MF-Lizenznachbau MF35

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JayCB

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Moin zusammen,

ich bin relativ neu in der Traktor-Szene und bin auf der Suche nach einem Oldtimer-Traktor wie Z.B. einen MF 35. Nun habe ich gelernt, dass es die MF 35 auch als Lizenz-Nachbau aus dem ehemaligen Jugoslawien gibt.

Wie werden diese Lizenz-Nachbauten im Vergleich zu den originalen MF bewertet hinsichtlich Preise / Wert?

Sind Original und Nachbau technisch identisch oder gibt es bemerkenswerte Unterschiede generell und in der Qualität?

Gruß

Chris
 
Hallo!

Nachdem die "originalen" MF ja recht günstig zu haben sind und zwischenzeitlich auch jede Menge Nachbauersatzteile zu sehr günstigen Konditionen zur Verfügung stehen, würde ich mich auf das Abenteuer "IMT" nicht einlassen. Zumal die Schlepper nicht wirklich baugleich sind, so hat der IMT z.B. eine andere Einspritzpumpe, einen anderen Tank usw. 

Bei einem MF35 würde ich halt immer darauf achten, dass ich einen mit einem Perkins-Dreizylinder-Motor bekomme. Die älteren 35er haben ja noch den recht anfälligen 4-Zylinder und teilw. auch die kaum zu reparierende hydraulische Bremse - das wollte ich mir beides nicht freiwillig an tun.

Aber wie gesagt - meine Meinung.

Grüße hometown 
 
Hallo hometown,

danke für die Infos. Gerade auf solche erfahrenen Meinungen lege ich wert > deshalb frage ich hier im Forum. Ich habe nämlich (noch) keine Ahnung. Allein deine Hinweise sind schon recht hilfreich und ich gehe ´mal davon aus, dass sie grundsätzliche Erkenntnisse und Erfahrungen widerspiegeln, die von anderen, erfahrenen Forum-Teilnehmer auch so gesehen werden.

Sind beim IMT lediglich die Einspritzpumpe / Tank abweichend bzw. hat der IMT auch einen 3-Zylinder Motor?

Zum Thema Preise / Kosten sowie unseren Bedarf:

Wir suchen für unseren Resthof mit 2 alten Rentnerpferden auf ca. 1,5 ha Weide einen leichten Traktor zur Unterstützung der Weidepflege, des Heuballentransports und der Pferdemisthandhabung ... also sehr überschaubare Aufgaben, die allerdings meisten von meiner Frau durchgeführt werden sollen.

Somit benötigen wir einen Traktor mit Frontlader für bis zu 600 kg Hubkraft. In dem Kontext wäre eine hydraulische Bremse sicherlich von Vorteil; ebenso eine Lenkhilfe (!?). Da ich Wert darauf lege, dass wir nicht nur einen technisch funktionierenden "Rosthaufen" auf dem Hof haben, habe ich die Entscheidung getroffen, einen älteren Traktor aus den sechziger Jahren zu suchen, bei dem es sich lohnt, zwecks Werterhaltung und Optik Hand anzulegen. Ich favorisiere einen Traktor aus den Baureihen von Massey-Ferguson. McCormick, Fordson, etc. > ein Fahrzeug mit Muschelkotflügeloptik.

Jetzt stehe ich vor der Herausforderung, ein technisch zuverlässiges modell der Hersteller zu finden, das technisch weitestgehend i.O. ist und auch der optische Zustand gut oder restaurationslohnend ist. Jetzt kommt ein wichtiger Aspekt: Mir ist es nicht primär wichtig, einen absoluten Originalzustand als Oldtimersammler zu erhalten / herzustellen. Mir ist ein preiswerter, zuverlässiger Traktor in "Muschelkotflügeloptik" (das drückt es wohl richtig aus, was ich suche ...), der technisch und optisch okay ist. Durch gut abgestimmte Veränderungen würde ich diesem Traktor einige dezente Modernisierungen verpassen wollen, die das Gesamtbild des Traktors nicht konterkariert. Mit wäre es somit nicht grundsätzlich wichtig, ein "Original" zu haben ...

Zur Zeit habe ich eine IMT-Version angeboten bekommen. Der 3-Zylinder-Motor wurde 2008 komplett überholt, der optische Zustand ist recht ordentlich, hat volle Funktionsfähigkeit, hat einen funktionierenden Frontlader und soll eine Lenkhilfe haben!? Der Preis liegt bei 3.300 € ...

