E
Eicher3354
Gast
Hallo zusammen,
ich bin derzeit dabei meinen Eicher Mammut74 (gleich MF158) zu restaurieren. Hierzu werde ich noch die ein oder andere Frage haben und dies dann entspr. posten.
Aber zur Hydraulik. Bei der Renovierungsarbeien bin ich darüber gestolpert, dass es offensichtlich nicht möglich ist gleichzeitig die Heckhydraulik zu bedienen und die Zusatzsteuergeräte. Dies ist für mich und warscheilich auch für andere sehr umständlich, wenn jedesmal erst das Umschaltventil bedient werden muss. Diesbezüglich habe ich mich an +Matthes+ gewand und er hat mir ausführlich erklärt, was geht und was nicht; und warum nicht.
Anbei der Schriftverkehr:
Hallo Matthes,
ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit einem möglichen Komplettumbau der Regelhydraulik an dem MF (Eicher). Ich habe schon viel im Forum gelesen und auch, dass es "normal nicht möglich ist, den Heckkraftheber und die externe Hydraulik gleichzeitig zu benutzen. Mir auch durch den Aufbau dieser klar.
Aber, was wäre, wenn man die komplette Steuerung (alles was rechts neben dem Sitz und unterhalb des Sitzes ist) raus baut und an das Steigrohr einen T-Abzweig macht. Diesen dann nach draußen legt und über ein EW oder DW-Steuerventil zurück nach innen und dann damit direkt an den Hubzylinder geht. Halt mich bitte nicht für bekloppt, denn ich weiß leider bis auf die Infos von Bildern und Skizzen nicht, wie es unter dem Gehäusedeckel der Hydraulik aussieht. Ich weiß leider auch nicht genau, wie das Öl in den Hubzylinder kommt.
Falls dies möglich wäre, könnte man den Umschalthebel doch zus. auch auf "Extern" stellen und dann damit über weitere Hebelventile einen Frontlader steuern. Das Ventil für den 3-Pkt. könnte man mit ein oder 2 weiteren Ventilen erweitern, so hat man Anschlussmöglichkeiten für einen hydr.-Oberlenker oder Kipper, oder...
Wäre für eine Einschätzung deinerseits sehr dankbar, da du für mich einer bist, der kompetente Antworten gibt und meiner Einschätzung nach ein hohes Fachwissen hat.
Ich weiß natürlich, dass sich die Konstrukteure von MF damals haben einiges einfallen lassen und dass die Regelhydraulik ein Meilenstein war. Allerdings brauche ich die nicht und die Handhabung zwischen Heckkraftregler, Frontlader und Zusatzgeräten (Hydr. Oberlenker / hydr. Spalter) ist schon eine Herausforderung.
Danke und Gruß aus dem Sauerland.
Lothar
================================
Antwort von Matthes:
Moin Lothar,
uff, das wird ein längerer Roman und ist nicht einfach zu erklären. Fangen wir mal so an. Unter dem Steigrohrdeckel sind 3 Bohrungen. Durch eine davon kommt das Steigrohr nach oben, eine 2. stellt durch einen im Hydraulikdeckel liegenden Kanal die Verbindung zum internen Hubzylinder dar, die 3. eine Art Rücklauf ins Getriebegehäuse ist beim serienmäßigen Steigrohrdeckel verschlossen. Jetzt das erste große Problem. Der interne Hubzylinder für 3 Pkt. ist nur über Kolbenringe abgedichtet, nicht über Wedi, hat also einen kalkulierten Leckölverlust (je nach Verschleiß mehr oder weniger) etwas aber immer. Kann die Pumpe über den Regelmechanismus der Positionsregelung kein Öl nachfördern, sinkt die 3. Pkt. ab, man kann also keine feste Unterlenkerhöhe einstellen. Das ist eigentlich schon ein k.o. Kriterium, die Regelhydraulik außer Betrieb zu nehmen, neben der fehlenden Zugkraftverstärkung und Lagerregelung, auch wenn du letztere momentan nicht benutzt. Du würdest dich "schwarz" ärgern. Daher keine weiteren Gedanken daran sondern mein Lösungsvorschlag: Zuerst schickst du mir mal ein Bild von deinem Zapfwellenschaltdeckel.
Habe nicht selten erlebt, daß in MFs eine Zusatzpumpe eingebaut, aber "kurzgeschlossen" nicht benutzt wurde. Wäre eine eingebaut, wäre das prima. Wenn nicht könntest du eine nachrüsten. Arbeitstechnisch kein großes Problem, wenn der Schlepper sowieso getrennt wird. Über den Kostenfaktor kann ich nichts sagen, vielleicht findet sich ja ein gebrauchtes Teil.
