Am 05.05.2000 nachmittags habe ich meinen 35er abgeholt. Er sollte zum Abreißen einer alten Möbelfabrik dienen, die mein Bruder einige Monate zuvor gekauft hatte. Einen Trecker wollte ich sowieso schon immer mal haben, jetzt hatte ich auch noch einen Grund dazu.
Wie man sehen kann war das gute Stück keine Augenweide. Der Frontlader ist um ca. 70cm verlängert worden, der Vorbesitzer hat "Heu" geladen. Es war nicht die beste Idee damit Abbruch aufzuladen, mit der Hand war man fast schneller..., Also Frontlader auf Originallänge gekürzt. Ging jetzt super!
Elektrik war auch nicht mehr so richtig vorhanden, außer Anlassen war hier nicht viel zu holen. Was kann man sonst noch sagen, Blechteile waren ziemlich verbogen oder durchgerostet und sämtliche Dichtungen hielten das Öl auch nicht mehr zurück. Irgendwie funktionierte er und erfüllte seinen Zweck, mehr war aber nicht drin!
Nachdem ich das gute Stück ordentlich abgedampft und die großen Brocken demontiert hatte sah die Welt für mich nicht besser aus! Alles was ich sah und anfasste war entweder kaputt, undicht oder verbogen.
undichter Simmering und gebrochene Bremsbacke, hier bremst nichts!!!
Als ich die Achstricher abdichten wollte fand ich in dem bestialisch stinkendem Schlick (ich dachte ich muß reiern...) einige kleine Blechteile. Nach tagelangem Suchen und einem super Tip von Pitypoint (vielen Dank nochmal) fand ich dann auch die Herkunft.
Im Differenzial waren 2 von 4 Ausgleichsscheiben nicht mehr vorhanden. Also zum LaMa-Händler hin und angefragt. Der in seinem PC geschaut, Liste durchblätter und sagt:"4 Stück hab ich liegen! Du bist der Erste der jemals nach diesen Teilen gefragt hat. die haben wir seit der Anfangszeit liegen!"
Am Abend war das Diff wieder zusammen und konnte eingebaut werden.
Der Blick in die Kupplungglocke nach dem Motorabbauen. Ein 3/4 Eimer voll mit Stroh, Heuresten, Holz gemischt mit Öl habe ich da raus geholt, sogar einen kleinen Feldstein habe ich gefunden. Keine Ahnung was der Vorbesitzer mit dem 35er gemacht hat?!
Kupplungsglocke gereinigt und...
Getriebeeingangswelle neue abgedichtet. Buchsen für die Kupplungs und Bremswelle sind selbstverständlich mit erneuert worden.
Das Gasgestänge war so ausgeschlagen, es hatte etwa 1/8 Umdrehung spiel. Abnutzungen am Gestänge aufgeschweißt und sauber abgefeilt, Buchsen für ausgeschlagene Umlenkhebel gedreht und eingepresst. 12 Arbeitssunden später war das Gestänge spielfrei.
Mit der Flex/Bohrmaschine und zig verschiedenen Aufsätzen habe ich den Lack und Rost entfernt. Für die Schwierigen Stellen hatten ich einen Dreml und diverse andere Hilfsmittel. Nach 2 einhalb Monaten, ärgern und Fluchen war ich dann soweit.
...mit dem Ergebnis war ich zufrieden....
Hier noch mal eine Detailaufnahme vorher....
... und nachher
vorher...
... nachher
Hier ein paar Bilder von dem Tag als er das erste Mal nach der Restauration lief, das war im September 2009. Den Tag werde ich nie vergessen, denn ich hatte fast 10 Jahre darauf gewartet.
Und nun mit Haube, vielen Dank Pfeilo. Damit bin ich zum TüV Nord zur Vollabnahme und nun ist er angemeldet.
Folgende Teile wurden bei der Restauration erneuert: Radlager, Simmeringe, Achstrichter, Zapfwelle, Bremsanlage, alle Buchsen und Lager der Vorderachse sowie einseitig Radnabe und Achsschenkel. Alle Filter, Dichtungen, Simmeringe von Motor und Getriebe. Einspritzpumpe überholt, Dieselpumpe neu, Kupplung neu. Anlasser komplett überholt, sowie gesamte Elektrik neu verkabelt. Neue Wasserpumpe und Schläuche, Thermostat, Lenkrad, Sitz und was weiß ich nich noch alles.
Das einzige was ich "nicht" gemacht habe war der Motor, denn das wurde vom Vorbesitzer erledigt, muß wohl das Einzige gewesen sein was er dem Schlepper Gutes hat zukommen lassen.
Dank der Wirtschaftskriese und 50% Kurzarbeit konnte ich mich letztes Jahr ausgiebig um meinen 35er kümmern, wärend meine Frau bei der Arbeit war. Irgendwie muß das Geld ja rankommen oder?
Ne jetz ma Butta bei die Fische..., Meine Frau stand mir immer zur Seite und hat mich unterstützt, das hat mich sehr gefreut!!
Vielen Dank auch an die Forumsmitglieder MF-Käfer, Pitypoint, Hinnerk, Pfeilo, MF Traktorschrauber, Rote-Goettin-Fahrer und allen Anderen die mir bei meinen Fragen und Nöten Hilfreich zur Seite standen.