Kann ich bei meinen obigen Vorstellungen für die Anschaffung eines Traktors im Verhältnis zu deinen Hinweisen bei dem ITM soviel falsch machen? Es geht in diesem Fall - so schätze ich die situation ein - um die Fragen: 

>>> Welches Risiko gehe ich technisch wegen der Abweichungen vom Original mit dem Traktor ein?

>>> Ist der Preis tendenziell angemessen?

Eines ist mir absolut klar: Es geht hier im Forum um realistische Meinungen und Erfahrungen; das Risiko für meine Entscheidung trage zu 100% ich selbst! 

Gruß Chris
 
Das, was du da vorhast, ist kein leichtes unterfangen. Aber fangen wir mal an:

- Deine Frau soll den Schlepper hauptsächlich bewegen. Wie technik-versiert ist deine Frau? Ein Schlepper aus der Generation ist kein Auto. Da braucht es Gefühl und Sachverstand, um diesen sicher und komfortabel zu bewegen. Auf Deutsch: mann muss schon ungefähr wissen, was man tut. (Das ist jetzt nicht sexistisch zu verstehen, sondern beruht eher darauf, dass du hier anfragst, und nicht sie selbst)

- Frontladerbetrieb und Lenkhilfe: Wofür genau benötigst du den Frontlader? Lenkhilfen sind bei der Generation und der Fahrzeuggröße i.d.R. nachgerüstet. Ob das gut funktioniert, ist sicher auch etwas glückksache. Ich habe ein ähnliches Nutzungsprofil, bewege die Ballen aber ausschließlich am Heck (Ballengabel mit hydraulischem Oberlenker, damit lassen sich die Ballen bis ca. 70cm vom Boden anheben)

- Hydraulische Bremse: Ist nicht unbedingt vom Vorteil. An der Bremskraft ändert das nichts. Die mechanische Bremse über das Gestänge ist deutlich zuverlässiger und bei richtiger Einstellung mit gleicher Bremskraft zu bedienen. Nicht umsonst war die hydraulische Bremse nur ein zeitlich sehr begrenzter Ausflug von MF in dieser Zeit, die späteren Modelle haben wieder eine doppelte mechanische Bremse.

- "Muschelkotflügeloptik": Bitte beachten, dass je älter der Traktor, desto gefährlicher sein Betrieb. Überrollbügel ist nicht vorgeschrieben, aber m.E. unumgänglich. Bei Muschekotflügel sollte man sich bewusst sein, nicht ins drehende Rad zu greifen. Mann muss auch bei den größeren Kotflügeln aufpassen, dass man mit dem Fuß beim Rückwärtsfahren nicht in die Ackerstollen gerät, Das würde Anfang der 70er mit neuen Kotflügeln, die bis zum Trittblech gehen, geändert. Auch die Bedienergonomie (z.B. horitzontale Brems- und Kupplungspedale) sind nicht darauf optimiert, im Gefahrenfalle intuitiv richtig bedient zu werden. Das Kupplungspedal kann darüber hinaus bei Rangierbetrieb schonmal für erheblichen Muskelkater in den Beinen sorgen ;-)

- Zuverlässigkeit: einen gebrauchten Traktor zu kaufen, ist immer ein wenig Lotterie. Grundsätzlich sind die Maschinen sehr solide gebaut und kaum kaputt zu bekommen. Die meisten haben jedoch ihre eigentliche Lebensdauer hinter sich (8-10.000 Betriebsstunden). Wenn die "optisch" restauriert wurden, wird da immer wieder was dem Verschleiß zum Opfer fallen. Oder undicht werden. Einen komplett restaurierten Schlepper dieser Zeit bekommst du nicht für schmales Geld. So eine Restauration kann schnell 10.000€ alleine an Material kosten. D.h. Schlepper unter 5.000€ werden kaum vollständig restauriert (= verschleißtechnischer Neuzustand) sein. Teilrestaurationen können ausreichend sein, aber nur wenn der Verschleiß genau bewertet wurde. Und da ist die Frage, wie soll man das rausfinden?

- Die Überholung eines 3-Zylinder-Motors kostet in der Fachwerkstatt 3-4000€. dementsprechend wertig ist eine überholte Maschine, wenn sie nicht wieder viele tausend Stunden gelaufen hat. Für die Überholung würde ich mir aber vollständige Nachweise einfordern, sonst siehe Punkt zuvor...

