MF 35 Motor klopft und qualmt

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135

Gast
Hallo Gemeinde,
mein 35er mit Perkins-Motor hat Probleme. Bei der Restauration vor ein paar Jahren dachte ich mir, den Motor so zu lassen, zumal er gut anspringt und leistungsmäßig , obwohl ich nur 135er gewohnt bin, nach meinem Gefühl im Normalbereich war. Das Ventilspiel hatte ich eingestellt, ebenso Kompression gemessen, die 3 Pötte waren einigermaßen gleich (wieviel bar weiß ich nicht mehr, war aber laut Lama gut) Gequalmt, also im kalten Zustand weiß, wenn er warm ist, blau, hat er auch damals schon. Mittlerweile hat sich die Qualmerei dermaßen verstärkt, daß nach dem Starten die Garage einen halben Tag lang stinkt, und zwar richtig fies, so daß einem die Augen tränen. Damit nicht genug, der Motor klopft bei hohen Drehzahlen so stark, daß ich kein Bock mehr habe, damit zu fahren. Auch aus der Kurbelgehäuseentlüftung sifft er ordentlich raus, Ölmeßstab bei laufendem Motor ziehen geht ohne Sommersprossen im Gesicht auch nicht mehr.
Klar, läuft wohl auf ´ne Generalüberholung vom Motor raus, nur das extreme Qualmen kommt mir spanisch vor. Kann auch die Einspritzpumpe verschlissen sein? Ach ja, Einspritzdüsen habe ich neu gemacht und eingestellt, hätte ja was bringen können, war aber nix, keine Besserung. Vor ein paar Wochen hatte ich ihn am Güllemixer, Öldruck viel nach ca. 5 Minuten drastisch ab, Temperatur ging auch recht hoch. Hab dabei festgestellt, das er ca. 500 Umdrehungen weniger macht als meine 135er, die drehen das Ding mit fast 1600 Umdrehungen. Jetzt stell ich mir vor, ich mach den Motor neu, alles wunderbar, starte ihn das erste mal, und sehe in der Werkstatt die Hand vor Augen nicht mehr....
Hat jemand einen Tip oder Erfahrungswerte, nicht daß ich schon wieder unnötig Kohle aus dem Fenster werfe.
Gruß Tom
 
Hallo,

von den beschriebenen Symptomen her würde ich auf die ESP tippen, da dass bei meinem 23c genau so war und das trotz neuen Kolbenringen, Einspritzdüsen, geschliffenen Ventile ...
Als ich mir dann die Einstellung der ESP wie des öfteren noch einmal vornahm, bemerkte ich, dass sich der Seegering mit der Einstellmarkierung im inneren verdreht war. Als ich den Fehler behoben war, sprang er mit 13 sekunden vorglühen (beim 23c pflicht) auf schlag an und lief sauber. Kein klopfen, kein blauer Qualm und auch keine schwarzen Sommersprossen mehr.
Allerdings weiß ich nicht ob bei dir zwischendurch jemand an der ESP Steuerung rumgespielt hat.

gruß Lukas

Aktuelles Projekt
Massey Ferguson MF135 mit Perkins AD 3.152
Fertig Restauriert
Massey Ferguson FE35 mit Standard 23C Diesel-Motor (1958)
 
Hallo Lukas,
danke für die schnelle Antwort. Wo finde ich denn den Seegering in der Pumpe? Komme ich da ran, wenn ich den großen Deckel abnehme oder muss ich die Pumpe weiter zerlegen?
Gruß Tom
 
Hallo,

Noch offene Frage:
hat bei dir jemand dran rumgeschraubt?

Der Deckel ist an der Seite von der ESP mit 2 Schrauben befestigt. Darunter befindet sich der Seegering mit der Einstellmarkierung und der Rotor mit den Buchstaben. Du könntest vorher probieren, die 3 Flansch-Schrauben von der ESP leicht zu lösen und die ESP bei laufenden Motor zu drehen. Hierbei ist vor der Aktion zuerst die Markierung des ESP Flansch auf das Antriebsgehäuse zu verlängern!!! - Damit der "Urzustand" wieder hergestellt werden kann, falls es nicht funzt.

gruß Lukas

Aktuelles Projekt
Massey Ferguson MF135 mit Perkins AD 3.152
Fertig Restauriert
Massey Ferguson FE35 mit Standard 23C Diesel-Motor (1958)
 
Hallo Tom,

Auch aus der Kurbelgehäuseentlüftung sifft er ordentlich raus, Ölmeßstab bei laufendem Motor ziehen geht ohne Sommersprossen im Gesicht auch nicht mehr.
Er bläst also kräftig an den Kolben vorbei in die Ölwanne.

Klar, läuft wohl auf ´ne Generalüberholung vom Motor raus
Das hast Du richtig erkannt.

