der CAV DAP mit dem separaten Stück Profilwelle als Antrieb, dass sowohl pumpen- als auch steuerungsseitig nur lose eingeschoben ist.

Als ich die Pumpe wieder einbauen wollte, ist mir aufgefallen, dass dieses Stück Profilwelle sehr tief in der Steuerung steckt und ich habe gemessen. Tatsächlich, das steckte so tief, dass es die Innenverzahnung der ESP nicht mehr erreichen konnte!! 

Für gewöhnlich habe ich diese Profilwelle mit der Spitzzange aus der Steuerung gezogen, in die ESP eingesetzt und dann die ESP montiert. Daher wusste ich, dass diese Profilwelle durch einen kleinen Drahtring daran gehindert wird, zu weit in die Steuerung zu rutschen. So bin ich nun davon ausgegangen, dass dieser sich nun verabschiedet hat und während dem Lauf des Motores sich die Profilwelle weiter in Richtung Steuerung "gearbeitet" hat, bis der Antrieb der ESP unterbrochen war.

Allerdings war dieser Drahtring noch an Ort und Stelle. So habe ich den kleinen Deckel gegenüber der Einspritzpumpe vom Deckel der Steuerung abgeschraubt. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass dies ohne Ausbau der Kühlwasserleitung eigentlich gar nicht geht... Was für eine Steissgeburt eines Ingenieurs... 

Als ich den Deckel endlich unten hatte, habe ich dann die Bescherung gesehen: 

1. nicht die Profilwelle der ESP ist zu weit in die Steuerung gewandert, sondern das ganze Zahnrad der Steuerung(!!) hat sich soweit Richtung Deckel gearbeitet, dass es in diesen eingelaufen ist! 

2. nun habe ich eine Hand voll Späne in der Steuerung - wenn auch "nur" Aluspäne... 

Und schlagartig ist mir eingefallen, dass letztens noch etwas "merkwürdig" war - was sich nun erklärt hat:

Beim Einstellen der Ventile hatte ich beim Durchdrehen des Motors kurz den Eindruck, dass diese hängen geblieben wäre? Dachte an eine Art "Kolbenklemmer" oder so... Nun ist mir klar, was das war. Der Motor war tatsächlich kurz hängen geblieben und zwar an einer "Gussrippe" im Deckel der Steuerung! Dort hatte sich offensichtlich das Zahnrad des Pumpenantriebes verhakt,bevor es angefangen hat in den Deckel einzulaufen... 

Nun muss ich natürlich erst einmal klären, warum das Zahnrad des ESP-Antriebes dort nur lose drauf sitzt und weiter Richtung Deckel wandern kann... Weiß jemand auswendig, wie das normal befestigt ist???

Grüße hometown 
 
Hier der Auszug aus der Ersatzteilliste:

www.bilder-upload.eu/bild-2a9715-1590427943.jpg.html

Teil 12 - ein Sicherungsring soll wohl das Zahnrad auf der Nabe halten !? Bzw. den Flansch des Zahnrades "10" auf Teil "13"... Nummer "9" ist übrigens der Drahtring der verhindert, dass die Profilwelle zum Antrieb der ESP zu weit in die Steuerung rutscht. 
 
EDIT:

zwischenzeitlich bin ich mir recht sicher, dass Sicherungsring "12" den Flansch "13" auf Teil "30" halten soll!? 
 
Und weiter geht es mit dem Grauen:

Ich habe heute weiter nach dem Schaden geschaut und relativ schnell fest gestellt, dass der Schaden noch schlimmer als ist, als es auf den ersten Blick aussah. Aber irgendwie da hatte ich das schon befürchtet... 

Der "Einspritzpumpenflansch" Teil 30 ist aus Guss gefertigt und am Einstich des Sicherungsringes gebrochen! 



Daher konnte der Träger des Zahnrades nicht mehr durch den Sicherungsring gehalten werden... 

Aber - wie um alles in der Welt kommt es zu diesem Schaden?? 

Ein Blick auf die Rückseite von Teil 13 spricht Bände:



"A" bezeichnet eine Besfestigungsschraube (Teil 8) in korrekter Länge

"B" zeigt eine zu lange Schraube, die an ihrem Überstand beschädigt ist

"C" zeigt Einlaufspuren der Befestigungsschraube der ESP

Und so ist es zu dem Schaden gekommen:

Irgendwer hat einst eine zu lange Befestigungsschraube "B" verwendet. Als ich die ESP montiert habe, ist mir ein Sicherungsring abhanden gekommen und ich habe die Befestigungsschraube nur mit der Unterlagscheibe eingedreht. Dieser fehlende Sicherungsring hat dafür gesorgt, dass die Befestigungsschraube der ESP 2mm zu weit in die Steuerrung geragt hat (Schleifspuren "C"). Das wäre nicht sonderlich schlimm gewesen, wenn bei der Montage einst nicht die zu lange Schraube "B" verwendet worden wäre...  Allerdings ist diese dann nicht an der um 2mm zu weit nach innen ragenden Schraube vorbei gekommen und die beiden Schrauben sind sich mit aller Wucht begegnet... 

Daher die Warnung:

Die Befestigungsschrauben der ESP sind 2" lang (50mm) und auf keinen Fall darf diese weiter als um 31mm in die Steuerung eingeschraubt werden!! 



Offensichtlich ist dieses Problem den Verantwortlichen aber relativ schnell bewusst geworden - der Motor, aus dem ich nun die Ersatzteile ausgebaut habe, ist ein paar Seriennummern weiter und bei dem ist bereits dafür gesorgt, dass dieses Problem nichtmehr auftreten kann! Die Befestigungsschrauben der ESP wurden durch Stehbolzen ersetzt... 
 
Oha das sieht wirklich nicht schön aus. Ich hoffe für dich dass du noch Ersatzteile findest und vllt verhindert dein Vorfall etwas ähnliches bei einem anderen User.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel (MF30 MF65 Mk II)
 
Ich hoffe für dich dass du noch Ersatzteile findest 
Glücklicherweise hatte ich ja einst aus drei Motoren einen zusammen gesetzt und das nun benötigte Teil noch hier liegen. So ein Teil dürfte wirklich kaum noch zu beschaffen sein... 
 
Also beim A3.152 sind hier von Anfang an auch schon Stiftschrauben verbaut...

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
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