- Wenn du den Schlepper fürs Heu benötigst, muss das Gerät zuverlässig sein. Sonst verhungern die Pferde. Ich habe deshalb hier eine Backup-Lösung per Auto+Kipper. Den trotz 100%-Restauration kann an der alten Technik immer etwas sein, was den Einsatz einschränkt. Das Risiko ist m.E. ziemlich unübersichtlich, wenn man nicht einschätzen kann, in welchem Qualität restauriert wurde.

Meine persönliche Empfehlung (ich bin jedoch kein alter Hase diesbezüglich!): Suche dir einen Schlepper aus dem Nebenerwerb, der Baujahr zw. 1970 und 1980 ist, und so 3-4000 Stunden (nachweislich!) gelaufen ist. Da ist das Verschleißthema unkritisch, lediglich bei Wellendichtringe könnte ein altersbedingter Tausch anstehen. Am besten mit so wenig Ausstattung wie möglich (also ohne FL und ohne Lenkhilfe, wenn du auch mit der HEckhydraulik zurecht kommst), weil was nicht da ist, kann auch nicht kaputt gehen.

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Hallo Christian,

danke für die ausführliche Informationen. Ich werde die Absätze kommentieren, um einem weiteren Einblick in unsere Situation zu geben:

Deine Frau soll den Schlepper hauptsächlich bewegen. Wie technik-versiert ist deine Frau? Ein Schlepper aus der Generation ist kein Auto. Da braucht es Gefühl und Sachverstand, um diesen sicher und komfortabel zu bewegen. Auf Deutsch: mann muss schon ungefähr wissen, was man tut. (Das ist jetzt nicht sexistisch zu verstehen, sondern beruht eher darauf, dass du hier anfragst, und nicht sie selbst)

Ich halte den Hinweis für realistisch und wichtig! Korrekt ist: Meine Frau will ... Sie gehört nicht zu dem Schlag der zierlichen Reiterinnen, sondern wirft den Hof (Tiere, Weide, Garten, etc.) komplett alleine, da ich (beruflich selbständig) wenig Zeit habe. Sie ist durchaus technikaffin; allerdings unterstütze ich sie, wenn die technischen Probleme zu tief gehen. Wenn meine Möglichkeiten an die Grenzen kommen, haben wir einen Nachbarn, der eine Werkstatt für Landmaschinen leitet ...

Frontladerbetrieb und Lenkhilfe: Wofür genau benötigst du den Frontlader? Lenkhilfen sind bei der Generation und der Fahrzeuggröße i.d.R. nachgerüstet. Ob das gut funktioniert, ist sicher auch etwas glückksache. Ich habe ein ähnliches Nutzungsprofil, bewege die Ballen aber ausschließlich am Heck (Ballengabel mit hydraulischem Oberlenker, damit lassen sich die Ballen bis ca. 70cm vom Boden anheben)
Der Hinweis für den Transport der Heuballen am Heck ist gut! Danke. Dennoch benötigen wir den Frontlader, da meine Frau den Pferdemist kompostieren möchte, um anschließend den Kompost zum düngen der Weide zu nutzen ... Wenn es nur um die Heuballen ginge, würde ich nach dem Hinweis sofort den Frontlader streichen.

Hydraulische Bremse: Ist nicht unbedingt vom Vorteil. An der Bremskraft ändert das nichts. Die mechanische Bremse über das Gestänge ist deutlich zuverlässiger und bei richtiger Einstellung mit gleicher Bremskraft zu bedienen. Nicht umsonst war die hydraulische Bremse nur ein zeitlich sehr begrenzter Ausflug von MF in dieser Zeit, die späteren Modelle haben wieder eine doppelte mechanische Bremse.
Okay > wenn die Bremsen ohne Hydraulik vergleichbbar in der Nutzung (Kraft) sind, ist ein Traktor ohne diese zusätzliche Technik sicherlich von Vorteil > eine Komponente weniger, die ausfallen kann.

