Tragfähigkeit Heckhydraulik MF35

cf_84

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Hallo zusammen,

heute hatte ich mal die Möglichkeit, die Tragkraft der Heckhydraulik beim 35er (ohne Frontgewicht) "auszulitern":

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Ergebnis:

Eigengewicht der Kiste: ca. 195kg (laut Hersteller) - abzüglich ca. 15kg Heckklappe = 180kg

je Platte ca. 31kg. Bei 18 Platten wurde die Vorderachse so leicht, dass man den Schlepper mit etwas kraft vorne anheben konnte (ich schätze noch ca. 20kg auf der Vorderachse)

Macht summa summarum ca. 740kg. Fahrbar ist das nicht mehr, beim Beschleunigen ist Lenken nicht mehr möglich. 650kg sind denke ich noch sicher fahrbar, 700kg vielleicht gerade grenzwertig.

Die Hinterachse ist damit rechnerisch übrigens knapp an der Grenze der zulässigen Last (Leergewicht 1600kg + 740kg am Heck 2340kg. 2400kg sind zulässig...)

Laut Betriebsanleitung beträgt die größte Hubkraft an den Unterlenkeraugen 1134kg. Das zulässige Höchstgewicht für Straßenfahrten 817kg. Die 817kg passen wohl recht gut zur zulässigen Hinterachslast.

Die Hydraulik hat da bei meinem übrigens schon angefangen dicke Backen zu machen. D.h. im Standgas fing er bei ca. 700kg an abzusinken. Mit gut 1200U/min hat er die 18 Platten halten können. Mit mehr Drehzahl hat er sie auch weiter angehoben. Das liegt vermutlich am Verschleiß der Pumpe. Die hat zwar neue Dichtungen und neue Kolbenringe bekommen, aber die Ventile und Ventilkammern sind noch alt. Und die Steuerhülse ist auch nicht mehr neu, das reduziert die Pumpenleistung.

Ich werd mich jetzt mal auf die Suche nach einem Frontgewicht machen. Mir schweben da 20kg Hantelscheiben vor, die mit einem 30er Bolzen + Mutter ins Frontzugmaul eingehangen werden. Das Frontzugmaul vom späten 135er mit passenden Koffergewichten ist mir etwas arg teuer...

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Hallo Christian,

in die Berechnungen muss noch der Lastabstand zur tragenden Hinterachse berücksichtigt werden. Dieses Mass ist noch von entscheidender Bedeutung für die Lastaufnahme und die Gewichtsverhältnisse am Schlepper.

Grüsse von Richard
 
Der Hinweis ist richtig und wichtig, der Lastabstand zur Hinterachse hat natürlich entscheidenden Einfluss auf das Vorderachsgewicht. Da man Lasten dieser Größenordnung an einem solchen Schlepper aber so nah wie möglich an der Achse transportiert, wollte ich das Thema nicht weiter ausrollen.

Die Angaben oben lassen sich ganz gut auf typische Heckcontainer anwenden, und z.B. auch auf Palettengabeln oder Ballenspieße. Bei weiter herausragenden Anbaugeräten sieht die Sache etwas anders aus. Da kann die "Unfahrbarkeit" schon viel früher erreicht sein.

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Es kommt auch deutlich auf die Stellung der Unterlenker an, da die Hubkraft nicht über den gesamten Bereich gleich hoch ist! Für gewöhnlich ist die Hubkraft bei ganz abgesenkten Unterlenkern am geringsten und nimmt bei angehobenen Unterlenkern entsprechend zu!

Bei meinem MF263 ist es z.B. so, dass ich mit dem Heckstapler locker eine Palette Pflastersteine mit 1,5to. vom Kipper runter heben kann, allerdings nur eine halbe Palette vom Boden auf den Kipper rauf bekomme... 
 
Auch das ist korrekt.

Es gibt im System mehrere Hebelarme:

- Hebel zwischen Hubzylinder und Hubwelle: Größte Kraft, wenn der Hebel parallel zum Kolbenboden steht. Das dürfte ungefähr in der Mitte sein

- Hebel zwischen Hubwelle und Hubstreben: Auch hier gilt: größte Kraft, wenn die Systeme senkrecht zueinander stehen. Das dürfte hier relativ weit oben sein.

- und zuletzt natürlich die Unterlenker. Da kann der Hebel durch Montage der Hubstreben je nach UL an verschiedenen Stellen eingestellt werden. Der Einfluss der Höhenstellung dürfte auf den resultierenen Hebel hier einen kleineren Einfluss haben.

Leider habe ich bei zerlegtem Hydraulikdeckel nicht daran gedacht, die Hebelei zu vermessen. Sonst hätte man die Hebelverhältnisse und die resultierenen relativen Hubunterschiede mal ausrechnen können...

Was mich noch interessieren würde: schafft ihr es, das Überdruckventil zum Ansprechen zu bringen? Bringt die Pumpe im Neuzustand bei Standgas schon den Höchstdruck?

Wenn ich das so grob überschlage, dürfte meine Pumpe bei Standgas und ca. 25°C Getriebeöltemperatur noch gut 50% des Höchstdruckes bringen. Bei Vollgas entsprechend mehr, aber nicht so viel, dass der Höchstdruck erreicht wird.

Ursache dafür sind vermutlich die Ventile der Pumpe. Kolbenringe und sämtliche Dichtungen sind ja neu. Den Austausch der Ventile und Ventilkammern hatte ich aber nicht für nötig erachtet. Vielleicht schiebe ich das irgendwann doch mal noch nach - wenns im Winter mal langweilig wird.

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
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