Warum ich MF fahre!?

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hometown

Gast
Warum ich MF fahre - wurde ich hier im Forum gefragt. Das ist eine echt gute Frage und um genau zu sein, ich weiß es selbst nicht.

Vermutlich, weil es das ganze Dorf so macht, oder besser gesagt, es Zeiten gegeben hat, wo es das ganze Dorf so gemacht hat... Diese sind längst vorbei und schon lange kam kein neuer MF mehr auf einen Betrieb. Verwundert ja auch nicht - zumindest rein statistisch nicht - MF rangiert zwischenzeitlich in der Zulassungsstatistik irgendwo auf Platz 15 - nach Kubota (!) und vor Minsk/Belarus (!!), also total abgeschlagen... 

Ich würde sagen, es ist Gewohnheit und das gute Gefühl zumindest manche MF durch und durch zu kennen - mehr aber auch nicht.

Auch bin ich ziemlich sicher, dass kein anderer MF mehr hinzu kommen wird. Zwischenzeitlich bin ich nicht mehr der Art markengebunden - dazu hab ich schon zu viele andere Schlepper kenn
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ernt. 

Derzeit habe ich meinen alten MF65 MK1 in der Mache und da frägt man sich schon, was eine Firma umgetrieben hat, solch eine Kiste zu konstruieren - alleine das Anschrauben vom Auspuffkrümmer an den Kopf... Leute, das ist mehr als eine Qual! Zum Nachziehen der Zylinderkopfschrauben müssen die Einspritzdüsen wieder raus und lauter solche Scherze, dann noch der Tank oben auf dem Motor  - nein danke, da bin ich zu alt zu. 

Natürlich kann ich objektiv die Frage beantworten was MF zu der Konstruktion getrieben hat - es mussten möglichst viele Teile vom nordamerikanischen Vorgänger "Massey Harris 50", bzw. "Ferguson 40" verwendet werden - von ihm stammt die Vorderachskonstruktion, obenliegende Lenkschubstange, Blechteile und noch viel mehr. Dazu kam in Europa der Perkins A4.192 zum Einbau - ein Motor der gar nicht für den Einbau in Landmaschinen vorgesehen war und schon gar nicht in den MF65... So ist dann ein Fahrzeug zusammen geschustert worden, mit dem ich mich heute rumquälen darf... 

Dazu hat uns MF ja jahrelang mit den Traktoren aus Italien versorgt und uns diese schmackhaft gemacht, das ist definitiv gelungen. Die Besitzer sind mit ihren "Landini" durch weg zufrieden. Weit aus mehr, als sie es mit allen MF davor waren, mich eingeschlossen. 

Ein MF188 oder nen 65er - den kann man als Spitzenbrecher fahren - zu Haupterntezeiten, da macht das durchaus Spaß, aber als häufig genutzte Schlüsselmaschine?? Da ist unter heutigen Verhältnissen schon ein MF1014 eine Qual... Eben ein vor knapp 40 Jahren konstruierter Schlepper (1014) - nicht mehr und nicht weniger. Beim MF 65 gehen viele - wenn nicht die meisten - Konstruktionsmerkmale auf die 30er - Jahre zurück... 

Und da schließt sich der Kreis - ein Schlepper muss für mich a) günstig in Anschaffung und Unterhalt b) reparaturfreundlich und c) definitiv nicht grün sein 

Alles klar? nein?? sorry - mir auch nicht so ganz... 

Grüße hometown
 
Ich fahre MF aus Nostalgie, weil ich auf den Dingern Treckerfahren gelernt habe. Von Ende der 50er bis Mitte der 70er gab es kaum andere Schlepper auf unserem Hof. Zeitweise liefen sechs MF gleichzeitig! Der Spaß hatte dann ein Ende als MF Anfang/Mitte der 70er meinte, man müsse in Deutschland den Markt für leistungsstarke Allradschlepper nicht bedienen. Das und solche Dinger wie der 1080 haben ihnen wohl auch dauerhaft das Genick gebrochen. Davon hat sich MF hierzulande nie erholt. Lieblos zusammengepfuschte 1114 und 1134, mit denen ich mich in der Lehre plagen musste, taten dann ein Übriges um den früher hervorragenden Ruf zu ruinieren. Schade.