 "Muschelkotflügeloptik": Bitte beachten, dass je älter der Traktor, desto gefährlicher sein Betrieb. Überrollbügel ist nicht vorgeschrieben, aber m.E. unumgänglich. Bei Muschekotflügel sollte man sich bewusst sein, nicht ins drehende Rad zu greifen. Mann muss auch bei den größeren Kotflügeln aufpassen, dass man mit dem Fuß beim Rückwärtsfahren nicht in die Ackerstollen gerät, Das würde Anfang der 70er mit neuen Kotflügeln, die bis zum Trittblech gehen, geändert. Auch die Bedienergonomie (z.B. horitzontale Brems- und Kupplungspedale) sind nicht darauf optimiert, im Gefahrenfalle intuitiv richtig bedient zu werden. Das Kupplungspedal kann darüber hinaus bei Rangierbetrieb schonmal für erheblichen Muskelkater in den Beinen sorgen ;-)
Okay > bei diesem Punkt kommen wir an die Splittung der des Bedarfs! Für die Arbeiten würde es auch Traktor tun, der technisch funktioniert und optisch wie ein Schrotthaufen aussieht. wir beide finden allerdings diese alten Traktoren von der Optik sehr schön ... und wenn schon arbeiten, dann soll das Gerät schon ein bischen Spass machen - auch optisch. für die Hinweise auf die gefährlichen Aspekte danke ich dir > da denken wir: Gefahr erkannt = Risiko eingeschätzt.

Zuverlässigkeit: einen gebrauchten Traktor zu kaufen, ist immer ein wenig Lotterie. Grundsätzlich sind die Maschinen sehr solide gebaut und kaum kaputt zu bekommen. Die meisten haben jedoch ihre eigentliche Lebensdauer hinter sich (8-10.000 Betriebsstunden). Wenn die "optisch" restauriert wurden, wird da immer wieder was dem Verschleiß zum Opfer fallen. Oder undicht werden. Einen komplett restaurierten Schlepper dieser Zeit bekommst du nicht für schmales Geld. So eine Restauration kann schnell 10.000€ alleine an Material kosten. D.h. Schlepper unter 5.000€ werden kaum vollständig restauriert (= verschleißtechnischer Neuzustand) sein. Teilrestaurationen können ausreichend sein, aber nur wenn der Verschleiß genau bewertet wurde. Und da ist die Frage, wie soll man das rausfinden?
Ja, ein wichtiger Hinweis, der sicherlich auch im Zentrum meiner Überlegungen steht, da ich mangels Erfahrungen mit Traktoren ein Fahrzeug nur bedingt einschätzen kann. Bei einem Kauf in größerer Entfernung würde mir mein Nachbar bei Fragen in der Einschätzung des Zustands weiterhelfen, was aber auch zum Übersehen von wesentlichen Mängeln führen kann. Meine grundsätzliche Überlegung ist folgende:

Wenn wir uns bei der Realisierung eines Traktor den Wunsch der Muschelkotflügel erfüllen wollen, bleibt nur ein Traktor der vorher genannten Hersteller aus den 60er Jahren. Ein jüngerer Tracktor liegt beim Kaufpreis schnell bei 10.000 € und mehr. Da der Traktor auf unserem Hof eigentlich relativ wenig gefahren wird, bleibt zum Beispiel bei dem Kauf des obigen ITM eine Menge Luft für eventuell notwendige Reparaturen ... Der Traktor ist auch nicht relevant für die Bewirtschaftung des Resthofs sondern lediglich eine Vereinfachung der Arbeiten und Erweiterung der Möglichkeiten zum Produzieren von Kompost aus Pferdemist. Also: Ein Spargat zwischen Traktorwunsch als Hilfsgerät und interessantes Gerät auf unserem sanierten Hof und den glänzenden anblick eines solchen schönen Traktors. Ah, vergessen: Die geringere Größe dieser alten Traktoren > sie nehmen nicht soviel Platz weg.

Die Überholung eines 3-Zylinder-Motors kostet in der Fachwerkstatt 3-4000€. dementsprechend wertig ist eine überholte Maschine, wenn sie nicht wieder viele tausend Stunden gelaufen hat. Für die Überholung würde ich mir aber vollständige Nachweise einfordern, sonst siehe Punkt zuvor...
Ja, im Falle des ITM oder auch anderer Fahrzeuge ist der Nachweis wichtig! Erzählen kann jeder etwas ...

Wenn du den Schlepper fürs Heu benötigst, muss das Gerät zuverlässig sein. Sonst verhungern die Pferde. Ich habe deshalb hier eine Backup-Lösung per Auto+Kipper. Den trotz 100%-Restauration kann an der alten Technik immer etwas sein, was den Einsatz einschränkt. Das Risiko ist m.E. ziemlich unübersichtlich, wenn man nicht einschätzen kann, in welchem Qualität restauriert wurde.
Wir heuen nicht selbst, da die Weide dafür zu klein ist. Wir kaufen geeignetes Heu, das angeliefert wird und von uns nur noch aus der Scheune über den Hof zum Offenstall gerollt werden muss ... es sei denn, ein Traktor nimmt den Heuballen auf und transportiert ihn zum Stall. Backup bei uns wäre: wieder rollen.

