Restauration/Überholung MF 65

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VMO

Gast
Hallo zusammen

Ich habe letztes Jahr schon ein paar Fragen zu meinem MF 65 gestellt, da ich ihn zu dieser Zeit dringend als Schlepper benötigte. Nun habe ich neue.
Zum ersten möchte ich gestehen, dass ich noch überhaupt keine Ahnung von einer Restauration/Instandsetzung habe. (Liegt wohl daran das ich erst 20 bin):-)
Also ich habe mir Überlegt ob ich nicht unseren alten Schlepper mal zerlege, da es bei uns keine rolle spielt ob er jetzt im zerlegten oder unzerlegten Zustand verschrottet wird. (was schade wäre - Gründe später) Erst mal eine Grundlegende Frage. Die Maschine hat jetzt dann noch ein Gutes Jahr TÜV, würdet ihr den jetzt schon zerlegen oder noch warten bis der abgelaufen ist. Groß damit Arbeiten ist jetzt mit dem aber auch nicht gerade. Hab ihn mal im Feldeinsatz bei unserem Nachbarn probieren dürfen, was allerdings nach einem halben Feld (Grubbern nennt man das glaube ich) kläglich gescheitert ist. Mit gesenktem Anbaugerät ist er mit gleicher Motordrehzahl immer langsamer geworden. Gerät hoch - normal weitergefahren. Nun gut wär ja jetzt nicht so schlimm, da der Schlepper alt ist und ansonsten bis auf ein paar notwendigen Überprüfungen noch nicht gewartet worden ist. 2. Problem ist das er Schrecklich Ölt. Nach einem halben Tag Mist-Streuer ziehen war der Motorölvorrat komplett verbraucht. (Gott sei dank hab ich das noch gemerkt) und drittes Problem ist, dass anscheinend der Regler der LIMA defekt ist und der bei uns unter der Batterie sitzt und man nur hinkommt, in dem man Tank und Batterie Platte entfernt.
Leider ist bei uns fast nichts mehr original. (bis auf den Motor denke ich)
Was würdet ihr mir Raten: eine große überholung (Möchte ihn nämlich auch neu lackieren bei der gelegenheit) oder sollte ich ihn Restaurieren.
Der MF 65 ist Baujahr 1962 und der Motor hat so um die 8000 Betriebsstunden Runter. Wahrscheinlich mehr da der Traktormeter nicht mehr geht. Neue Reifen (nur Hinten) hat er schon, wegen des TÜVs im letzten Jahr. Und der Kühler ist von innen komplett neu ausgelötet worden und ein neues Kühlernetz ist eingesetzt worden.
Was auch sicher ist, ist das er vor 10 Jahren kurz vor der Stilllegung eine Komplette Motorüberholung bekommen hat. (Neue Zylinderlaufbuchsen und so)

Oder Ratet ihr mir, mich erst mit einem etwas einfacheren Modell zu versuchen.
Grund warum ich mir solch eine Arbeit ausgesucht habe ist, dass ich eine Ausbildung mache und am Wochenende Ablenkung in Körperlicher und Kniffliger Arbeit suche, die mir Spaß macht.
je nachdem wie eure antworten ausfallen bitte ich euch auch um Anregungen was die einrichtung der Werkstatt betrifft. (Was man haben sollte - Werkzeugtechnisch)
Ich danke euch jetzt schon mal das ihr diesen Mammut Text überhaupt schon mal durchgelesen habt.
VMO
 
Hallo VMO,

als aller erstes möchte ich hinzufügen, dass das Alter keine Rolle spielt, da ich ebenfalls erst 20 Jahre alt bin. Ganz wichtig ist, besorge dir bevor du anfängst einen Reparaturleitfaden und evtl. noch eine Ersatztilliste. Werkzeugtechnisch solltest du zumindest einen Zöllischen Ring-Gabeschlüsselsatz und einen Ratschenkasten besitzen, Drehmomentschlüssel, Einstelllehre für die Ventile. Werkzeuge wie Hammer Schraubendreher usw. zähle ich jetzt nicht auf, da ich denke, dass die selbstverständlich sind.
Vom System her fängst du am besten mit dem Motor an und arbeitest dich nach hinten durch. An jedem Kapitel, in welches du dich in deiner Restauration befindest, solltest du auch den passenden Text im Reparaturleitfaden gelesen haben, so bleiben unnöige Fehler aus. Bei Fragen kannst du dich gerne hier an das Forum wenden. Ein Restaurationsbericht ist hier ebenfalls erwünscht, wenn du uns an deiner Restauration teilhaben möchtest.