@hometown: was Wartungs- und Reparaturfreundlichkeit angeht ist der MF65 sicher nicht der Burner. Aber im Einsatz ist er ein Tier! Ich habe zwei MK2. Starten immer, bei jeder Temperatur. Getriebe lässt sich super schalten. Hydraulik ist auch in Ordnung. Ich habe auch noch andere englische Schlepper in der Leistungsklasse. Irgendwas kann jeder von denen besser als der MF. Aber das Gesamtpaket ist bei MF am stimmigsten!
 
Hallo, 

Ich habe einen 165a einen 178 einen 188a und einen 1080a.

Ich fahre die Schlepper weil ich gerne am schrauben bin, die Motoren gut finde und 

vom Allradkonzept der damaligen Zeit begeistert bin.

Zumal ist die Ersatzteilversorgung sehr gut.

Gruss 

Michael
 
MF 178:
 die Motoren gut finde 

Zumal ist die Ersatzteilversorgung sehr gut.
Diese beiden Punkte habe ich total vergessen - richtig, auf Perkins lasse auch ich so schnell nichts kommen und zu den Zeiten, wo ich mich für MF entschieden habe, musste ich auch noch schauen, was für Händler in erreichbarer Entfernung sind - mit www war da noch nichts... Ich war schlicht darauf angewiesen einen "LAMA" zu haben, der erreichbar war und mit Rat und Tat zur Seite stand - das war nicht selbstverständlich.

Außer MF, Deutz, IH, Fendt und Renault, war im 30km Umkreis einfach nichts zur Auswahl... Gefahren wurden in der Gegend aber auch einige wenige Eicher, Steyr und Fiat. Alles andere war schlicht "außen vor"...
 
@MacFergus:

Was mich jetzt natürlich brennend interessieren würde ist, was für "schlechte" Erfahrungen du mit den MF1114/1134 machen musstest.

Ich bin nur längere Zeit einen der allerletzt hergestellten MF1014, also einen aus der zweiten, modivizierten Variante gefahren. 

Was mir sehr sehr gut gefallen hat: durch den stark gedrosselten 6Zylinder - Kraft und Drehmoment ohne Ende, eben so die schier unbegrenzte Hubkraft und der rekordverdächtig kleine Wendekreis (gefühlt die Hälfte eines MF263 Allrad !!).

Gut, auf der "Negativseite" hätte ich durchaus auch einige Punkte... Zu aller erst natürlich die bekannte sauschwer zu betätigende Kupplung, dicht gefolgt von der Meisterleistung, dass man in einer schwarz ausgekleideten Kabine die Frontscheibe nicht öffnen konnte - was zur Folge hatte, dass ich ganz gerne mal die unteren Kabinenscheiben ausgebaut hab... Klar, das Schalten an sich, das musste man auch erst einmal GANZ neu lernen ;) . Als man nach einigen Tagen kapiert hatte, dass es nur "rauf, runter, vor, zurück" gibt, war es dann gar nicht mehr so exotisch. Gewöhnungsbedürftig war allerdings schon, dass man auf der Straße stets das Gefühl hatte "hier felt definitiv ein weiterer Gang"! 40Km/h hätten ihm glaub echt gut getan. Vorne musste er bedingt durch seinen kurzen Radstand gut ballastiert werden um seine Hubleistung auch nur annähernd auszuschöpfen. Batterie schlecht zugänglich, Haube allgemein sehr schlecht passend gefertigt. Probleme mit der sich nur sehr schwer bis gar nicht mehr lösenden Differentialsperre... Die Warnleuchten im Armaturenbrett hatten auch ein Eigenleben - konnte gut sein, dass sie manchmal alle gleichzeitig "Alarm" gegeben haben. Ja und den Konstrukteur der Rückspiegel würde ich auch gerne mal kennenlernen - warum um alles in der Welt müssen die Spiegel so hin, dass die geöffnete Kabinentür stets die Spiegel verstellt??? Ansonsten eben eine Serie "robuster Schlepper ohne Alles" - eine externe Hubwerksbedienung, ne Lastschaltung oder Klima wären natürlich fein gewesen, aber wer das wollte, musste zu den exklusiveren MF 2640 und Co. greifen... 

Grüße hometown
 
hometown, der 1014 ist doch ein ganz anderer Schlepper!
 
