Zeit, mal etwas weiter zu berichten.
Zuerst kommen nun die Hinterräder nochmal dran und der Schlepper steht wieder auf eigenen Hinterfüßen.
Bevor es mit der Vorderachse weiter geht, wird noch der Simmerring der Kurbelwelle vorne getauscht. Zur Demontage der Riemenscheibe tut der alte Keilriemen gute Dienste:
Hier kommt nun der alte Simmerring zum Vorschein
Dieser lässt sich z.B. mit 2-3 Spax-Schrauben herausdrücken.
Achtung: Nach dem Durchbohren des Ringes die Schrauben vorne abstumpfen, sie fressen sich sonst in das sehr weiche Zahnrad dahinter und hinterlassen hässliche Spuren!
Wenn der Ring draußen ist alles schön säubern und den neuen Ring einpressen. Das geht mit der Riemenscheibe unter zuhilfenahme einer geeigneten Unterlage, damit die Dichtlippe außen nicht beschädigt wird (z.B. dicker Draht, ich habe einen alten Bowdenzug genommen)
Danach kommt die Riemenscheibe wieder drauf und fertig.
Zwischenzeitlich wurde die Ölwanne nochmal neu abgedichtet, da sich an der vorderen Korkdichtung schon undichtigkeiten zeigten, obwohl noch kein Öl drin ist (ablaufendes Öl von oben kriecht nach außen). In dem Aufwasch wurde die Ölwanne dann auch gleich lackiert.
Nach dem Zusammenbau der Ölwanne, der ja schon weiter vorne bereits beschrieben ist, geht es an die Montage der Vorderachse.
An der Vorderachse wurden noch die Lager inspiziert. Hierbei taten sich (mal wieder ;-) ) Abgründe auf:


Alle Lager austauschreif. Interessanterweise sind die Buchsen noch sehr gut und die Achsschenkel weisen fast kein Spiel auf (ca. 2/10mm). Die bleiben also drin.

Der gesäuberte Sitz des Axiallagers weist deutlich Spuren des Lagers zuvor auf, das sich vermutlich wegen der Dellen nicht mehr im Lager gedreht hat, sondern zwischen Lager und Sitz.
Also Lager einsetzen, alles schön fetten und Achsschenkel einsetzen. Oben den Filzdichtring nicht vergessen und Lenkhebel inkl. Halbmondkeil aufsetzen.
Da die Achsflansche schon lackiert sind (das war ungeschickt...) geht nur noch moderate Erwärmung im Backofen. Der Temperaturunterschied von ca. 120K reicht aber nicht, um die Lagerschalen locker einzusetzen, da muss der Hammer ran...
Die fertigen Radflansche dann auf den Achsschenkel montieren.
Das Spiel muss bei montierten Rädern und auf dem Boden stehenden Traktor eingestellt werden, da es so ähnlich wie an der Hinterachse nicht wirklich fühlbar ist. Den Splint also erst final montieren, wenn alles fertig eingestellt ist. Laut Reparaturleitfaden erfolgt die Einstellung durch festziehen der Mutter mit 8,3mkp und anschließendes Lösen um eine Krone. Das funktioniert bei mir nicht, bei 8,3mkp (81NM) habe ich Angst, das Lager zu beschädigen. Da dreht sich schon viel früher nichts mehr. Mit dieser Einstellung wir das Lager meines Erachtens viel zu stramm eingestellt.
Zur Montage der Kappen musste ich die Splinte etwas nach hinten klopfen und schauen, dass sie ganz drin sitzen. Sonst lässt sich die Kappe nicht aufdrehen, da ist sehr wenig Luft dazwischen.
Dichtring zwischen Kappe und Flansch nicht vergessen!
Und schon steht der Traktor wieder auf allen vieren:
Gruß Christian
Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx