Laufbuchsen Perkins A3.152

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Schraubert

Gast
Hallo Schraubergemeinde,

ich hab mir vor ein paar Wochen einen MF 35 BJ 65 zugelegt und begonnen das gute Stück zu restaurieren. Geplant waren eigentlich nur neue Kolbenringe......aaber als der Kopf runter war waren im 2.Kolben deutliche Spuren einer defekten Düse zu sehen, als, Kolben raus. Die Laufbahn glatt wien Babypopo, nur im letzten cm ein leichter Grad. Beim letzten Kolben ist dann eben ein Stück der Buchse rausgebrochen. Jetzt meine Frage : hab ich ohne Profiwerkzeug eigentlich ne Chance die Dinger rauszubekommen und die neuen rein, ohne grösseren Flurschaden anzurichten?
Gruss Andreas
 
Das Problem bei diesem Motor ist, dass die Buchsen eingepresst werden und danach gehohnt werden müssen.

Dass so ein einfacher Hohnsatz für die Handbohrmaschine reicht, will ich jetzt mal bezweifeln.
Aber evtl. gibt es hier Leute, die den Motor schon mal entsprechend überholt haben.

Fürs Buchsen rausziehen gibt es hier irgendwo von Hinnerk ein Bild von nem eigengebauten Werkzeug (Auszieher). -> Suche

Gruß

Michael
 
Hallo Michael,
das hab ich mir fast gedacht, da wirds unter Umständen so ausgehen, dass ich den Motor zum Landmaschinentechniker meines Vetrauens bringe.....:(
hatte mir ja eigentlich vorgenommen alles selbst zu machen...
aber danke für die Bestätigung meiner Vorahnung.
Gruss Andreas
 
Hallo , Andreas , hallo Michael !
Andreas , meines Wissen nach hat Dein Motor "Bundbuchsen" , die müssten relativ leicht rausgehen . Du kannst das messtechnisch prüfen :bei den Buchsen oben (kopfseitig) und unten Aussendurchmesser ermitteln . Wenn Du oben einen grösseren Durchmesser hast , sind ´s Bundbuchsen , die gibt es einbaufertig zu kaufen .

Hallo , Michael !
Auch wenn Du es bezweifelst , als Antriebsquelle für Hohnwerkzeuge , egal , ob Profi- Werkzeug oder Billigausführung reicht eine Handbohrmaschine aus .
Vielleicht sollte man mal erklären , für was ein Hohnwerkzeug verwendet wird .
Beim Hohnen wird in die vorgearbeitete Zylinderwand ein Schliffbild , der so gen, Kreuzschliff eingebracht . Dieser Kreuzschliff erst ermöglicht es , einen Ölfilm zwischen Kolben und Zylinderwand aufzubauen .
Eine zu hohnende Bohrung fertigen Fachleute mit max 1/10 mm Aufmaß ., weil sich der Kollege , der das Hohnen erledigt , sich sonst zu Tode schleift .
Vorgearbeitet zum Hohnen wird mit Ausdrehwerkzeugen .

Nix für ungut , aber hiermit kenn ich mich aus , ich bin CNC-Fräser mit über 30 Jahren Berufserfahrung .

Grüsse aus dem Bergischen Markus
 
jo das is ja gut.
Aber ich dachte eher an die Sets, die ich mir für 30 Euro kaufen kann, dass die nix taugen oder ist diese Annahme auch falsch?

Siehe hier:
http://www.amazon.de/BGS-Bremszylinder-Honwerkzeug-3-armig-51-178-Backen/dp/B0019UCILE

Wenn das zu gebrauchen ist, dann würd ich mir das sofort zulegen!

Gruß

Michi
 
JeeperBGL:

...Bundbuchsen , die gibt es einbaufertig zu kaufen....
Hallo,

Das stimmt leider so nicht ganz.
Da nicht jeder Motorblock gleich tief ausgebohrt ist müssen die neuen Buchsen an jeden Zylinder einzeln angepasst werden um den korrekten Buchsenüberstand einzustellen. Die neuen Buchsen sind meist mit leichtem Übermaß (also der Dicke des Bundes) hergestellt damit entsprechend der Bohrungstiefe des Zylinders Material von der Buchse abgetragen werden kann.
Die Buchsen sollten also in einer Fachwerkstatt eingebaut werden, oder man macht es selbst, vorausgesetzt man hat die nötigen Werkzeuge.