Ohne dir nahezutreten hometown dann Verkauf doch den schlepper wenn es so ein scheiß teil ist und hol dir was anderes wo du mehr Freude dran hast 
 
Hallo , ich hab hier schon im Forum viel weiter geholfen bekommen
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 . Aber das sich so gegenseitig auf den Schlips getreten wird finde ich nicht gut
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  Lieber helfen als Streiten und
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  . Das ist viel besser    :-)  So , Prost 
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  und guten Rutsch an alle . Gruß Didi.
 
Ich will niemanden auf den Schlips treten um Gottes Willen. Aber wenn ich nicht zufrieden bin dann hau ich das Teil raus und hol mir was anderes. So mach ich das auch das bringt doch dann nichts mehr wenn ich nicht zufrieden bin. Das ist jedenfalls meine Meinung. 
 
@hometown: so kurz ist der Radstand des 1014 nun auch wieder nicht!
 
Meine Mf

1x 135 Super Mp Zusatzhydraulikpumpe 17.000 Bstd erste Motorüberholung

1x 135 Super Mp Zusatzhydraulik mit Frontlader Hauer Mh80 11.000 Bstd bisher nur Radlager und Kühler defekt

1x 240 Allrad Turbo 56Ps Bj 1994 8700 Bstd bis dato nur Ventilschäfte ausgeschlagen

1x 340 Allrad Turbo 56Ps starke Achse 5.500 Bstd keine Probleme

1x mf 188 A langer Radstand,Turbo 14.000 Bstd Vorderachse Spiel,Motor getauscht  gg 1004.4 Quadram

1xMf 165 A 3700 Bstd IPto defekt ansonsten Problemlos

Warum ich Mf Fahre?

Nachbar besitzt Steyr 9086: Traktor Baujahr 2000

Motor defekt

Einspritzpumpe defekt

Lastschaltung defekt

Schaltgabel vor retour gebrochen

Kraftmessbolzen EHR defekt

Zusatzsteuergeräte elektr. Hin und da Spulen defekt

Trotzdem ist er in der Runde im Gasthaus der beste Traktor den es gibt,und wenn man mal nicht dabei ist wird über Nachbars Mfs diskutiert.

lg!
 
Guten Abend zusammen,

interessanter Faden, wie ich finde..., warum ich MF fahre und das mehr oder weniger gut finde, versuche ich dann mal zu erklären. In erster Linie war es halt so, daß der 135er, der heute noch im Einsatz ist, schon auf dem Hof war, als ich (Jahrgang 68 ) den Umgang mit den Maschinen sozusagen begonnen habe. Zu dieser Zeit war es einfach so, daß der 135er der größte Schlepper im Ort war. Ein heute fast 80-jähriger Landwirt sagt mir vor kurzer Zeit noch, "das war der erste Traktor, mit dem man richtig pflügen konnte!". Meiner Meinung nach ist der 135er (und natürlich der 35er) der Schlepper, dem MF seinen Erfolg in den Anfangsjahren zu verdanken hat. JEDER Hersteller, egal welcher Farbe oder Herkunft, hat gute und weniger Gute im Programm, bei MF waren es leider zu viele von der zweitgenannten. Ich kenne keinen Landwirt,der nach einem 130er oder Modellen mit Multipower, nochmals einen MF auf den Hof bekommen hat. Wie gesagt, ich kenne keinen, mag sein, das es anderswo halt anders ist. Die Optik der Schlepper möchte ich hier nicht bewerten, meiner Meinung nach sind halt der 35er und 135er die schönsten,die Proportionen stimmen hier einfach.

