Lenkung MF 25

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Gerald2712

Gast
Hallo MF Gemeinde!

Ich habe bei meinem MF 25 seit geraumer Zeit eine Schwergängigkeit bei der Lenkung.In der "Geradeaus"-Position benötige ich beide Hände um einzulenken, ab ca. 25 ° Lenkwinkel läufts wieder wie von allein.(in beide Richtungen)

An was könnte das liegen?

Danke für eure Rückmeldungen.

lg Gerald
 
hey Gerald :-),

ich gehe mal fest davon aus, dass du den Ölstand im Lenkgetriebe bereits überprüft hast. Was hat der Test ergeben ?

Steht der  MF im Freien ?  Kann mit der Zeit Regenwasser durch die Lenkwelle von oben runter ins Lenkgetriebe gelangt sein?

Wann wurden die Gelenke vorne und der Zapfen mit Buchse der Pendelachse, sowie die Bronzebuchse des Doppelhebels zur Übertragung der Lenkkraft auf die unteren Querstangen parallel zur Vorderachse zuletzt abgeschmiert ?

Also, falls nicht geschehen, alle Schmiernippel (vor allem den von dem vorderen Umlenkhebel) ordentlich abschmieren. Falls das keine Besserung bringt ...

um zu differenzieren, ob der Schwergang aus dem Lenkgetriebe kommt  würde ich zuerst mal am Lenkgetriebe (linke Seite) die Stange nach vorne abmachen. Wenn der Schwergang immer noch ist, wirst du dich deinem Lenkgetriebe zuwenden müssen.

Um die "Lenkstange" nach vorne am Lenkgetriebe abnehmen zu können benötigst du einen Schraubenschlüssel mit SW 38 mm und einen guten Abzieher.

Schmier mal ab, fahr ein Stück und probier dann nochmal unter den selben Testbedingungen wie vor deiner Anfrage hier.

Deine Erkenntnisse poste mal hier, dann sehen wir weiter.

von den frischen Höhen des
Westerwaldes

freundliche Grüße

Ulli ;-)

MF 130 Bj. 67
MF 274 S A Bj. 82
 
hey Gerald :-)

Nachtrag ... In das Lenkgetriebe gehört gemäß Betriebsanleitung ... Einbereichsgetriebeöl  SAE 90 (wird häufig mit dem Vermerk "für Oldtimer" angeboten).

Wenn du so ein Öl bestellst, dann nimm ruhig 2 Liter, dann kannst du auch mal in den Endantrieben das Öl wechseln. Das wurde sicher auch schon lange nicht mehr gemacht.

viel Erfolg ...

von den frischen Höhen des
Westerwaldes

freundliche Grüße

Ulli ;-)

MF 130 Bj. 67
MF 274 S A Bj. 82
 
Hallo Ulli,

Danke für deine zahlreichen Tipps. Ich bin heute alles durchgegangen und musste feststellen,  dass ich keine Ölkontrollschraube am Lenkgetriebe habe.  Oder muss ich da alles ausbauen? Die Ursache für die Schwergängigkeit ist jedoch eine andere. Auf der Seite vom Kraftstofffilter sitzt eine Wurmschraube, die mit einer Mutter gekontert wird. Diese Mutter ist bei mir kaputt (Gewinde) und sitzt ohne Wirkung drauf. Somit dürfte sich im Laufe der Zeit die Schraube reingedreht haben und die Lenkung blockiert haben. Muss mir eine Mutter besorgen und das wieder korrekt sichern.

Schönes Wochenende und Grüße  aus dem sonnigen Österreich 

Lg Gerald 
 
hallo Gerald :-),

wenn ich mich jetzt nicht völlig vertue hat diese Schraube einen Außendurchmesser von 9,4 mm.

Ich habe eine solche Schraube für einen Freund auf der Drehbank neu geschnitten. Mir schwebt im Kopf rum, da habe sich M 9,5 als Gewindemaß angeboten. Leider ist mir nicht mehr erinnerlich, welche Steigung die richtige ist.

Am Besten baust du das Ding aus und misst die Steigung des Gewindes aus.

Vermutlich war die Schraube ja original eine 3/8 Zoll Schraube mit Feingewinde, aber auch hier kann ich nicht mehr sagen, ob nun UNF oder UNEF.