Gruß
Tim
 
Hallo , Michael !
Wenn Du 30 Euro investierst , hast Du kein
Billigteil mehr .
Das Grundprinzip ist allen angebotenen Werkzeugen gleich .
Bei den teuren ist vielleicht die Zubehör .-oder Ersatzteilversorgung besser , aber das Arbeitsresultat ist gleich .
Für unsere Zwecke , d.h. MAL eine Bohrung nacharbeiten oder MAL einen Motor machen ,da tut´s auch die "Klobürsten-Variante".
Aber davon ab : unser "Streit" hilft dem Andreas nicht weiter . "Pressbuchsen-Motoren" sind halt ein Fall für den Spezialisten , weil sicher die wenigsten von uns über die entsprechende Ausrüstung verfügen .

Viele Grüsse Markus
 
Hallo, Tim !
Stimmt natürlich , die Bunddicke muss meistens angepasst werden .
Desweiteren gebe ich Dir recht :
Ab einem bestimmten Arbeitsaufwand muss einfach der Spezialist ran , die wissen (hoffentlich) , was sie tuen und es gibt auf die ausgeführten Arbeiten Garantie.

Gruss Markus
 
Sehen wirs, wie wir wollen, es bringt mir nix, hier jetz am falschen Ende zu sparen, wenn die Maschine später nicht läuft oder am Ende durch falschen oder unsachgemässen Einbau dat Dingen über die Wupper geht muss ich für ne ATM wesentlich mehr ausgeben. Ich werd morgen ma anfragen ob die Werkstatt um die Ecke Zeit hat, dann werden noch vier Schrauben mehr rausgedreht, die Maschine auf ne Palette geschnallt un rübergefahrn, und wennse ferdisch is, das ganze zurück.
Irgendwo hat halt die Hobbyschrauberei seine Grenze erreicht.
Aber danke für eure rege Beteiligung. Ich meld mich dann und berichte wie die Sache ausgegangen is.
 
Hallo zusammen,

nun kommt mein Erfahrungsbericht über Laufbuchsen ziehen und wieder einpressen.
Habe im Vorfeld schon mal fleissig im Forum gelesen und mich von Bericht des Admin blenden lassen.

Auspressen funktionierten nur auf einer Profipresse Habe mir ein exaktes Auspresswerkzeug gedreht und die Buchsen mit ca. 8 t Pressdruck aus dem Block geholt. Mit einer 16er Bastelgewindestange ging gar nichts.

Block gereinigt mit Bohrungen vermessen, so weit OK und mit dünnen Maschinenöl eingerieben. Danach Block ab auf die Presse und genau ausgerichtet. Die erste und zweite Buchse genötigten ca 6t Pressdruck, die dritte ist bei ca 8,5 t als sie schon halb im Block war auseinander geplatzt.

Block ist zum Glück noch OK.

Werde nun noch mal Ersatzbuchsen bestellen, Bohrung prüfen, evtl. Block erwärmen und neuen Versuch starten.

Denke aber mal, das wenn die Buchsen per Hand im Block gleiten, dieser schon ausgelutscht ist und die Buchsen dann im Betrieb auf- und abwärts wandern werden.

Ebenso kann ich nur dazu raten den Motor auch komplett zu zerlegen und alle Komponenten zu prüfen. Bei meinem AD 4.203 war zusätzlich noch das obere freilaufende Stirnrad defekt (halber Zahn rausgebrochen).

Bilder folgen noch.

gruss
rako
 
Hallo zusammen,

anbei Bild des Stirnrads

gruss
Rako
stirnrad4.jpg
[/url][/IMG]

stirnrad4.jpg
 
rako123:

Hallo zusammen,

nun kommt mein Erfahrungsbericht über Laufbuchsen ziehen und wieder einpressen.
Habe im Vorfeld schon mal fleissig im Forum gelesen und mich von Bericht des Admin blenden lassen.

Auspressen funktionierten nur auf einer Profipresse Habe mir ein exaktes Auspresswerkzeug gedreht und die Buchsen mit ca. 8 t Pressdruck aus dem Block geholt. Mit einer 16er Bastelgewindestange ging gar nichts.

Block gereinigt mit Bohrungen vermessen, so weit OK und mit dünnen Maschinenöl eingerieben. Danach Block ab auf die Presse und genau ausgerichtet. Die erste und zweite Buchse genötigten ca 6t Pressdruck, die dritte ist bei ca 8,5 t als sie schon halb im Block war auseinander geplatzt.

Block ist zum Glück noch OK.

Werde nun noch mal Ersatzbuchsen bestellen, Bohrung prüfen, evtl. Block erwärmen und neuen Versuch starten.

Denke aber mal, das wenn die Buchsen per Hand im Block gleiten, dieser schon ausgelutscht ist und die Buchsen dann im Betrieb auf- und abwärts wandern werden.