Einen 274er mit Allrad hatten wir auch schon, der war eigentlich gar nicht so schlecht, zuverlässig, stark und unkompliziert.Schwachstellen wie die total unterdimensionierte Kupplung und die verschleissfreudigen Bremsen musste man halt in Kauf nehmen. Die roten Landinis waren recht häufig bei uns in der Gegend. Letztendlich kam dann ein 3065, technisch zu der Zeit "up to date", ich hab den heute noch. Er ist ein TOP- Ackerschlepper, macht echt Spaß, mit dem einen ganzen Tag lang zu pflügen oder zu grubbern. Der Motor ist echt klasse, entgegen weitläufiger Meinung auch vom Dieselverbrauch. Ich hab mal gemessen. Beim Pflügen mit dem 3-Schar Landsberg brauche ich 3,3Liter pro Morgen. Das ist echt ein Top-Wert. Als Grund denke ich, daß man den Schlepper wirklich bei Volllast  im mittleren Drehzahlbereich fahren kann, ein Indiz für ein gut dimensioniertes Kühlsystem. Im Vergleich: ein 308er Fendt im Ort brauch 6l pro Morgen, von den Luftpumpen (Deutz etc.) ganz zu schweigen, die kommen bei geringer Drehzahl mit dem Kühlen nicht nach. Als Transportschlepper ist er definitiv nicht sonderlich geeignet. Hierfür ist haupsächlich das verbaute 16-Gang Getriebe verantwortlich, die Abstufung ist für Transportbetrieb nicht zu gebrauchen. Kaputt war es auch schon, obwohl ich dachte, das passiert nur bei den 32-Gang... Na ja, schlecht ist er nicht, aber richtig gut...eher so Durchschnitt. Ob ich mir nochmal einen MF kaufen würde, keine Ahnung. Zumahl die Nachfolgebaureihe, die 6000er, anfangs extrem problembehaftet waren. Ich entscheide das, egal ob Traktor, Auto, Motorrad oder sonstige Maschinen, immer recht objektiv und bin echt nicht markengebunden. Deshalb verweigere ich mich in der Regel auch den Stammtischgesprächen, meist nach dem Motto: Meiner ist besser, stärker, bla, bla, bla. Manchmal denke ich, die stehen auf der Lohnliste des betreffenden Herstellers.

Ein wirklich gutes Argument für MF ist einfach der Preis, vom Gebrauchtkauf bis zu Ersatzteilen, fast unschlagbar. Als Unternehmer muß man es aber anders sehen. Ob eine Maschine günstig oder teuer ist, sieht man letztendlich nach dem Verkauf als Gebrauchtmaschine. Wenn ich sehe, welche Preise für 300er Fendt bezahlt werden, da komm ich echt nicht mit
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.

Nochmal zu den alten Schätzchen. Da ich ja nicht nur mit diesen arbeite, sondern sie auch restauriere und damit spazieren fahre, habe ich schon manche Stunde in der Werkstatt verbracht. Manchmal hab ich mich schon gefragt, was sich der oder die Konstrukteure dabei gedacht haben
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, da gibt es wirklich schrauberfreundlichere Fabrikate. Als Oldtimer finde ich das aber zweitrangig, da darf man halt nicht immer rationell denken, da kommen ja auch schon mal Emotionen ins Spiel. Ach ja, fast vergessen, der Konzern an sich und speziell die Händler, sind im Oldtimerbereich im Vergleich zu anderen Herstellern sehr zurückhaltend, es liegt ihnen einfach nichts daran, dieses Kulturgut zu erhalten, die verkaufen lieber neue.

Letztendlich hat MF viel dazu getan, seinen Ruf zu versauen, obwohl immer wieder gute Maschinen dabei waren, aber es ist wie überall: Die Konkurrenz schläft nicht.

Gruß Tom
 
Ich hatte letzte Nacht einen längeren Beitrag zu dem Wieso und Warum der desaströsen Vertriebspolitik  von MF

seit AGCO- Übernahme eingestellt, diesen dann heute aber wieder vorsorglich gelöscht, da ich mit der Nennung von

"Klarnamen" und vielleicht urheberrechtlich geschützten Bildern darin möglicherweise rechtlich relevante Grenzen

überschritten hatte.

Während meiner beruflichen Laufbahn gab es bei den entsprechenden Vertriebsschulungen  ein Motto:

"Ein satter Verkäufer ist ein schlechter Verkäufer"! Bitte schaut euch die Bilder in Alex’s Faden von seiner

"Sauftour" anläßlich der Agritechnika mit dem MF-Messeteam an. Also wenn der ........, derzeitiger Vertriebschef

von MF nicht satt ist, dann weiß ich es nicht. Gibt noch einen anderen Spruch aus dem realen Leben:

"Guter Hahn wird selten fett"!

Aber, die Frage sei gestattet. Was erwartet ihr denn von euren, wenn noch wirtschaftlich genutzten Maschinen?

