Hydraulikpumpe im ausgebauten Zustand testen?

cf_84

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Hallo,

gibt es irgendeine Möglichkeit, eine ausgebaute Hydraulikpumpe auf Funktion zu testen, oder zu prüfen, wie der Verschleißzustand ist? Gibt es irgendwelche Indizien, an denen ich erkennen kann, ob die Pumpe möglicherweise starke Verschleißerscheinungen zeigt?

Hintergrund: Bei meinem Restaurationsprojekt konnte ich vor dem Zerlegen die Funktion der Pumpe nicht testen, da die Maschine nicht lief. Jetzt habe ich alles auseinander und die Pumpe auf dem Tisch liegen. Eigentlich hatte ich vor, sie einfach wieder einzubauen. Nachdem der Rest der Verschleißteile des Traktors aber doch ziemlich starke Abnutzungserscheinungen zeigt, überlege ich , die Pumpe auch gleich zu erledigen, damit ich den Traktor nach dem ersten Probelauf nicht gleich wieder zerlegen muss.

Nun gibt es einen Satz O-Ringe für die Pumpe für 5,90€. Das wäre ja - auch wenn die Pumpe ok ist - kein Thema. Es gibt aber auch einen ganzen Reparatursatz für 170€. Die würde ich aber ungern investieren, wenn die Pumpe noch 1a läuft und vielleicht schonmal revisioniert wurde... Zumal der Traktor bei mir sicher keine 1000Betriebsstunden in den nächsten 10 Jahren bekommen wird... Eine funktionierende Hydraulik benötige ich aber auf jeden Fall...

Sagt möglicherweise das Spiel der Messingblöcke im Kolbenrahmen etwas über den Verschleiß aus?

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Hi christian,

ob der Aufwand die nochmal Auszubauen dir die 170€ Wert ist oder nicht, ... musst du entscheiden.

Die Kolbenpumpe hat drei Hauptfehlerquellen:

- Undichte Kolben

- Undichte Ventile

- Messingsblöcke

Wie sah denn der Filter und das Öl aus?

Für den Hobbybetrieb wirst du den Verschleiß nicht groß bemerken. Die Kolbenpumpe ist recht unanfällig und solange nichts wirklich kaputt ist, baut die auch Druck auf.

Eher kritisch für die Hydraulik sind das Überdruckventil und die Dichtungen des Hubkolbens/Hubzylinders.

Wenn die also nicht total verschlissen ist, wird die auch funktionieren ohne dass du groß was merkst.

Guck doch mal ob die Messingblöcke viel Spiel haben. Ansonsten kannst du die Pumpe auch zerlegen und reinigen, dann siehst du wie weit die Eingelaufen ist.

Gruß,

MHF
 
Hallo MHF,

Danke für die Rückmeldung!
Nachdem ich die Pumpe jetzt 2 Wochen auf meiner Werkbank liegend regelmäßig betrachtet habe
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komme ich passend zu deiner Aussage zu dem Ergebnis, dass ich die Pumpe zerlegen und die O-Ringe tauschen werde. Dann sehen wir weiter. Nach Werkstatthandbuch sollte das ohne große Probleme zu machen sein.

Undichte Kolben und Ventile sollten damit erledigt sein, vorausgesetzt, der sonstige Verschleißzustand passt und es gibt keine Riefen o.ä.

Der Ölfilter sah recht mies aus, siehe hier: 441029.forumromanum.com/member/forum/images/29/user_441029/fupl/eup-1133256001-11a4eae1113fa227da1d2499a808f611-1500270262_big.jpg , hat aber seine Funktion durchaus noch erfüllt. Der Ölkanal nach dem Filter war lediglich mit einer dünnen Schicht schwarzem Feinstaub belegt..

Das Öl, bzw. der Rest der da noch rauskam (ca. 7l) sah ok aus, als übermäßig verschmutzt würde ich auch das Gehäuse innen nicht bezeichnen.

Eine Prüfung des Überdruckventils steht schon auf der Liste, nach dem ich hier einen Beitrag gefunden habe, in dem ein Foto von einem geplatzen Hubkolben abgebildet war
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Und die Dichtungen des Hubkolbens werde ich ebenfalls austauschen.

Die Messingblöcke haben geringfügig spiel. Gibt es hier irgendeine Maßangabe, ab wann die als Verschlissen bezeichnet werden können? Sitzen die im Neuzustand stramm?