Eine weitere Variante einer zusätzlichen Pumpe wäre über die Seitenzapfwelle/Mähwerksantrieb. Falls nicht vorhanden, diese Antriebe gibt es häufig gebraucht. Da könntest du eine Zapfwellenpumpe aufstecken. Ölzufuhr und Rücklauf nach den Zusatzsteuergeräten für FL, Spalter, Kipper, Oberlenker dieser Pumpe kann man sich über den Zapfwellenschaltdeckel holen. Das wäre mein Favorit, denn über die Pumpendimensionierung (Fördervolumen) könnte die Arbeitsgeschwindigkeit z.B. des Spalters bei weniger als der Hälfte der Motordrehzahl erfolgen, als mit der Kolbenpumpe (die bringt nur 16l/min bei Vollgas).
Wenn du mir bis hierher folgst, weil m.M. alles andere von der Handhabung her eine "Verschlimmbesserung" ist, gerne weiter.
Keine Sorge, wenn ich mal nicht zeitnah antworte. Bin gerade im Erntestress. Samstag hat sich unser Heuwender verabschiedet, gestern gleich am Anfang mit mechanischem Getöse unsere HD-Presse. Gottseidank hat mir ein Nachbar dann noch schnell alles in Rundballen gepresst.
Genervte
Grüße
+Matthes+
===============================
Hallo Matthes,
erst einmal vielen Dank für die so ausführliche Erklärung. Nun habe ich auch verstanden dass es nicht, (oder nur mit massiven Umbauarbeiten) geht, dann jedoch die Unterlenker machen was sie wollen (Leckölverlust). Dies ist natürlich ein NO GO!!!
Ich werde dies dann ins Forum stellen und dann versuchen auch entspr. Bilder einzustellen.
Ob ich eine Seitenzapfwelle montieren kann weiß ich nicht, da ich ja einen Allrad habe und vermute, dass da der Allradgetriebekasten sitzt, oder vertue ich mich da?
Dank und Gruß
Lothar
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Sollte hier jemand sein, der anderer Meinung ist, bzw. eine Lösung gefunden hat, so können wir dies hier gerne diskutieren.
Danke Schon mal für Eure Infos.
Gruß aus dem Sauerland
Lothar
(Eicher Mammut74 / MF158)
ich bin derzeit dabei meinen Eicher Mammut74 (gleich MF158) zu restaurieren. Hierzu werde ich noch die ein oder andere Frage haben und dies dann entspr. posten.
Aber zur Hydraulik. Bei der Renovierungsarbeien bin ich darüber gestolpert, dass es offensichtlich nicht möglich ist gleichzeitig die Heckhydraulik zu bedienen und die Zusatzsteuergeräte. Dies ist für mich und warscheilich auch für andere sehr umständlich, wenn jedesmal erst das Umschaltventil bedient werden muss. Diesbezüglich habe ich mich an +Matthes+ gewand und er hat mir ausführlich erklärt, was geht und was nicht; und warum nicht.
Anbei der Schriftverkehr:
Hallo Matthes,
ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit einem möglichen Komplettumbau der Regelhydraulik an dem MF (Eicher). Ich habe schon viel im Forum gelesen und auch, dass es "normal nicht möglich ist, den Heckkraftheber und die externe Hydraulik gleichzeitig zu benutzen. Mir auch durch den Aufbau dieser klar.
Aber, was wäre, wenn man die komplette Steuerung (alles was rechts neben dem Sitz und unterhalb des Sitzes ist) raus baut und an das Steigrohr einen T-Abzweig macht. Diesen dann nach draußen legt und über ein EW oder DW-Steuerventil zurück nach innen und dann damit direkt an den Hubzylinder geht. Halt mich bitte nicht für bekloppt, denn ich weiß leider bis auf die Infos von Bildern und Skizzen nicht, wie es unter dem Gehäusedeckel der Hydraulik aussieht. Ich weiß leider auch nicht genau, wie das Öl in den Hubzylinder kommt.
Falls dies möglich wäre, könnte man den Umschalthebel doch zus. auch auf "Extern" stellen und dann damit über weitere Hebelventile einen Frontlader steuern. Das Ventil für den 3-Pkt. könnte man mit ein oder 2 weiteren Ventilen erweitern, so hat man Anschlussmöglichkeiten für einen hydr.-Oberlenker oder Kipper, oder...
Wäre für eine Einschätzung deinerseits sehr dankbar, da du für mich einer bist, der kompetente Antworten gibt und meiner Einschätzung nach ein hohes Fachwissen hat.