Fährt einer von euch noch ein 40- 50 Jahre altes Auto, oder weit jenseits der 300Tsd Kilometer? Betreibt einer von euch noch eine 50 Jahre alte Heizungsanlage?

Hat einer von euch noch einen 50 Jahre alten Fernseher, oder Toaster in Betrieb? Warum nicht?

Aber der Trecker muß das abkönnen? Die ursprüngliche "Zugmaschine" in der LW war ein Gaul! Wie lang hat der "gehalten", bevor die Simmeringe undicht wurden oder

das "Getriebe" schlapp gemacht haben?

Und ein 35/65/135/165er entspricht wunderlicherweise nicht mehr den heutigen Anforderungen in der Landwirtschaft? Wieso dat denn?

@Tom

Der 274A, die totgedrosselste Version des Perkins 4.236, die heute noch jeden Russtest einer Heizung bestehen würde,  war stark?

Bei diesem "Schwächling" war die Kupplung ein Problem? Nee, oder?

Gruß +Matthes+

P.S. Deinen letzten Satz kann ich voll unterschreiben:

Letztendlich hat MF viel dazu getan, seinen Ruf zu versauen,
 
@+Matthes+ (und alle): selbstverständlich erwartet niemand von einem 50 Jahre alten Trecker, egal welcher Marke, noch Wunderdinge. Das Teil hat es in Sachen Komfort, Ergonomie, Leistung etc. einfach hinter sich. Es arbeitet ja auch niemand mehr ernsthaft mit solchen Oldtimern. Ich rechne etwa das Betreiben eines Holzspalters oder das gelegentliche Strohpressen nicht als wirkliche Arbeit. Für die normale Arbeit in einem erwerbs- und zukunftsorientierten landwirtschaftlichen Betrieb hat man moderne Trecker. Mit Allrad. Mit gefederter Kabine. Mit 150 PS aufwärts. Mit einer leistungsfähigen Hydraulikpumpe. In meiner Ecke auch mit satellitengesteuertem Lenksystem. Und und und. Das ist nun einmal so, und darum kann man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Was man vergleichen kann, sind Trecker derselben Leistungsklasse und aus derselben Zeit. Die alten Böcke tropfen alle irgendwo und haben ihre Macken. Soviel zu den Gemeinsamkeiten. Ich habe im Laufe meines Lebens schon viele Marken von Oldtimertreckern besessen und noch mehr gefahren. Am Ende habe ich mich von fast all dem Kram getrennt und bin bei den um 1960 gebauten Engländern der 50 PS-Klasse geblieben. Für mich bei weitem die attraktivsten und modernsten Maschinen ihrer Zeit. Da kam und kommt kein Deutz D50, kein Hanomag Brillant 600 und kein Fendt Favorit 3 gegen an, (außer, daß man bei denen nicht vergessen hat, Fußgas einzubauen...) Ich habe Nuffields, ich habe Fordsons und ich habe MFs. Die MF65 sind sicherlich nicht die spektakulärsten Trecker, aber sie sind wahnsinnig zuverlässig. Der B.M.C. Motor des Nuffield Universal 4 ist deutlich kultivierter als der Perkins. Die Vorderachse des Fordson Supermajor mag intelligenter konstruiert sein als die des MF65. Aber, ich habe es weiter oben bereits erwähnt, der MF65 ist der "rundeste" von meinen Engländern. Klar ist es beispielsweise eine Lachnummer, daß der Tank runter muß wenn man bloß das Ventilspiel kontrollieren will! Aber das macht man ja nun nicht jeden Tag. Selbstverständlich ist eine Endgeschwindigkeit von 22 km/h ein Witz. Aber braucht man wirklich 30 km/h wenn man nur ab und zu mal zu Veranstaltungen fährt? Der Nuffield hat wirklich beschissene Bremsen. Der Fordson springt lausig an. Das ist viel gravierender! Jeder Trecker hat Vor- und Nachteile. MF ist halt meine Kindheit. Und wenn man nicht bei MF Anfang/Mitte der 70er die Zeit komplett verschlafen hätte, dann hätten sie in Deutschland heute ganz sicher ein größeres Stück vom Kuchen (und ich würde jetzt nicht John Deere fahren). Hier in meiner Ecke waren sie in den 60ern bis Anfang der 70er gefühlt Marktführer. Ein Jammer!