gruß Lukas

Aktuelles Projekt: Massey Ferguson FE 35 mit Standard 23C Diesel-Motor (1958)
 
Hallo VMO
Willkommen im Forum
Ich muß sagen,dein Text hat sich sehr schön gelesen.Es ist sehr gut das du dich für euren MF-65 interessierst.Du mußt wissen das der MF-65 mit diesem Motor eine spitzen Maschine war/ist, sehr gesucht ist und er es immer wert ist ihn zu reparieren(den darfst du um Fergusons Willen auf keinen Fall verschrotten).Ich habe auch den MF 65 Bj.62 und schon mit 15 meinen ersten MF 35 gehabt.Das ist ne tolle Sache ,du wirst sicher auch Gefallen daran finden.Hier im Forum wird dir geholfen und du hast garantiert ein rießen Spaß an einem leistungstarken,an deinem MF-65.Da muß garnicht viel kaputt sein und der hohen Ölverlust kann schon von der einfach zu wechselnden Ventildeckeldichtung kommen.Schau mal rechts unten vor dem Motor,da sind so halbrunde Ausbuchtungen im Vorderachsträger.Dahinter ist das Kurbelgehäuseentlüftungsröhrchen.Wenn er da wärend des Laufens kein Druck aufbaut wenn du mal kurz mit dem Finger zuhälst, und auch kein Öl dort herausrotzt ,dann ist das schon mal ein gutes Zeichen.Die Ratschläge und Tips mit Büchern usw vom Traktorschrauber sind schon ratsam.So kannst du dir Anhand der Ersatzteilliste immer die Reihenfolge der zusammenzubauenden Teile ansehen ,wenn du mal was durcheinandergelegt hast.
Bis dahin toi toi toi !!
Gruß MF-Kaefer
 
Danke für eure antworten.
an Traktorschrauber: Danke für die Tipps. Weißt du zufällig wo man einen Kompletten Rep Leitfaden bekommt? Ich bin nur im besitz von wenigen Kapiteln. Habe aber dafür die Komplette ersatzteilliste.
Bis auf die Einstelllehre für die Ventile habe ich alles.
Am mf-kaefer: Ich hab schon mal nach dem Öl Problem gesehn. Tritt nur auf wenn der Motor warm ist. Obs vorne rechts auch austritt weiss ich nicht aber auf allefälle kommt dort etwas raus, wo das Getriebe an den Motor angeflanscht ist. Also genau auf der Höhe des Armaturenbretts. Aber es ist Motoröl und kein Getriebeöl wie ich anfangs immer dachte. Dieses Problem hatten meine Vorbesitzer aber auch schon und die haben das auch (auch in der Werkstatt nicht) nicht dicht bekommen. (Aber vielleicht find ich ja mit eurer hilfe was.

Noch eine kurze andere Frage. Wisst ihr wo man Schutzgas Schweißen Lernen kann?
Ich wohne im Raum Neu-Ulm (Bayern). Der Traktor steht aber auf der Ulmer Seite (Baden Würtemberg). Ich selbst bin aber nur am Wochenende dort.

Vielen dank schon mal euch beiden.
 
Hallo VMO
Wenn das Motoröl an der Bohrung unten an der Flanschplatte zwischen Motor und Kupplungsglocke rauskommt ,dann wird es höchstwahrscheinlich an den Dichtschnüren der Kurbelwelle liegen oder auch an den Korkstreifen zwischen Ölwanne und Motorblock.Dazu muß der Schlepper auseinandergefahren werden.Aber vorher würde ich doch erstmal sehen warum er nicht so zieht(Einspritzdüsen,Kompressionsdruck) .Denn es kann auch unter Umständen ganz schön in die Kosten gehen,falls doch was größeres am Motor ist.
Um das Schweißen zu lernen gibt es z.B. solche Berufs-Bildungszentren.Oder du schaust mal irgenteinem in deiner Nähe über die Schultern.Ich muß auch immer alle 2 Jahre zur Schweißerprüfung.
Gruß MF-Kaefer
 
Danke

Wegen dem Ziehen glaube ich nicht das dass am Motor liegt, denn der ist ja damals überhaupt nicht von den Touren runtergegangen. Ich hab eher den Verdacht das es irgendetwas mit dem Getirebe oder noch eher der Kupplung ist. Vielleicht ist die Kupplung nicht ganz ok und ist deshalb zu warm geworden und durchgerutscht. Ohne große Zuglast wird die ja dann auch nicht mehr groß belastet und deshalb ist er wohl weitergefahren ohne weitere Probleme.
Zu dem Öl: Danke für den Hinweis, werd demnächst mal nachsehen.