Die Größe M 9,5 mit der richtigen Steigung findet sich in der Praxis in der Nabe von Fahrrädern (zumindest bei den älteren Modellen  ... der Fahrräder, nicht der Radfahrer). :-)

Um an die Schraube für das Lenkspindelöl zu kommen, musst du wahrscheinlich die Batterie ausbauen. Dann ist im Bodenblech ein Loch mit ca. 30 mm Durchmesser ... darunter ist die Kontroll- und Einfüllschraube.

gutes Gelingen für deine Maßnahmen.

von den frischen Höhen des
Westerwaldes

freundliche Grüße

Ulli ;-)

MF 130 Bj. 67
MF 274 S A Bj. 82
 
Hallo Ulli,

die Füllschraube unter der Batterie habe ich, jedoch sollte an der Vorderseite Richtung Schalthebel eine Kontrollschraube sitzen laut WHB. Die fehlt mir. Oder ist das Spindelgehäuse bis oben hin voll zu füllen, weil messen bzw. kontrollieren kann man Einfüllseitig nichts. Wegen der Mutter werd ich schauen, die Schraube lässt sich jedoch nicht komplett rausdrehen. 

Lg Gerald 
 
hey Gerald :-)

von einer Kontrollschraube weiß ich nichts. Aber es ist, wie du vermutest ... das Öl soll bis Unterkante Gewinde der Einfüllschraube eingefüllt werden.

Von diesen Lenkgetrieben für MF 25, 30 und 130  gab es verschiedene Bauformen.

Erste Vorüberlegung wäre die ... kommt es zeitweise, häufiger oder gar immer vor, dass der Schlepper im Freien steht ? Ich sah schon Lenkgetriebe, die waren nahezu voll Wasser und kaum noch Öl.

Falls dem auch bei dir so ist wirst du gut beraten sein, den seitlichen Deckel völlig abzunehmen und die gesamte Brühe rauszuschaffen. Der Löwenanteil wird Wasser sein.

Falls dein MF trocken (zumindest überdacht)  steht, kannst du den letzten Absatz ignorien.

Grundsätzlich ist mir der Deckel deines Lenkgetriebes so nicht vertraut (wie oben schon erwähnt, vermutlich andere Bauform). Vielleicht könntest du nochmal ein Bild einstellen, mit einem größeren Überblick.  Den Knubbel, in den die Einstellschraube hineinführt, habe ich so noch nicht gesehen. 

Die Einstellschraube ist eindeutig viel zu kurz. Mit einem oder maximal zwei Gewindegängen ist eine ordentliche Konterung nicht möglich. Von daher wundert es mich nicht, wenn die Mutter doll gedreht ist. Wobei natürlich noch gar nicht gesagt ist, dass es wirklich die Mutter ist, die kaputt ist. Wahrscheinlicher wäre mir, dass die letzten Gänge der Schraube ausgefranst sind ... dies nicht zuletzt auch im Hinblick darauf, dass das Gewinde an dieser Stelle auf den ersten zwei bis drei Gewindefäden ohnehin durch den Schlitz für den Schraubendreher geschwächt ist.

Eher interessehalber frage ich mich, wozu der Ringnippel dienen mag, der über die Hohlschraube in dieses mir fremde Gehäuse führt. Das erinnert zwar an die Kupplungsglocke, aber irgendwie stimmen da die Relationen von Glocke und Lenkgetriebe nicht.  Hat dein 25 einen Ölkühler für das Hydrauliköl ?

Ok, die Schraube lässt sich nicht herausdrehen, weil sich durch das ständige Anlaufen der Lenkwelle am vorderen Ende der Schraube ein Grat bzw. Wulst aufgeworfen hat. Du kannst jetzt einerseits versuchen, evtl. unter Zuhilfenahme eines leichten Schlagschraubers die Schraube gewaltsam auszudrehen (dabei riskierst du aber möglichenfalls, dass das Gewinde im Gehäuse einen Schlag bekommt), oder du baust die Seitenplatte ab und schleifst zuerst den Wulst ab, um die Schraube dann problemlos ausdrehen zu  können.

So oder so ist die alte Schraube locker 10 mm zu kurz. Die solltest du auf jeden Fall durch eine längere ersetzen, um danach wieder sauber kontern zu können. Nur eine neue Mutter einbauen zu wollen wäre nicht hilfreich.

