Problem mit der Lenkung (MF35/IMT533)

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JayCB

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Moin zusammen,

ich habe folgendes Problem mit der Lenkung: Die linke Seite funktioniert nach meinem Eindruck normal; jedoch der rechte Lenkstockhebel bewegt sich im Verhältnis zur linken Seite weniger und optisch sieht es beim Lenken aus, als wenn er langsam hinterher zieht. Bei schneller Fahrt fängt das rechte Vorderrad an zu schlagen. Das Vorderrad sitzt allerdings fest ... kein Lagerspiel. Beim Drehen des Lenkrad hat die Lenkung allerdings etwas Spiel.

Ich habe im Rahmen meiner Restauration das Lenkgetriebe abgebaut und geöffnet. Abgesehen davon, dass das alte Öl inzwischen die Konsistenz von dickem Fett angenommen hat, sieht das Innenleben - mit meinen Laienaugen betrachtet - gut aus. Die Zähne der beiden Segmente sind - soweit es sich ohne weiteren Ausbau - beurteilen lässt, okay. Beim Drehen der Spindel bewegen sich beide Segmente gleichmäßig. Mir ist aufgefallen, dass sich der Spindelfuss bei Lenkbewegungen im Getriebgehäuse nach vorn und nach hinten bewegt: linker und rechter Einschlag nach vorn; Geradeauslauf nach hinten.

Ich vermute, dass das so gehört, oder?

Ich habe mir den Reparatrurleitfaden MF35 zugelegt ... sehr hilfreiches Buch. Allerdings wird die Lenkung lediglich auf 2 Seiten abgehandelt. Als Einstellungsarbeiten wird nur das "Nachstellen der Lenkung" und "Lenkspiel im Kugellager der Lenkspindel" beschrieben. Möglicherweise reicht das normalerweise auch aus!?

Ich kann mir das träge Lenken auf der rechten Seite nicht erklären, da die Ritzel der Segmente beim Lenken im geöffneten Lenkgetriebe sauber ineinander greifen und eine gleichmäßige Bewegung beider Segmente produzieren ...

Hat jemand von euch eine Idee, einen Tipp, woran das Lenkproblem liegen kann?

Hat das Schlagen des rechten Vorderrad bei hoher Geschwindigkeit ggfs. eine andere Ursache?

Gruß Chris
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Traktor: MF35-Lizenznachbau IMT533 (1965)
 
Wichtigste Frage zuerst: ist die Spur sauber eingestellt?

Das "dicke Fett" wird schon immer Fett gewesen sein, denn in das Lenkgetriebe gehört ein Fließfett.

Die beiden Lenkhebel können sich m.E. nicht unabhängig voneinander bewegen, denn sie sind miteinander verzahnt. Das Spiel zwischen den Zähnen lässt sich nicht einstellen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das massiv ausgeschlagen sein soll. 

Dass sich die Lenkstange etwas nach vorne bewegt ist normal und systembedingt.

Wie verhält sich der Schlepper denn in kurven?

Hier noch ein paar Bilder zum Innenleben des Lenkgetriebes: (nach unten scrollen, auseinanderbau und Zusammenbau sind gezeigt):

441029.forumromanum.com/member/forum/entry_ubb.user_441029.1203004137.1131475982.1131475982.3.mf_geerbt_restaurationsthread_mit_bildern-deutsche_ferguson_und.html

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Servus Christian,

du musst anhand der Verstellemöglichkeiten der Lenkstangen (wie weit die Spurköpfe in die Lenkstangen eingedreht werden) eine gewisse Vorspur einstellen, das heißt an der Vorderseite der Räder musst du weniger Abstand haben als hinten.

Gruß

Rainer
 
Moin Christian und Rainer,

danke für eure Hinweise.

Die Spur habe ich vor der Zerlegung des Traktors nicht geprüft. Vielleicht hat auch die Lenkung in der Vorderachse ein Problem, so dass es so aussieht, als wenn die Lenkhebel sich unterschiedlich bewegen ... Das werde ich prüfen, wenn die Vorderräder demontiert werden.

Am Wochenende habe ich das Lenkgetriebe vollständig auseinandergebaut. Bis auf die Wellendichtringe (die müssen getauscht werden) machen alle anderen Komponenten einen guten Eindruck. Die Lenkmutter "läuft" auf der Spindel wie Butter. Die Lenkwellen mit den Ritzeln sehen unbeschädigt aus. Das Kugellager der Lenkspindel ist auch ohne sichtbaren Verschleiß ...

Ich habe alle Komponenten gründlich gesäubert und warte auf die Lieferung von Dichtungen, Wellendichtringen, etc., um alles wieder zusammensetzen zu können ...

Fließfett: Gibt es für das Fließfett des Lenkgetriebe eine Spezifikation? Ich habe - abgesehen von der Füllmenge 0,95 Liter - nichts gefunden.

Christian, welches Fließfett hast du eingefüllt? Oder ist es egal ... Fließfett für Getriebe gibt es ja reichlich im Netz.