EDIT wegen Rechtschreibfehler....
 
Du sprichst mir aus der Seele,mein Lieber.

Und genau  deswegegen ecke ich hier auch immer wieder an.

Die Regelhydraulik des MF war richtungsweisend.Der MP (Lastschaltstufe) war richtungsweisend, genau wie die IPTO.

Wo gab es vorher eine Doppelkupplung, um den ZW /Hydr. Pumpenabtrieb zu gewährleisten?

Aber 40 Jahre später ist man natürlich immer schlauer und die Superschlauen sind überall, auch hier im Forum.

Da gibt et mittlerweile "stufenlos"!

Richtig ist, daß MF sich viel zu lange auf seinen "Lorbeeren" ausgeruht hat. Das hätte man aber noch "drehen" können.

Aber als dann auch noch "Fendt" zu AGCO kam, war es rum. Keinerlei Struktur (für MF) mehr im Vertrieb,

MF wurde unter "ferner liefen" bei der Baywa/Raiffeisen Händlerschaft als "Billigvariante" untergegliedert, die alten "herzblut" MF- Händler

zu B und C Händlern degradiert. Viele haben das Handtuch geworfen, sind zum Wettbewerb gewechselt.

Dafür gib es halt jetzt, trotz massiv schwindender Zulassungszahlen, sich selbst feiernde (Werbungskosten finanzierte)

"Vertriebschefs" bei Messeveranstaltungen.

Wäre ich noch im Beruf, den würde ich sonstwo hintreten, Gewichtsabnahme garantiert.

Ja, ein Jammer.

Gruß +Matthes+
 
+Matthes+:

Aber als dann auch noch "Fendt" zu AGCO kam, war es rum. Keinerlei Struktur (für MF) mehr im Vertrieb,

MF wurde unter "ferner liefen" bei der Baywa/Raiffeisen Händlerschaft als "Billigvariante" untergegliedert, die alten "herzblut" MF- Händler

zu B und C Händlern degradiert. Gruß +Matthes+

Hier gibt es so eine Raiffeisenbude, die Fendt und MF vertreibt. Dort habe ich nach langem Betteln vor einem oder zwei Jahren mal einen MF ausprobieren dürfen. Irgendetwas stufenloses mit 240 PS. Dann fragte ich, was denn der Unterschied zum Fendt sei, in jeder Hinsicht. Man antwortete mir, der MF sei insgesamt der bessere Schlepper. Der SISU sei der bessere Motor. Das Getriebe sei viel einfacher zu bedienen. Der Preisunterschied läge bei etwa 30 T €. Und warum kaufen dann alle Fendt, wollte ich wissen. Jaaa, die Bauern wollen das halt so. Prestige. Blablabla. Ich habe nichts dazu gesagt. Geglaubt habe ich denen kein Wort. Ich hatte ganz deutlich das Gefühl, daß sie Fendt lieber verkaufen als MF. Mir gegenüber haben sie den Fendt nicht gelobt, weil ich denen mal gesagt habe, daß ein Fendt hier nie auf den Hof kommen wird. Aber ich weiß genau, was sie anderen erzählen....
 
Hallo und ein frohes neues Jahr erstmal von mir 
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Ich finde die hier genannte Fragestellungen sehr interessant weshalb ich auch meinen Senf dazu geben möchte :) 

Bei mir gestalten sich das warum relativ einfach... Als ich geboren wurde hatten unsere zwei MF schon mehrere Jahre des Betriebs auf unserem Hof abgeleistet! Insgesamt haben wir mit dem 133 super und einem 283 wohl Verhältnismäßig,  sehr zuverlässige Modelle neu erworben,  weshalb bei jeweils über 9000 Stunden kein klagen angebracht wäre. Die Behandlung der Schlepper war immer gut und die Arbeiten im Rahmen ihrer Konstruktion. Beim kleinen eher Pflege arbeiten und leichtes, wie schwaden Frischgras einfahren mit dem Ladewagen oder Spritzen. Der 283 hingegen hat den Großteil seiner Betriebsstunden auf dem Acker verbracht und wurde nicht geschont. Sei es vorkreiseln mit einer drei Meter Kreiselegge oder das bestellen des Maislandes mit 3,90 m und jeweils zwei Feldern in Reihe. Durch seine Flexibilität dank der Fronthydraulik und die Front Zapfwelle hat er auch gemäht und zeitweise,  eigentlich beinahe alle schweren arbeiten auf dem Hof,  vom Pflügen mit drei Körpern bis zum Mais Häcksln der gesamten Ernte (in der 50/50 Mast /Milch Haltung etwa 6-7 ha) mit dem Einreiher erledigt. Meine Erfahrungen belaufen sich zum Beispiel auf knapp 200 ha jährlich Mais sähen im Lohn (6 reihen Becker pneumatik) als zweites Gespann. 