Falls du den Schlepper häufiger verwenden musst bist du wohl gut beraten, dir vor Beginn der Maßnahme entsprechende Dichtung und Öl zu besorgen, damit die Reparatur zügig abgeschlossen werden kann.  Wenn du das so in Angriff nehmen willst, könntest du der Vollständigkeit halber auch gleich den Simmerring der Lenkwelle (von der anderen Seite) erneuern.

Nochmal zur Größe der Schraube .... ich bin sicher, dass es M 9,5  ist.   Zollgewinde kann ich ausschließen, da ich dazu an der Drehbank die Zahnräder des Vorgeleges hätte wechseln müssen. Das war  garantiert nicht der Fall. Nebulös bleibt weiterhin, ob die Steigung nun 0,8 mm oder 1mm betrug. Wie schon angedeutet, das müsstest du zuerst an deiner Schraube ausmessen.

Am Rande sei erwähnt ... sehr gut gefallen mir die neuen Wellrohre ;-).   Den alten und eher verrosteten mangelt es eindeutig an Schick


gutes Gelingen für deine Maßnahmen :-)

von den frischen Höhen des
Westerwaldes

freundliche Grüße

Ulli ;-)

MF 130 Bj. 67
MF 274 S A Bj. 82
 
Hallo Ulli, 

Der Traktor steht immer in der Garage und dürfte auch in der Vergangenheit unter Dach gewesen sein. Wegen der Schraube, die schaut wegen der aufgesetzten Mutter so kurz aus, sonst müsste das normalerweise gut zum Kontern gehen. Das schau ich mir aber noch genauer an. Der Mf hat einen Ölkühler für die Hydraulik, hab ein Foto eingestellt. Grundsätzlich benötige ich den Traktor nicht, da ich keine Landwirtschaft betreibe, ist für mich ein Hobby und ich will ihn soweit fit machen, dass er für Sonntagsfahrten tauglich ist. Hab noch den Auszug vom Tep.Leitfaden reingestellt, da ist die Kontrollschraube drauf. Demnach wär nur der untere Teil mit Öl gefüllt. Bei mir ist jedenfalls nicht bis oben Öl drinnen, jedoch hab ich auch keine Kontrollschraube. Somit werde ich mal Öl kaufen und auffüllen. Lg Gerald eup-1137371782-1e61fb919b2c8906ff31bbcdfee65e5f-1656832470_big.jpg
 
hey Gerald :-),

lieben Dank für die Bilder. Sie bestätigen meine Vermutung ... du hast konzeptionell ein völlig anderes Lenkgetriebe, als ich die bisher an MF 30 und 130 sah.

Es ist mir nicht klar, ob diese Abbildung im WHB die korrekte Einbaulage abbildet ... vom Winkel her ... wenn dem so ist, dann ist für meine Betrachtung ein Ölspiegel bis Unterkante Kontrollstopfen (S) deutlich zu wenig. Die Doppelrolle (M) sollte nach meiner Einschätzung  dauerhaft im Öl stehen.

Es wäre mir plausibel, wenn du den Sachverhalt umgekehrt beschrieben hättest, dass in dem Lenkbereich, in dem der Großteil der Lenkeinschläge stattfindet die Lenkung eher Spiel hätte und nach außen hin, in die Extremeinschlagpositionen, die nicht oft benutzt werden, das Lenken schwerer würde. Sorry für den Bandwurmsatz  ;-)  Dann könnte man spekulieren, dass die Lenkschnecke in den häufig verwendeten Bereichen ausgenudelt ist.

Wie du das beschreibst, macht mir das nicht wirklich Sinn. Also, versuchs erst mal mit Öl bis ca. 5 cm unter Einfüllöffnung. Wenn das nicht besser wird, musst du dich mit der Einstellschraube und ihrer Positionierung beschäftigen.

Nun würde mich aber noch interessieren, welches Baujahr dein 25 ist.

Viel Erfolg für deine Maßnahmen :-)

von den frischen Höhen des
Westerwaldes

freundliche Grüße

Ulli ;-)

MF 130 Bj. 67
MF 274 S A Bj. 82
 
Hallo Ulli,

ja das Baujahr würde mich auch interessieren.  Ich hab den Traktor ohne Papiere erworben und am Typschild ist auch nichts eingestanzt . Produktionszeitraum war zw. 1961 und 63 , und mein nachgekaufter Typenschein läuft auf 1962.

Lg Gerald 
 
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