Welche Erfahrung hast du mit dem Einstellen des Lenkspiel gesammelt? Lässt sich das im auseinanderbebautem Zustand prüfen? Wohl eher schwierig ... Leider habe ich vor dem Auseinanderbauen des Traktors nicht darauf geachtet ...

Gruß Chris
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Traktor: MF35-Lizenznachbau IMT533 (1965)
 
"du musst anhand der Verstellemöglichkeiten der Lenkstangen (wie weit die Spurköpfe in die Lenkstangen eingedreht werden) eine gewisse Vorspur einstellen, das heißt an der Vorderseite der Räder musst du weniger Abstand haben als hinten."

Laut Reparaturleitfaden beträgt die Vorderrad-Vorspur 3,0 mm ...
Gruß Chris
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Traktor: MF35-Lizenznachbau IMT533 (1965)
 
Ich habe eine Literpackung Fließfett beim  LaMa geholt, ohne irgendwelche besonderen Spezifikationen.

Einstellen des Spiels geht beim Zusammenbau des Getriebes. Das kannst du in Echtzeit an der Lenkspindel prüfen. Ich meine das ist auch detailliert im RLF beschrieben...

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Hätte ja sein können, dass du eine Spezifikation gefunden hast ... dann werde ich im Netz 1 Liter bestellen. :-)

Das Spiel wäre nach meinem Verständnis die Bewegung der Spindel, ohne dass sich die Wellensegmente bewegen ... nur: wieviel Spiel darf oder muss sogar sein!? Da habe ich leider keine Werte gefunden ... In dem Punkt (Lenkung) ist der RLF leider sehr knapp gefasst.

Gruß Chris
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Traktor: MF35-Lizenznachbau IMT533 (1965)
 
Das mit dem Spiel hast du richtig interpretiert. Es geht da eigentlich nur darum, dass das Kugelumlauflager nicht unter "Druck" steht.

Ganz klassisch, wie das früher so üblich war: 2 Finger breit Spiel am Lenkrad.

Formulierung im englischen Original-RLF: "All end-play must be eliminated while still allowing the main nut to rotate freely"

Ich weiß auch nicht mehr so ganz genau, wie ich das gemacht hatte. Vermutlich spielfrei, und dann wieder die dünnste Distanzscheibe dazu oder so ähnlich. Muss man aber glaub ich auch nicht wirklich ne Raketenwissenschaft draus machen ;-)

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Ich habe die Lenkung komplett zerlegt, das Gehäuse innen und aussen gereinigt, neue Simmeringe für die Wellen eingesetzt und will das Lenkgetriebe wieder zusammensetzen. Dabei haben sich 3 Probleme/Fragen ergeben:

1. Ich habe sowohl die Buchsen als auch die Simmeringe eingefettet. Wenn ich die Lenkwellen mit der Lenkhebelaufnahme durch den Sinnering schiebe, bleibt die Dichtlippe des Simmering teilweise nach aussen gewölbt auf den Zähnen der Welle stehen ... Gibt es eine gute Methode oder einen Trick, um die Dichtlippe besser über den Zahnbereich der Lenkhebelaufnahme zu führen?

2. Wie fest muss ich die Schraube und Konterschraube für das obere Lager unter dem Lenkrad ziehen? Ich habe kürzlich die Bremsbeläge meines PKW-Anhänger erneutert. Beim Befestigen der Bremstrommel wird die SBefestigungsschraube fest angezogen und anschließend so weit gelöst, dass sich die Trommel leicht drehen lässt .. Ist die Vorgehensweise beim Lenklager ähnlich  bzw. was muss ich dabei berücksichtigen?

3. Mein Traktor hatte beim Zerlegen der Lenkung keinen Filzring im Bereich des Lenkrads. Mir ist nicht wirklich klar und aus den verfügbaren Unterlagen nicht erkennbar, wo im Lenkradbereich der Filzring montiert wird. Ich vermute zwischen Chromkappe und Lenkrad ... ist das richtig?

Gruß Chris
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Traktor: MF35-Lizenznachbau IMT533 (1965)
 
Filzring verhindert einen Fett-Austritt. Weiß gerade auswendig nicht mehr ob er über oder unter die Kappe kommt. Ich glaube r kommt drüber...

Oberes Lager wird spielfrei und leichtgängig eingestellt. Nicht fest ziehen, sonst hast du Abdrücke von den Kugeln im Konus...

Lenkwellen mit Isolierband abkleben. Dann geht es ohne Beschädigung des Simmerringes.

Schau dir die Fotos dazu in meinem Restaurationsthread an ;-)

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Danke für deine Infos!

Oberes Lager: Logisch, hätte ich auch darauf kommen können, dass ich dieses Lager mit den losen Kugeln nicht mit einem Radlager mit einer gehärteten Lagerschale vergleichen darf ...

Simmering: Mit dünnem Isolierband ... werde ich probieren. Bin gespannt.

Gruß Chris
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Traktor: MF35-Lizenznachbau IMT533 (1965)
 
@cf_84 > danke für die Fotos. Ich habe es mehr schlecht als recht so hinbekommen. Ich werde schauen, ob die Wellenausgänge trocken bleiben ... :(

Gruß Chris
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Traktor: MF35-Lizenznachbau IMT533 (1965)
 
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