Meine persönliche Empfehlung (ich bin jedoch kein alter Hase diesbezüglich!): Suche dir einen Schlepper aus dem Nebenerwerb, der Baujahr zw. 1970 und 1980 ist, und so 3-4000 Stunden (nachweislich!) gelaufen ist. Da ist das Verschleißthema unkritisch, lediglich bei Wellendichtringe könnte ein altersbedingter Tausch anstehen. Am besten mit so wenig Ausstattung wie möglich (also ohne FL und ohne Lenkhilfe, wenn du auch mit der HEckhydraulik zurecht kommst), weil was nicht da ist, kann auch nicht kaputt gehen.
Ja, das wäre sicherlich eine alternative Möglichkeit. Ich denke aber, dass unser obiger Bedarf diesen Schritt "verbietet" ...

Deshalb hoffe ich, dass mir hier noch jemand aus dem Forum mehr über den ITM und seine technischen Nachteile schreiben kann. Die Tatsache, das es sich um einen Nachbau handelt, schreckt mich erstmal nicht ab, da ich nicht mit einer Wertsteigerung aufgrund von Originalität spekuliere.

Gruß Chris
 
Nun ja - ich sehe das etwas anders.

Meiner Meinung nach kann ein IMT die gestellten Anforderungen gut erfüllen. Allerdings gehe ich da natürlich von mir und meinen Fähigkeiten aus... Mich wird ein derartiger Schlepper nie stehen lassen - es sei denn die Kurbelwelle liegt auf dem Boden ;) 

Ein kleiner MF (oder IMT) ist allerdings schon ein Schlepper, mit dem eine Frau gut zu recht kommen kann. In meiner Kindheit - in den 80er-Jahren haben bei mir im Dorf bestimmt 30 Frauen mit den kleinen MF (TEF;35er,133er,135er,235er) gearbeitet. Aber klar - ein Auto ist was anderes - da bedarf es schon etwas Übung und Erfahrung.

Wenn der IMT einigermaßen durchrepariert ist, dann läuft der auch einige hundert Stunden ohne Murren - das ist keine Frage. 

Den Preis finde ich durchaus okay - ich würde mit TÜV und Papieren, ohne anstehende Reparaturen bis max. 3800,- gehen. 

Für eine Frau sollte der Schlepper bei einem Frontlader aber schon eine Lenkhilfe haben - ohne ist es doch sehr mühsam. 

Gewöhnungsbedürftig ist sicher die Doppelkupplung - man darf zum Anhalten des Schleppers nur "halb" auskuppeln, ansonsten ist die Hydraulikpumpe abgeschaltet und am Frontlader geht nichts mehr...

Wenn der IMT okay ist, dir und deiner Frau gefällt, der Verkäufer einen ordentlichen Eindruck macht, würde ich "das Ding" kaufen.

Allerdings würde ich darauf achten: Überschlagschutz vorhanden, Papiere vollständig, Deutsches Zugmaul hinten - das Übliche halt beim Schlepperkauf...

Grüße hometown 
 
wirkliche, "handfeste" Nachteile hat der IMT sicherlich keine. Es ärgert später halt vielleicht, wenn viele sehr günstig angebotene Nachbauersatzteile, die für original MF gedacht sind, beim IMT nicht verwendet werden können. Ob dem so ist, weiß ich allerdings nicht! Ich kenne nur die beiden Fälle von Einspritzpumpe und Tank... 

Ich meine auch mal gelesen zu haben, dass der Motor des IMT ein Nachbau des Dreizylinders "A3.152" ist und dies auch durch alle Baujahre so geblieben ist? Sprich, es war bis zum Schluß immer ein Vorkammer-Diesel im IMT. Er wurde nicht von einem direkt einspritzenden abgelöst. Das hat zur Folge, dass er etwa 15% mehr Kraftstoff verbrauchen und im Winter womöglich etwas schlechter starten könnte. 
 
@hometown,

danke für die Antwort. Ich habe gerade eben noch einmal ausführlich mit meiner Frau gesprochen und wir beide stehen zu dem von mir im vorigen Post geschriebenen.