Als Resümee kann ich sagen das aus den Berichten meines Vaters und den eigenen Erfahrungen,  die beiden Schlepper bei annähernd keinen größeren defekten Jahrzehnte lang immer ihren Dienst getan haben! Konstruktiv gibt es natürlich hier und da kleine Schwachstellen beim 133 (Tank, Hydraulik System oder das kratzige getriebe) diese fallen jedoch nicht stark ins Gewicht da wir hier über 38 PS Baujahr 1976 sprechen und der Schlepper auch aus heutiger Sicht auf einem modernen Hof eher moderat viel Arbeit leisten muss :-D

Der 283 hingegen ist bei uns über jeden Zweifel erhaben und trotz zwei moderner Deutz mit 120 und 140 PS würde mein Vater sofort einen sehr guten gebrauchten 283 mit wenig Stunden kaufen um unseren zu ersetzen da er einfach zuverlässig ist und wirtschaftlich absolut rentabel! 

Es gibt bei uns keinen MF Händler mehr deshalb der Umstieg auf die Grünen aus Lauingen,) 

Gruß Simon 

(Interpunktion ist nicht meine Stärke 
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Also ich bin MF Fahrer weil ich immer schon MF sehr schick fand und auch technisch absolut Top wenn ich bedenke das mein MF 30 Bj. 64 bereits ein reilsynchronisiertes Getriebe hat und unser Deutz noch ein unsynchronisiertes. Bei mir ist zum Glück 40km entfernt auch ein MF Händler klar hier war immer schon Deutz/Fendt/JD Land ich selbst arbeite auch bei nem Fendt Händler. Was ich hier aber zu der Diskusion schlechter Vertrieb sagen kann ihr bezieht euch alle alleine auf Deutschland. Natürlich sind deutsche Marken in Deutschland stärker vertreten, wenn ich aber hier über die Grenze nach Holland schaue sind da wesentlich mehr MF und NH vertreten als Fendt. Wenn man dann auch noch weltweit schaut ist MF die deutlich umsatzstärkste Marke im AGCO Konzern als Fendt. Fendt ist lediglich in Europa sehr stark vertreten.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel
 
Die Vertriebspolitik des Konzerns alleine für die aktuelle Misere der Marke MF verantwortlich zu machen, ist mir zu einfach. Natürlich ist Marketing ein wichtiger Besandteil einer guten Unternehmensführung. Letztendlich muß aber auch das Produkt die Qualitätsversprechen halten. Wie ich schon sagte, das war leider oft nicht der Fall. Bei Gebrauchtmaschinen hat man den Vorteil der Erfahrungen der Vorbesitzer, heutzutage mit Internet kann man sich derart  informieren, daß man nachher gar nicht mehr weiß, was man kaufen soll. Beim Neukauf bzw. neuen Modellen ist das schon etwas anders, da muß man auf das Know-How und den Ruf des Konzerns bauen. Und gerade das bricht MF heute das Genick, zuviel ist in den letzten Jahren schief gelaufen. Und auch gute Maschinen lassen sich nicht verkaufen, wenn das Vertrauen erst mal weg ist.

Nochmal zu den alten Schätzchen...Stand der Technik von damals kann man heute nicht als Schwachstellen bezeichen, im Vergleich zu anderen Fabrikaten hatte MF da wirklich die Nase vorn. Auch die Perkins-Motoren trugen dazu bei, daß die MF in den Anfangsjahren als robust und zuverlässig galten. Und glücklicherweise wurden die Standart-Motoren nicht mehr lange eingebaut, denn auch da muß man sich einfach fragen, wie man Motoren, die so schlecht anspringen, in ein Arbeitsgerät einbauen kann
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.