Ich weiß natürlich, dass sich die Konstrukteure von MF damals haben einiges einfallen lassen und dass die Regelhydraulik ein Meilenstein war. Allerdings brauche ich die nicht und die Handhabung zwischen Heckkraftregler, Frontlader und Zusatzgeräten (Hydr. Oberlenker / hydr. Spalter) ist schon eine Herausforderung.
Danke und Gruß aus dem Sauerland.
Lothar
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Antwort von Matthes:
Moin Lothar,
uff, das wird ein längerer Roman und ist nicht einfach zu erklären. Fangen wir mal so an. Unter dem Steigrohrdeckel sind 3 Bohrungen. Durch eine davon kommt das Steigrohr nach oben, eine 2. stellt durch einen im Hydraulikdeckel liegenden Kanal die Verbindung zum internen Hubzylinder dar, die 3. eine Art Rücklauf ins Getriebegehäuse ist beim serienmäßigen Steigrohrdeckel verschlossen. Jetzt das erste große Problem. Der interne Hubzylinder für 3 Pkt. ist nur über Kolbenringe abgedichtet, nicht über Wedi, hat also einen kalkulierten Leckölverlust (je nach Verschleiß mehr oder weniger) etwas aber immer. Kann die Pumpe über den Regelmechanismus der Positionsregelung kein Öl nachfördern, sinkt die 3. Pkt. ab, man kann also keine feste Unterlenkerhöhe einstellen. Das ist eigentlich schon ein k.o. Kriterium, die Regelhydraulik außer Betrieb zu nehmen, neben der fehlenden Zugkraftverstärkung und Lagerregelung, auch wenn du letztere momentan nicht benutzt. Du würdest dich "schwarz" ärgern. Daher keine weiteren Gedanken daran sondern mein Lösungsvorschlag: Zuerst schickst du mir mal ein Bild von deinem Zapfwellenschaltdeckel.
Habe nicht selten erlebt, daß in MFs eine Zusatzpumpe eingebaut, aber "kurzgeschlossen" nicht benutzt wurde. Wäre eine eingebaut, wäre das prima. Wenn nicht könntest du eine nachrüsten. Arbeitstechnisch kein großes Problem, wenn der Schlepper sowieso getrennt wird. Über den Kostenfaktor kann ich nichts sagen, vielleicht findet sich ja ein gebrauchtes Teil.
Eine weitere Variante einer zusätzlichen Pumpe wäre über die Seitenzapfwelle/Mähwerksantrieb. Falls nicht vorhanden, diese Antriebe gibt es häufig gebraucht. Da könntest du eine Zapfwellenpumpe aufstecken. Ölzufuhr und Rücklauf nach den Zusatzsteuergeräten für FL, Spalter, Kipper, Oberlenker dieser Pumpe kann man sich über den Zapfwellenschaltdeckel holen. Das wäre mein Favorit, denn über die Pumpendimensionierung (Fördervolumen) könnte die Arbeitsgeschwindigkeit z.B. des Spalters bei weniger als der Hälfte der Motordrehzahl erfolgen, als mit der Kolbenpumpe (die bringt nur 16l/min bei Vollgas).
Wenn du mir bis hierher folgst, weil m.M. alles andere von der Handhabung her eine "Verschlimmbesserung" ist, gerne weiter.
Keine Sorge, wenn ich mal nicht zeitnah antworte. Bin gerade im Erntestress. Samstag hat sich unser Heuwender verabschiedet, gestern gleich am Anfang mit mechanischem Getöse unsere HD-Presse. Gottseidank hat mir ein Nachbar dann noch schnell alles in Rundballen gepresst.
Genervte
+Matthes+
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Hallo Matthes,
erst einmal vielen Dank für die so ausführliche Erklärung. Nun habe ich auch verstanden dass es nicht, (oder nur mit massiven Umbauarbeiten) geht, dann jedoch die Unterlenker machen was sie wollen (Leckölverlust). Dies ist natürlich ein NO GO!!!
Ich werde dies dann ins Forum stellen und dann versuchen auch entspr. Bilder einzustellen.
Ob ich eine Seitenzapfwelle montieren kann weiß ich nicht, da ich ja einen Allrad habe und vermute, dass da der Allradgetriebekasten sitzt, oder vertue ich mich da?
Dank und Gruß
Lothar
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Sollte hier jemand sein, der anderer Meinung ist, bzw. eine Lösung gefunden hat, so können wir dies hier gerne diskutieren.
Danke Schon mal für Eure Infos.
Gruß aus dem Sauerland
Lothar
(Eicher Mammut74 / MF158)