Die Beurteilung des technischen Zustands ist immer mit einem Restrisiko behaftet; egal welches Baujahr und Hersteller. Ansonsten gibt es nur die Möglichkkeit, einen neuen Kleintraktor für unseren Bedarf für wesentlich mehr Geld zu kaufen und die emotionale Komponente vergessen ;-(

Ich habe gerade im unendlichen Netz gelesen, das zwischen dem MF35 und dem IMT533 in verschiedenen Komponenten Unterschiede bestehen. In dem Kontext ist es wichtig zu wissen, bei welchen Baugruppen die Komponenten identisch sind und welchen Komponenten es Abweichungen gibt. Es ist schon ärgerlich, wenn ich ein Ersatzteil von MF bestellen würde, obwohl im IMT in der Baugruppe andere Komponenten verbaut sind. Deshalb meine Frage:

>> Gibt es Informationsquellen, wo ich erfahren kann, welche Baupruppen/Ersatzteile identisch sind bzw. nicht identisch sind?

>> Wie sieht es grundsätzlich mit ITM-speziellen Ersatzteilen aus?

(Im Zweifelsfall würde ich mir auch noch einen brauchbaren Ersatzteileträger zulegen ...)

Gruß Chris
 
Ok, langsam wird die Lage etwas deutlicher. Bei deinen Beschreibungen hätte ich jetzt bzgl. deiner Frau auch keine Bedenken. Jemand, der den Stall wirft und Rundballen durch die Gegend schiebt, kann auch einen 35er mit FL lenken, egal welches Geschlecht ;-)

Bzgl. der Technikaffinität ist noch zu berücksichtigen, dass es hier nicht nur um Kräfte geht, sondern auch um technisches Gefühl (das z.B. die Geduld begründet, beim Gang einlegen etwas zu warten, bis sich das Getriebe beruhigt hat ;-)). Ob das Fahren nachher spaß macht, entscheidet eh erst eine Probefahrt. Ich war anfänglich schon etwas erstaunt, wie anders das doch ist ;-)

Wenn der Schlepper wirklich ein abkömmliches Hilfsmittel ist, kannst du dir fast kaufen was du willst, und das so herrichten, wie es dir passt. Allerdings kann das auch schnell ausarten ;-) Ich würde mich nicht auf den IMT versteifen. 35er gibt es in fast allen Zuständen wie Sand am Meer. Und wenn man den 135er min dazu nimm (und den 133er), die man ja ggf. auf Muscheln zurückrüsten kann (gab es außerhalb D auch so), hast du unendlich viel Auswahl, und kannst dir sicher sein, praktisch alle Ersatzteile zu bekommen.

Zum Arbeiten würde ich dann aber einen späteren 35er mit doppelter mechanischer Bremse nehmen, und 3-Zylinder Motor. Der 135er hat übrigens den besseren Direkteinspritzer und Fußgas ;-)

Übrigens benötigt man zum Pferdemist kompostieren keinen Frontlader, man kann auch eine hydraulische Heckschaufel nehmen mit Überlademöglichkeit auf den Miststreuer. Mit der Heckkiste ist dann wiederrum der Frontlader als Gegengewicht jedoch ganz praktisch ;-)

Die Sache mit der Doppelkupplung ist übrigens kein Thema: Wenn man die Zapfwelle gar nicht braucht, kann man die Kupplung so einstellen, dass Stufe 2 nicht trennbar ist (das müsste eigentlich funktionieren). Alternativ gibt es (zumindest am 35er) einen kleinen Hebel am Trittbrett, mit dem man den Anschlag des Kupplungspedals so einstellen kann, dass die 2. Stufe nicht mehr durchgetreten werden kann.

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Hab mir eben mal die Teile beim Teilehändler durchgeschaut - die Preise sind soweit okay. Allerdings ist mir aufgefallen, dass es den IMT wohl auch OHNE Doppelkupplung gegeben hat!! Das würde die Einsetzbarkeit doch stark einschränken, denn mit Einfachkupplung, kann man z.B. beim Mähen nicht den Schlepper anhalten und den Mäher weiter laufen lassen!! 

Ansonsten scheint der shop recht komplett zu sein - mir ist kein Teil aufgefallen, das zu fehlen scheint.
 
Was bedeutet Doppelkupplung konkret: 1 Pedal mit 2 Stufen für je eine Kupplung?

Die hydraulische Heckschaufel ist nach meinem Blick ins Internet für unseren Zweck scheinbar die noch bessere Alternative als der Frontlader ... was es nicht so allles gibt!? Als Ausgleich für das Gewicht am Heck lässt sich bei Bedarf auch eine Gewicht montieren ...