Womit ich beim 135er so meine "Probleme" habe, ist das eigentlich ja fortschrittliche Hydrauliksystem. Hubkraft passt, Regelung sehr feinfühlig, das ist vollkommen in Ordnung. Nur das Umschalten zwischen Heckhydraulik und Frontladerbetrieb ohne zusätzliche Pumpe ist schon nervend. Klar, man kommt zurecht, aber wenn dann nach einer Zeit das Heckgewicht über den Boden schleift und man wieder umschalten muss...OK, es ist konstuktionsbedingt, und die Vorteile der genauen Regelung machen das z.B. beim Pflügen vielleicht wieder wet , aber heutzzutage pflüge ich halt nicht mehr mit dem alten Knochen

@Matthes: OK, den 274er als stark zu bezeichnen, schießt wirklich etwas über das Ziel hinaus. Er brachte die Leistung, die er hatte, durch seinen Allradantrieb halt gut auf den Boden. Die Kupplung war echt ein Problem, nicht nur bei unserem. Nach 2500, spätestens 3000 h war die fällig, bei Frontladerbetrieb viel früher
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, und unser Schlepper wurde immer pfleglich behandelt. Er war halt ein rauher Geselle, laut in der "Kabine" wie ein Strahlflugzeug und die Bremsen hatten die üblichen Probleme mit den Automaten. Aber im Großen und Ganzen war das i.O.

Gruß Tom
 
@135:

Hallo Tom!

Hattest du einen MF274 oder schon einen 274S ?? 

Den MF 274S Allrad, den wir viele Jahre hatten, war definitiv das aller Beste Leckerli das MF je hatte!! Alleine wenn ich an den Eicher-mäßigen Fahrerstand von Scharwächter ("EDSCHA") zurück denke +schwärm+ ich liebte diese Maschine. Das schön große Lenkrad, die hängenden Pedale, die MF-mäßige Gestaltung der Frontmaske im Stile der MF200/500. Einer der ganz wenigen Schlepper bei dem man niemals das Zugmaul abnehmen brauchte - egal ob Zapfwelle oder Oberlenker - nichts kollidierte da. Der Allradantrieb wunderbar zuzuschalten... Für mich der wunderbarste MF den es je gab... 

Einziges Manko waren die bescheidenen Reibflächen der Bremsautomaten an den Achstrichtern... :( Wer so was konstruiert - nach dem gehört echt geschaut... .Und bei der Hinterradversion war (zumindest bei meinem später beschafften Hinterrad KEINE unabhängige Feststellbremse verbaut!! Im Dorf läuft aber auch ein 274S der hat den "Knubbel" des Allradantriebes mit der unabhängigen Getriebe-Feststellbremse unten dran! Ob das so original ist??) 

Jedenfalls kann ich berichten, dass unser 274S seine 10000h OHNE jegliche Reparatur bewältigt hat, wenn man von dem Ersatz von Reibbelägen, einem im Wald abgefahrenen Auspuff, ausgeschlagenen Zugmäulern, einer durchgescheuerten Bremsleitung und der einmal gebrochenen großen U-Feder der Oberlenkerregelung, mal absieht! 

Motor, Getriebe, Vorderachse - alles in 23 Jahren nicht ein mal auseinander gewesen! 

Und geschont wurde er wahrlich nicht - alle Anhänger 8to.-Tandem (Kipper, Fass, Ladewagen), 2,5m Kreiselegge von Kuhn, 2,5m Grubber Lemken Achat mit Flachstabwalze, M
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="" teu35="" gif="" />/teu35.gif" http:="" www="" smileygarden="" de="" smilie="" img="" />="" teu35="" gif="" />/teu35.gif" />e Maisblitz, im Winter mit der 6to. Winde täglich im Forst... Der durfte schon arbeiten ;)

Grüße hometown
 
Hallo hometown,

nein, es war kein "S", ich glaub, er war Bj ’78, hab ich Anfang ´90 für recht gutes Geld verkauft. Er war aber auch top in Ordnung, optisch sowie technisch!

10000 h mit deinem 274, das ist schon ´ne Hausnummer. Vielleicht haben sie ja die Schwachstellen bei dem S ausgemerzt, dann ist der Traktor echt gut!

Gruß Tom
 
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