Ebenso kann ich nur dazu raten den Motor auch komplett zu zerlegen und alle Komponenten zu prüfen. Bei meinem AD 4.203 war zusätzlich noch das obere freilaufende Stirnrad defekt (halber Zahn rausgebrochen).

Bilder folgen noch.

gruss
rako

Ich glaub der Admin hatte auch einen 23c-Motor überholt und keinen Perkins.
44.gif
 
Moin,

das war ein AD 4.203 aus meinem MF 65.

Wie darf ich das hier verstehen:
Habe im Vorfeld schon mal fleissig im Forum gelesen und mich von Bericht des Admin blenden lassen
49.gif


Auch das war ein reiner Erfahrungsbericht und kein Versuch, hier irgendjemanden zu blenden. Meine hartverchromten Blechbuchsen ließen sich durchaus unter Zuhilfenahme eines exakt passenden Ausziehers (selbstgebaut bzw. gedreht) problemlos aus den Bohrungen ziehen. Die neuen Buchsen wiederum ließen sich gut geölt per Hand in die Bohrungen drücken (ich meine mich erinnern zu können, daß das auch so im WHB geschildert wird). Durch den Kragen am oberen Ende können sich die Buchsen nicht bewegen.

...das alles soll aber nicht heißen, daß eine solche Aktion generell einfach ist. Zumal es für den 4.203 und 3.152 durchaus verschiedene Buchsen gab, wie z.B. Schleuderguß oder aber eben die hartverchromten Blechbuchsen.

Gruß, Hendrik
 
Hallo, hab meinen 203er Motor gerade fertig bekommen, habe Motor großflächig erwärmt und die Buchsen in flüssigen Stickstoff (Bezug über Schweinebesamer) getaucht, dann braucht man nur die Büchsen schnell!!! einschieben und fertig!

Gruß

Rainer
 
Hallo,
hab mir einen langen Draht in Form eines Hakens gebogen, mit dicken Handschuhen diesen mit der Buchse in den Stickstoff getaucht, es entsteht ein Geräusch vom Abkühlvorgang, wenn dies verklungen ist, hat die Buchse die Kälte angenommen, aber bitte nicht an der Buchse lutschen (hat nach meiner Info mehr als 250 Grad minus). Danach schnell und ohne Verkanten in die akribisch gereinigte Bohrung, und Bundaufnahme (evtl. Reste von Verbrennungsrückständen) des Motorblocks kurz gegen Anschlag drückend halten bis die vom Anreifen weiße Buchse wieder die normale Farbe hat. Dann ist die Sache bombenfest, kann nicht mehr nachgerichtet werden. Hab meine beiden Motoren so gemacht, wunderbar gegangen, jedoch möchte ich hier erwähnen, daß ich natürlich keine Gewähr geben kann, daß dies bei allen Motoren und Buchsenarten hinhaut.
Hoffe geholfen zu haben, so brauchts auf alle Fälle keine Gewalt.

Gruß

Rainer
 
Hallo Schraubert
Bei meinem A3-152 lief es so wie bei Hendrik‘s AD4-203 .Die Buchsen waren die dünnwandigen,einbaufertigen und hartverchromten.Bei dieser Ausführung muss auf den Buchsenüberstand,besser gesagt Buchsenunterstand geachtet werden.Sitzt eine Buchse zu Tief ,gibt es extra Ausgleichsscheiben-ganz windige schmale Dinger mit jeweils 0.1mm.
Es ist allerdings auch möglich,das dein MF mit Bj.65 garnichtmehr die Chrombuchsen drin hat.(Motornummer)
Gruß MF-Kaefer
 
Hallo Leute,
hab mir die Buchsen in der Werkstatt wechseln lassen, es waren Gussbuchsen drin, die mit nur sehr viel Mühe sich dazu bewegen liessen, ihren Platz zu verlassen. Die Neuen gab es einbaufertig, d.h. sie mussten dann auch nicht mehr gehont werden.
Preislich hielt sich das Ganze auch im Rahmen.
Sämtliche ET ( Dichtsatz oben/unten, Kolben kompl., Buchsen,Lagerschalen, Kupplung kompl mit Ausrücklager , Wasserpumpe, Lenkköpfe, Krümmer , div. Kleinteile) + Arbeitslohn für die Buchsen und für die Kupplung knapp 1700 Euro fand ich jetzt nicht übertrieben.
44.gif

Gruss Andreas
 
Servus,

da kann man auf keinen Fall meckern! :)

Gruß

Michael
 
...und weil die Maschine so fertig war, hatts der Vorbesitzer nicht übers Herz gebracht, den vollen Betrag zu behalten, sondern hat mir die Tage 500 Euronen erstattet......
also erst Recht keinen Grund zu maulen.:-)
 
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