Also ich mass euch beiden ´mal ein Lob aussprechen: Eure Ausführungen sind sehr hilfreich! Ich werde heute Abend den Markt noch ´mal nach MF133 / 135 absuchen ... und die Suche "mit Frontlader" entfällt! :-)))))

Gruß Chris
 
ja, bei der Doppelkupplung hat das Pedal zwei Stufen: Eine dafür um den Motor vom Getriebe zu trennen ("Fahrkupplung") und eine um den Nebenantrieb (Zapfwelle) auszukuppeln. Auf der Welle der Zapfwelle sitzt auch die Hydraulikpumpe und ist damit "aus" wenn die Kupplung voll durchgetreten ist.

Wenn man das Pedal "halb" tritt, dann bleibt der Schlepper stehen, Zapfwelle und Hydraulikpumpe laufen weiter.

Tritt man "ganz" durch ist alles auf einmal "aus" . 
 
Beim 135er gibts (spätere Modelle) auch vorne serienmäßig einen Frontgewichtsträger. Beim 35er ist es nicht so ganz einfach, vorne Gewichte zu montieren (Außer man erwischt einen Satz der sehr seltenen Radgewichte ;-)

Bzgl. der Heckschaufel kann ich demnächst Erfahrungen berichten, meine sollte in den nächsten 14 Tagen geliefert werden ;-)

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Wobei so eine Heckschaufel nicht mal unbedingt hydraulisch sein müsste. Viele lassen sich nur mechanisch ausklinken. Um Pferdemist auszukippen würde das vielleicht auch schon reichen. Hydraulisch braucht man eigentlich nur, wenn man "dosiert" etwas abkippen möchte, oder man z.B. wie beim Schneeräumen "alle drei Meter" auskippen muss... 
 
EDIT:

Wobei genau überlegt sein will, für was für ein Modell einer Schaufel man sich entscheidet. Es gibt Modelle, die haben einen sehr "flachen" Boden - diese sind ideal, um z.B. mal mit einem Hubwagen eine Palette rein zu stellen, oder einen Sack mit der Sackkarre auszuladen. Auch könnte man so eine Schaufel "unter"  einen Rundballen "schieben" , wenn er vor einer Wand steht und nicht ausweichen kann. Aber auch mit einer Gabel ist es manchmal nicht ganz so einfach einen Rundballen zu erwischen, da der Kern sehr hart gewickelt ist und manchmal gar kein Zinken in den Ballen gedrückt werden kann... Für solch einen Fall wäre es halt wichtig eine Schaufel zu wählen, die eine gewisse Tiefe hat. 

So in der Art hier:

www.europe-agriculture.com/nc-farm-loader/germany/ts-vi4795735/used.html
 
Heckschaufel: Mit Hydraulik könnte die Schaufel sicherlich auch genutzt werden, um den Kompost langsam während der Fahrt auf der Weide "abzukippen", um ihn anschliessend beim Abschleppen der Weide (habe ich bisher mit meinem Jeep Wrangler gemacht) besser zu verteilen.

Ich habe ´mal ein bischen im Netz gesucht - allerdings keine infos gefunden, wie hoch mit einer Schaufel geschichtet werden kann. In hydraulischer ausführung gibt es sicherlich unterschiedliche Versionen für Höhe. Ist ein Argument meiner Frau für den Frontlader, um den Misthaufen zum Verrotten höher zu schichten ...

Weiss jemand, wie hoch so eine Schaufel gehoben werden kann?

Gruß Chris
 
Vorsicht - Nichts gegen den IMT - aber das ist ein komplet anserer Traktor! auch wenn er gleich aussieht. IMT mit reparierten Motor, mit Frontlader und Hydrolenkung zu diesem Preis ?! (Hydraulische Lenkung bei diesem Traktortyp??) MF/FE 35 ist schon Mangelware, 133 oder 135 gibt es noch genug am Markt man muß nur ein bisschen suchen und da passt alles von -zig Ersatzeil- und Zubehöranbieren einschließlich hydraulische Zusatzlenkungen und Muschelkotflügel. Es hat übrigens sogar den 135 anfangs kurze Zeit mit Muschelkotflügel gegeben die vorne bis zum Trittbrett gereicht haben - das angssprochene Verletzungsproblem, dass man mit dem Fuß zum Gummi kommen kann ist gar nicht so abwegig.
 
Bzgl. Heckschaufel: Such mal unter "Hochkippschaufel". Die haben den Drehpunkt zum Abkippen ganz hinten unter der Mulde.