Ein Hoch auf unsere Schlepper, sonst hätten wir zu viel Zeit und wüßten nichts damit anzufangen.
Gruß Andi
Wie man sehen kann war das gute Stück keine Augenweide. Der Frontlader ist um ca. 70cm verlängert worden, der Vorbesitzer hat "Heu" geladen. Es war nicht die beste Idee damit Abbruch aufzuladen, mit der Hand war man fast schneller..., Also Frontlader auf Originallänge gekürzt. Ging jetzt super!
Elektrik war auch nicht mehr so richtig vorhanden, außer Anlassen war hier nicht viel zu holen. Was kann man sonst noch sagen, Blechteile waren ziemlich verbogen oder durchgerostet und sämtliche Dichtungen hielten das Öl auch nicht mehr zurück. Irgendwie funktionierte er und erfüllte seinen Zweck, mehr war aber nicht drin!
Nachdem ich das gute Stück ordentlich abgedampft und die großen Brocken demontiert hatte sah die Welt für mich nicht besser aus! Alles was ich sah und anfasste war entweder kaputt, undicht oder verbogen.
undichter Simmering und gebrochene Bremsbacke, hier bremst nichts!!!
Als ich die Achstricher abdichten wollte fand ich in dem bestialisch stinkendem Schlick (ich dachte ich muß reiern...) einige kleine Blechteile. Nach tagelangem Suchen und einem super Tip von Pitypoint (vielen Dank nochmal) fand ich dann auch die Herkunft.
Im Differenzial waren 2 von 4 Ausgleichsscheiben nicht mehr vorhanden. Also zum LaMa-Händler hin und angefragt. Der in seinem PC geschaut, Liste durchblätter und sagt:"4 Stück hab ich liegen! Du bist der Erste der jemals nach diesen Teilen gefragt hat. die haben wir seit der Anfangszeit liegen!"
Am Abend war das Diff wieder zusammen und konnte eingebaut werden.
Der Blick in die Kupplungglocke nach dem Motorabbauen. Ein 3/4 Eimer voll mit Stroh, Heuresten, Holz gemischt mit Öl habe ich da raus geholt, sogar einen kleinen Feldstein habe ich gefunden. Keine Ahnung was der Vorbesitzer mit dem 35er gemacht hat?!
Kupplungsglocke gereinigt und...
Getriebeeingangswelle neue abgedichtet. Buchsen für die Kupplungs und Bremswelle sind selbstverständlich mit erneuert worden.
Das Gasgestänge war so ausgeschlagen, es hatte etwa 1/8 Umdrehung spiel. Abnutzungen am Gestänge aufgeschweißt und sauber abgefeilt, Buchsen für ausgeschlagene Umlenkhebel gedreht und eingepresst. 12 Arbeitssunden später war das Gestänge spielfrei.
Mit der Flex/Bohrmaschine und zig verschiedenen Aufsätzen habe ich den Lack und Rost entfernt. Für die Schwierigen Stellen hatten ich einen Dreml und diverse andere Hilfsmittel. Nach 2 einhalb Monaten, ärgern und Fluchen war ich dann soweit.
...mit dem Ergebnis war ich zufrieden....
Hier noch mal eine Detailaufnahme vorher....
... und nachher
vorher...
... nachher
Hier ein paar Bilder von dem Tag als er das erste Mal nach der Restauration lief, das war im September 2009. Den Tag werde ich nie vergessen, denn ich hatte fast 10 Jahre darauf gewartet.
Und nun mit Haube, vielen Dank Pfeilo. Damit bin ich zum TüV Nord zur Vollabnahme und nun ist er angemeldet.
Folgende Teile wurden bei der Restauration erneuert: Radlager, Simmeringe, Achstrichter, Zapfwelle, Bremsanlage, alle Buchsen und Lager der Vorderachse sowie einseitig Radnabe und Achsschenkel. Alle Filter, Dichtungen, Simmeringe von Motor und Getriebe. Einspritzpumpe überholt, Dieselpumpe neu, Kupplung neu. Anlasser komplett überholt, sowie gesamte Elektrik neu verkabelt. Neue Wasserpumpe und Schläuche, Thermostat, Lenkrad, Sitz und was weiß ich nich noch alles.
Das einzige was ich "nicht" gemacht habe war der Motor, denn das wurde vom Vorbesitzer erledigt, muß wohl das Einzige gewesen sein was er dem Schlepper Gutes hat zukommen lassen.
Dank der Wirtschaftskriese und 50% Kurzarbeit konnte ich mich letztes Jahr ausgiebig um meinen 35er kümmern, wärend meine Frau bei der Arbeit war. Irgendwie muß das Geld ja rankommen oder?
Vielen Dank auch an die Forumsmitglieder MF-Käfer, Pitypoint, Hinnerk, Pfeilo, MF Traktorschrauber, Rote-Goettin-Fahrer und allen Anderen die mir bei meinen Fragen und Nöten Hilfreich zur Seite standen.
Ein Hoch auf unsere Schlepper, sonst hätten wir zu viel Zeit und wüßten nichts damit anzufangen.
Gruß Andi