Bildungszentren? Sind die von einer öffentlichen einrichtung? z.B. Handwerkskammer.

MfG VMO
 
Hallo VMO,

Hast Du schon mal die Spritfilter gewechselt?
Wenn sich da Unterdruck aufbaut, dann zieht der auch nichts mehr.
Die Günstigste Variante ist wohl erstmal die Alle Filter anzuschauen und ggf. auszutauschen. Dann weitersuchen (fallsw nötig).
Gruß,
MHF
 
Hallo

Nein das habe ich noch nicht gemacht aber müsste bei deinem Problem nicht auch dann der Motor zicken? Der ist da aber immer noch schön rund gelaufen bei vollgas. Er ist nur immer langsamer geworden (Antriebstechnisch)
Aber danke für den Tipp
 
Hallo VMO
Ich habe da wohl anfangs die Sache mit dem Grubber etwas mißverstanden.Natürlich ist es naheliegend,wenn die Motordrehzahl konstant bleibt und der Zug nachläßt,daß da die Kupplung rutscht.
Hast du am Kupplungpedal noch einen gewissen Leerweg/Spiel oder hat es schon gleich Widerstand.Das Pedalspiel soll zwischen der Kupplungsglocke und dem oberen Hebelende 3mm betragen-ein Zollstockglied sollte dazwischen passen.Das ist für die Fahrkupplung.Wenn sie dennoch rutscht,mußt du den Schlepper sowieso auseinanderfahren um nachzuschauen,auch wegen der Kurbelwellendichtschnüre.Die Zapfwellenkupplung wird unten durch die Öffnung der Kupplungsglocke kontrolliert bzw. eingestellt.
Gruß MF-Kaefer
 
Morgen

Ich glaube ich muss mich meinerseits entschuldigen. Da ich kein Farmer bin ;-)
Dieses Gerät wurde nicht über die Zapfwelle angetrieben sondern man zieht das teil so schnell wie möglich über ein Feld um die oberfläche aufzureisen. (Dachte das nennt man Grubbern - sorry)

Diese Arbeit war reiner Zug betrieb.
Aber mit der Kupplung könnte schon was dran sein. Ich kanns jetzt nicht genau sagen, aber das spiel ist da bestimmt um einiges mehr als die 3mm. :-)
 
Hallo VMo,

also Grubbern ist schon okay. das passt.

Was MF Käfer meinte ist, dass jede Last die am Schlepper hängt von dem Motor über die Kupplung auf die Achse oder Zapfwelle übertragen wird.
Wenn die Kupplung rutscht zieht der Trecker auch nichts mehr.

Prüf die doch erstmal.

Kannst du mit dem Trecker im 2. oder 3. Gang mit anhängegerät bergauf anfahren bzw. würgst du den dann ab?
Wenn stattdessen der Motor dreht und sich nichts bewegt stimmt defenitiv was mit der Kupplung nicht.

Gruß,
MHF
 
Das heißt also was ich dranhänge ist egal. Hab nämlich selbst keine Geräte nur noch einen Wagen, Kartoffelroder und eine Heuspinne. 2.3. Gang anfahren? Welchen davon meinst du? Mit Gruppenschalthebel auf high oder low.

Und wenn er sich abwürgt ist die Kupplung ok und wenn nicht er aber auch nicht losfährt ist was an der Kupplung. Hab ich das richtig verstanden?
 
Hallo,

ja, richtig verstanden. Zum Test am Besten im dritten Gang und mit Gruppe High. Je mehr Gewicht oder Widerstand hinten "zieht" desto besser merkt man den Effekt. Wenn der Motor tatsächlich abgewürgt wird, dann rutscht die Kupplung nicht durch, nur der Motor hat die Kraft im hohen Gang nicht, um die Last/ den Widerstand zu überwinden. (hoher Gang und bergauf zeigen den deutlichsten Effekt). Dreht der Motor jedoch normal weiter und es ist kein Antrieb zu bemerken, dann rutscht sie durch, weil die Last für die Kupplung zu hoch ist. (Weil die Kraft durch die rutschende Kupplung nicht auf das Getriebe übertragen wird beeinflusst es den Motor damit auch nicht, das Getriebe tut halt nichts, weil nichts oder nur sehr sehr wenig ankommt ankommt.)

Grüße

Alex
 
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