Die Heckhydraulik hebt gut 70cm hoch. Wenn die Schaufel einen großen Abkippwinkel hat (gibt welche, die gehen bis 90°), dann kann man sie mit einem hydraulischen Oberlenker so steil stellen, dass die hintere Kante zum Abkippen sicher gut einen Meter hoch liegt. Höher sollte man den Pferdemist zum Kompostieren eh nicht aufschlichten, weil durch den hohen Druck innen dann keine ordentliche Verrottung mehr erfolgen kann. Beste Verrotungsergebnisse gibts bei einer Höhe von 50cm - 70cm (eigene Erfahrungen)

Allerdings ist so eine Schaufel nicht billig. Bzw. sind die günstigen Sackschwer. Schau mal bei Scheibelhofer oder Rosensteiner (letzterer ist der Mercedes unter den Schaufeln, da kostet eine 160er Schaufel fast 3000€...)

Bzgl. Tiefe ist das Gewicht der Schaufel zu Berücksichtigen. Eine 100cm tiefe Schaufel ist schon arg wuchtig, die kann schonmal über 300kg leer wiegen. Und je nachdem wie groß der Rundballen ist, wirds bei einer 80cm Schaufel schon knapp. Die Hydraulik hebt zwar 1000kg, aber da muss wohl vorne schon gut ballastiert werden (werde ich demnächst ausprobieren ;-) )

Zum Verteilen des Mistes kannst du dir auch einen alten Miststreuer anschaffen. Je nach Fläche und Menge ist das die komfortablere Geschichte. Miststreuer gibt es relativ günstig, muss man nur Glück haben einen entsprechend kleinen zu finden, der noch was taugt..

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Nach dem für mich sehr interessanten Informationsaustausch in diesem Thread sind meine "Sinne geschärft" und der Fokus korrigiert.

Wahrscheinlich werde ich von dem IMT Abstand nehmen, da wir nach jetzigen Erkenntnissen keinen Frontlader benötigen. Darüber hinaus habe ich gestern noch ´mal mit dem Verkäufer gesprochen. Die Rechnung für die Motorüberholung hat er nicht. Beim Erstgespräch hatte ich den Eindruck, dass er den Traktor nur kurze Zeit hat, ihn wider Erwarten kaum nutzt und wieder verkaufen will. Jetzt stellt sich heraus, dass er den Traktor bereits seit 12 Jahren hat ...
 
Mutmaßung: Der will einen Schrotthaufen loswerden...

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
zwei sachen, mit frontlader , die sind sperrig, das bekommt swer um der ergent einfach zu "parken", und der auf und  abstieg ist immer mehr swer wie ohne.

auch manouvrieren im kleinsten ecke werd swierig.

zum arbeiten mit etwas im heck, realisiert euch das du immer die rucke und necke gedreht hatt, dass kan uncomfortabel sein.

Gruss, Bert
 
Ich werde mir jetzt ´mal einiige Traktoren in der näheren Umgebung anschauen. Jetzt stellt sich mir die Frage: Worauf muss ich speziell beim MF 35 / MF 135 achten? Gibt es spezielle Problem- bzw. Verschleissbereiche, die kritisch sind? Ich meine insbesondere die Baugruppen, Teile, die bei Reparatur relativ teuer werden ...

Ideal wäre eine Checkliste mit Hinweisen, wie geprüft werden kann und worauf jeweils geachtet werden sollte ... das ist aber woh lder Wunschtraum eines jeden unerfahrenen Käufers - egal, um was es geht.

Gruß Chris
 
Ich wollte weder Multipower noch die Hydraulische Bremse (bei den MF35). Recht teuer sind Blechteile, Zugmaul, Vorderachsbock, Lenkgetriebe. Schlecht zu machen die Radlager hinten... Für mich wäre ein ko-Kriterium, wie gesagt keine Doppelkupplung und wohl auch das Fehlen einer Differentialsperre. 

den MF133 kann man in die Suche ruhig mit einbeziehen. Mit seinen 38PS liegt er leistungsmäßig näher am MF35, als an einem späten MF135 der ja schon 47PS hat... 

Frontladerschlepper haben quasi immer massive Schäden an der Vorderachse - das lässt sich kaum vermeiden... Überhaupt gehört der Vorderachse einiges an Aufmerksamkeit geschenkt, da liegt es oft im Argen. 

Ansonsten schauen dass die Maschine TÜV hat, dann ist da meist immer mal wieder was gemacht worden und die Überraschungen sind meistens nicht ganz so groß. 

Viel Glück! 
 
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