Was mir etwas mehr sorge bereitet, das Steuerpleuel der Pumpe ist offenbar mal auf einen Fremdkörper im Differentialgehäuse geschlagen:

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Ich hoffe mal, dass das alles noch auseinander zu bekommen ist, die beschädigten Teile habe ich bei den üblichen Verdächtigen mal nicht gefunden... Und die sind auch nicht Bestandteil des Reparatursatzes...

Ich berichte nochmal, wenn ich die Pumpe teilzerlegt habe. Das kann aber noch etwas dauern, weil dafür benötige ich ein sehr ruhiges Wochenende und viel Muße
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Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Hi Christian,

mir ist kein Verschleißmaß für die Blöcke bekannt.

Solange die noch die Kolben bewegen baut die auch den Druck auf. Würde nur eben geringfügig weniger fördern pro Umdrehung wenn da viel Spiel ist.

Wenn ich ein Maß in den Unterlagen finde, melde ich mich.

Gruß,

MHF
 
Ich hab mir heute mal den Schwinghebel etwas genauer angeschaut. Ich denke der muss neu...

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Ansonsten scheinen die Gleitstücke nahezu spielfrei zu sein. D.h. ich werde die Dichtungen nebst diesem Schwinghebel wechseln, das Überdruckventil prüfen und dann kommt die Pumpe wieder rein. 
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Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Ich hab heute mal etwas weiter inpsiziert an der Pumpe. Das Spiel der Blöcke beträgt ca. 0,35mm. Bei einem Hub von 20 oder 30mm sollte das bzgl. Fördermenge und Druck vernachlässigbar sein.

Zu dem Schwinghebel hätte ich aber mal noch eine Frage: Wozu ist der eigentlich da? Er bewegt die Hülse, in der die Feder für die Vorspannung des Verstellventils steckt, aber einen Einfluss der Hülsenbewegung auf das Ventil konnte ich nicht ausmachen... Kann da jemand Licht ins Dunkel bringen?

Bei den Ventilen sieht man schon deutliche Einlaufspuren, aber ich denke das tut der Dichtigkeit keinen Abbruch...

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Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
"Zu dem Schwinghebel hätte ich aber mal noch eine Frage: Wozu ist der eigentlich da? Er bewegt die Hülse, in der die Feder für die Vorspannung des Verstellventils steckt, aber einen Einfluss der Hülsenbewegung auf das Ventil konnte ich nicht ausmachen... Kann da jemand Licht ins Dunkel bringen?"

Tja mein lieber Christian,

das wüßte ich auch zu gerne genau, wozu das "Taumeln" der Hülse gut sein soll,

aber da kommt wohl nix an Antworten.

Meine Vermutung: Durch die Taumelbewegung der Hülse geht die Längs-Verstellung des Steuerschiebers mit Feder einfach "geschmeidiger/weicher" vonstatten,

weil hier kein ruckartiges"Losbrechmoment" der Dichtmanschetten und "Federverdrehung" erforderlich ist.

Werde mich dazu bei einem "älteren" MF-Meister schlau machen. Kann aber dauern, bis ich den wieder treffe.

Beste Grüße

+Matthes+
 
Also Jungs, bevor hier noch lange rumspekuliert wird... habe ich mal den Auszug aus Rep-Leitfaden eingestellt.

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Gruß,

MHF
 
Super, damit wäre diese Sache auch ein für allemal geklärt!
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Vielen Dank fürs Recherchieren!

Damit ist aber auch klar, dass der Hebel praktisch keine Kraft zu übertragen hat, und dass durch die im Foto oben ersichtliche "Beschädigung" keine Auswirkungen auf den Betrieb zu erwarten sind.

Den Schwinghebel werde ich dennoch austauschen, der kostet ja nicht die Welt.

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Na mein lieber Namensvetter,

immer wieder erstaunlich, was du so alles an Infos ausgräbst
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. Steht bei mir in keinem RLF.

Aber da lag ich doch mit meiner Vermutung, das die ganze Mimik dem geschmeidigen "Hin un Her" des Steuerschiebers dient,

gar nicht so schlecht, oder?

Gruß +Matthes+
 
Hi Matthes,

Ja lags voll richtig.

Die alten Konstrukteure wussten wohl aus Erfahrung das "geschmeidiges Hin und Her" immer gut ist....

Oje, jetzt wirds obszön
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Gruß,

MHF
 
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