Öldruck viel nach ca. 5 Minuten drastisch ab, Temperatur ging auch recht hoch.
sind zeichen für verschlissene Lagergschalen am Pleul oder Hauptlager (hab da meine Erfahrungen gemacht)

das er ca. 500 Umdrehungen weniger macht
zeigt, das er zu kämpfen hat und nicht weit entfernt ist zu Fressen.

Lass bitte , sorry Lukas, die ESP vorerst in ruhe, sonst kannst Du die auch noch neu einrichten !

Grüßle
Peter
 
Seh ich genauso.

Auf die ESP loszugehen, wenn die anderen Parameter wissentlich nicht in Ordnung sehen ist irgendwo auch sinnfrei.

Gruß

Michael
 
Hallo Männer,
um die Motorüberholung werde ich wohl nicht rumkommen. Trotzdem werde ich mir die ESP, bzw. den Rotor mal genauer anschauen, und auch die Pumpe versuche ich mal zu drehen, denn hier auch gleich die Antwort auf deine Frage, Lukas, da hat keiner rumgeschraubt. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie ein Motor, auch wenn er kurz vor dem Kollaps steht, rauchen kann wie eine Dampflock, und das mit neuen Einspritzdüsen! Ich muss gestehen, die Pumpe hatte ich damals (also bei der Restauration) schon versucht, zu drehen, da tat sich gar nix, auch mit Gewalt nicht, aber ich probiers noch mal. Es geht mir echt nur darum, die Kosten im Rahmen zu halten, und nicht von einer Baustelle in die nächste zu geraten. Dann würde ich besser den AD3 152 reinbauen, hab noch einen. Danke schon mal für eure Tips.
Gruß Tom
 
Hallo,

da habe ich wohl die Stelle mit dem Öldruck überlesen
9.gif
.

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Massey Ferguson MF135 mit Perkins AD 3.152
Fertig Restauriert
Massey Ferguson FE35 mit Standard 23C Diesel-Motor (1958)
 
Hi,

also wenn die Kompression grottig wird, dann wird ja nicht mehr sauber verbrannt. Von daher kann es schon sein, dass er raucht. Ich hatte bis jetzt keinen Motor, der sich mit merkbaren Schritten der Verschleißgrenze nähert.

Beim Drehen der Einspritzpumpe verstellst du ja "nur" den Förderbeginn. Du kannst gerne daran drehen, wenn sich was bessert -> gut.
Ich würde dann aber bei der Motorüberholung die Stirnräder gründlichst überprüfen, ob die keinen Schaden genommen haben. Das würde nämlich in ein Verstellen des Förderbeginns folgern.

Falls ich hier falsch liegen sollte, bitte verbessern.

Gruß

Michael
 
Hallo Michael,
du hast recht, schlechte Kompression zieht zwanglläufig eine schlechtere bzw. spätere Zündung nach sich, das würde u.a. auch das Klopfen erklären. Wenn ich den Motor überhole, werde ich mir die Stirnräder anschauen, die bekommen durch das Klopfen ja schon einiges ab. Wie gesagt, ich probier zuerst noch die Pumpe etwas zu drehen, wenns nix bringt, werde ich den Perkins mal öffnen, bin mal gespannt. Teile sind ja relativ günstig, ich werde auf jeden Fall die Gussbüchsen einpressen und anschließend bohren und hohnen lassen, hab ich mit den 135ern auch gemacht. Der Motoreninstandsetzer meines Vertrauens sagte mir, er habe einmal diese fertigen Chrombüchsen verbaut, beim Nachmessen der Bohrung beschloss er, es nie wieder zu tun. Aus den Beiträgen über Motorüberholung im Forum geht eigentlich auch hervor, daß es nicht immer so gut funktioniert und günstiger ist es auch nicht.
Gruß Tom
 
Hallo Leute,
bei der Zerlegung des Motors kam nun doch zum Vorschein, was ich befürchtet hatte. Der Motor war schlicht und ergreifend verschlissen. Erkennbar an Haupt-und Pleuellagerschalen, die deutliche Abnutzungsspuren aufwiesen, die Kolben wackelten auf dem Pleuel, Kurbelwelle hatte Riefen und war aus der Teleranz, und der Kopf hatte anscheinend irgendwann in seinem Leben mal einen Wassereinbruch incl. langer Standzeit mit demselben. Also den Block ab in den Kofferraum und zum Motorinstandsetzer zum Büchseneinpressen, Kopf planen, Ventilsitze fräsen und Kurbelwelle schleifen. Ging alles recht fix, hab ihn schon wieder zusammengebaut. Das Spiel der Stirnräder hab ich geprüft, ist noch in der Teleranz. Mit dem Einbau warte ich noch, bis ich ein 65er Getriebe gefunden habe, das geht jetzt in einem Abwasch. Deshalb kanns noch etwas dauern, bis ich weiß, ob er hoffentlich gut läuft.
Gruß Tom

motorberholungmf3520120.jpg
 
Ich glaub, so sieht er schon besser aus (und läuft hoffentlich auch besser).

motorberholungmf3520120.jpg
 
Hallo Tom

Kann man fragen was Dir der Motorinstandsetzer für die Arbeit in Rechnung gestellt hat?

Gruß Maiko
 
Hallo Maiko,
kannst so zwischen 1200 und 1500 Euronen rechnen, ich hab allerdings schon paar Sachen bei ihm machen lassen, dann wird´s schon günstiger.
Gruß Tom
 
Hallo Leute,
nachdem ich durch Umbaumaßnahmen und gesundheitlicher Probleme eine ganze Zeit lang anderweitig beschäftigt war, hab ich dann doch endlich mal das Getriebe umgebaut und den Traktor wieder mitsamt neu überholtem Motor zusammengebaut. Er ist sofort angesprungen und läuft weich und rund, doch qualmen tut er immer noch, vor allem wenn er kalt ist. Wenn er warm ist, wird es zwar besser, aber er raucht immer noch sichtbar, und zwar hell, bzw. hellblau. Ölverbrauch kann ich jetzt nach gefahrenen 12 Stunden keinen feststellen. Ich habe ihn auch schon an den Güllemixer gestellt, alles i.O.., wird nicht mehr warm, Öldruck hält, schnurrt wie ein Kätzchen. Kopfdichtung musste ich danach aber nachziehen, denn er siffte etwas Öl aus der Dichtung. Ich konnte die Kopfschrauben auch stark nachziehen, ist aber normal, sagte mir ein MF-Mechaniker. Was mir aufgefallen ist, er hat ein Drehmomentloch, so zwischen 1200 und 1500 Umdrehungen, da kommt er nicht in die Hufe. Hat er 1600 überschritten, zieht er normal durch. Ist das normal beim A3-152? Vom AD3-152 im 135er bin ich das nicht gewohnt, der zieht gleichmäßig durch. Der Mf-Mechaniker sagte mir, es könnte mit der Einhängung der kleinen Feder im Deckel der Einspritzpumpe zu tun haben. Da ich ja nicht weiß, ob nicht doch irgendein Vorbesitzer beim Wechsel der Deckeldichtung die Feder ausgehangen und wieder falsch eingehangen hat, wäre dies ja möglich. Laut Mechaniker gibt die letzte Zahl oder Buchstabe, der in das Typenschild der ESP eingeschlagen ist, Auskunft über die Position der Feder, er konnte es mir aus dem Kopf nicht sagen. Weiß von euch jemand darüber Bescheid? Er sagte mir auch, ich solle mir keine Gedanken über das Qualmen des Motors machen, das würde irgendwann weniger werden, wenn der Motor mal eingelaufen sei. Die Düsen hab ich nochmal abdrücken lassen, alle top. Auffällig ist, das die 1. und 2. Düse ziemlich verrußt sind, die 3. jedoch wie neu, quasi blank, ohne Verbrennungsrückstände. Ich hab mal ein Bild der Düsen angehängt. Flammglühkerze hab ich auch getestet, alles i.O., tropft nicht nach. Ich werde jetzt doch mal den kleinen Deckel der ESP öffnen, vielleicht ist es ja wie bei Lukas, das sich dort wirklich was verstellt hat oder etwas verstellt wurde. Aber vielleicht hat ja einer von euch noch ´ne Idee.
Gruß Tom
 
 Hallo Leute,

ich habs jetzt endlich geschafft, mein Sorgenkind zum Laufen zu bringen, und zwar so, dass ich zufrieden bin. Letztendlich kam ich an einer Überholung der ESP nicht vorbei,

war natürlich kein Schnäppchen. Doch das Resultat ist spitze, der Traktor ist nicht wiederzuerkennen. Kein Qualmen mehr, kein Drehmomentloch, lässt in der Leistung meinen

135ern fast nichts nach. Die Pumpe war einfach fertig und total verstellt. Die Hydraulik war ja auch noch Baustelle, hob fast nix mehr, brachte satte 100 bar aufs Manometer, aber nur bei hoher Drehzahl. Also Deckel runter, Pumpe raus, das Ding komplett

zerlegt, Dichtungen, Kolbenringe, Überdruckventil und O-Ringe erneuert, ebenso die Kolbenringe des Hubzylinders. Und siehe da, funzt einwandfrei. Welches Teil jetzt die Fehlerquelle war,

oder ob es die Summe aller verschlissenen Teile war, keine Ahnung. Bin echt froh, dass jetzt alles i.O. ist, hatte nämlich irgendwann keinen Bock mehr. Danke nochmal für die Tips

bei der Fehlersuche.

Gruß Tom
 
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