FE35 qualmt blau und schwarz

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Andek87

Gast
Hallo Gemeinde,

ich bin Maik und habe seit kurzem einen Fe35 mit Standart 23c Motor von 1958 und hoffe auf Hilfe!

Der gute qualmt seit ich ihn habe extrem bläulich. Egal ob warm oder kalt und egal bei welcher Drehzahl. Ansonsten lief und klang er super. Jetzt hab ich als erstes mal die Einspritzdüsen erneuern und einstellen lassen. Da haben wohl zwei auch nur getropft. Der Schlosser hat diese erstmal auf 110 Bar eingestellt. Er meinte, dass die Pumpe vielleicht nicht mehr den vollen Druck bringt. Nun lief der Trekker unruhig, hat so seltsam dumpf gewummert, hat unter Last schwarz gequalmt und hatte keine Leistung mehr. Also Düsen wieder raus, festgestellt, dass eine der neuen Düsen festhängt und diese wieder getauscht. Diesmal hat er die Düsen auf 130 Bar eingestellt. Das Problem besteht nach wie vor. Und blau qualmt er auch immernoch. War das so richtig, wie der Schlosser das gemacht hat? Was kann ich tun, damit er wieder vernünftig läuft?

Danke für eure Hilfe!

Maik
 
Riecht der blaue Rauch nach verbranntem Öl? Brennt Ihnen der Rauch in den Augen, wenn Sie in ihm stehen? Kommt viel Rauch aus der Kurbelgehäuseentlüftung? In diesem Fall rate ich Ihnen, die Kompression zu messen. Höchstwahrscheinlich ist Ihr Motor stark verschlissen. Das blaue Rauchen kommt in den meisten Fällen daher, dass die Zylinderwände durch die vielen (leerlauf) Umdrehungen des Motors glitschig sind. Die Kolbenringe sind ebenfalls verschlissen und lassen Schmieröl durch, das dann ebenfalls verbrennt. wenn der Motor geöffnet ist, sollten Sie im Querschnitt leichte Kratzer an der Zylinderwand sehen (ca. 30* ). Diese verbessern die Schmierung, und wenn die Kolbenringe noch gut sind, kratzen sie das Öl ab, damit es nicht verbrennt.

Gruss, Bert
 
Ja, der blaue Qualm riecht verbrannt und man kann in der Rauchwolke nicht lange atmen. Aus der Kurbelgehäuseentlüftung kommt allerdings nicht wirklich was. Weder Öl noch Rauch. Werden es trotzdem die Kolbenringe sein? 

Noch eine Idee, warum er nun auch schwarz qualmt und keine Kraft hat nachdem die Düsen getauscht wurden?
 
Ich habe keine Ahnung, woher der schwarze Rauch kommt, vielleicht hat er die Düsen getauscht? Es gibt einen Unterschied im Spritzbild zwischen Direkteinspritzung und indirekter Einspritzung. wenn der Motor von der Kurbelgehäuseentlüftung nicht viel raucht, aber blau raucht, würde ich denken, dass die Zylinderlaufbuchsen völlig glatt sind und die Kolbenringe noch ausreichend abdichten. Aber das ist eine Vermutung, ich kann von hier aus nicht in den Motor schauen. Um das Problem wirklich zu lösen, würde ich einen Kompressionstest durchführen lassen und dann den Motor öffnen. Nur dann können Sie prüfen, ob 1) die Zylinderwände glatt sind. 2) wie abgenutzt die Zylinder sind: suchen Sie nach einem Stoßfänger direkt unter der Oberkante der Zylinderbuchse, wenn dieser Stoßfänger tief ist, müssen Sie die Zylinderbuchse ersetzen, und wenn er sehr flach ist, haben Sie vielleicht Glück und müssen die Zylinderbuchse nur leicht nachbearbeiten, so dass das Kreuzmuster aus leichten Kratzern wieder sichtbar ist. Ich würde auf jeden Fall wieder neue Kolbenringen montieren. Prüfen Sie es in Ruhe, messen ist wissen, und wenn Sie es sich selbst nicht zutrauen, holen Sie sich kompetente Hilfe.

Gruss, Bert
 
Hallo Maik,

Folgende Gedanken sind mir bei deiner Fehlerbeschreibung gekommen sind:

- Luftiflter freigängig? evtl. mal Ansaugschlauch abnehmen nicht das da ne Ratte drinsteckt
- Ventilspiel passt? ggf. prüfen und richtigstellen
- Einspritzleitungen alle richtig montiert, nicht das da eine Vertauschung passierte und z.B. Zylinder 2 auf 3 und 3 auf 2 angeschlossen wurde.
- Richtige Düsen verbaut? (Type und wirklich Neuware? nicht das das so "Ach die sehen ja noch gut aus, die kann man nochmal nehmen" sind)
- Dichtringe unter den Düsen getauscht? (Kompressionsverlust)
- Abgassystem freigängig? Evtl. mal Krümmer abnehmen und schauen ob alle Zylinder das gleiche Abgasbild aufweisen.

Wie gesagt, nur Gedanken, wenn das alles nichts hilft wird wohl eine Sanierung des Patienten anstehen.

Grüße
Josef
 
Ich danke euch für eure Antworten.

Ich werde sobald es die Zeit zulässt mir die Kolben und Laufbuchsen anschauen.

Den Ansaugschlauch hatte ich ab. Keine Änderung  

Ventilspiel prüfe ich demnächst aber klackern tut er nicht.

Die leitungen passen und die Düsen und Ringe sind definitiv alle vier neu und hoffentlich auch die richtigen (BDN12SPC6290)

Das mit dem Abgasbikd ist eine super Idee.  Das schau ich mir bei Gelegenheit auch noch an.

Ich hab mir mal einen Düsenstock aus Alu gefertigt mit Druckluftanschluss. Mein Schlosser meinte, dass ich so Druck aufbringen und hören kann, wo der Druck abfeift. Kann ich das so bedenkenlos machen? 

ich hab mir jetzt auch den Reparaturleitfaden gekauft um die Einstellung der Pumpe zu prüfen. Wenn ich den Motor nach dieser Beschreibung arretiere, stimmen die Markierungen in der Pumpe wie beschrieben überein. Allerdings kann ich den Rotor mit der "G" Markierung einige mm hin und her drehen. Das darf so sicher nicht sein, oder? 
 
Andek87:
Ich hab mir mal einen Düsenstock aus Alu gefertigt mit Druckluftanschluss. Mein Schlosser meinte, dass ich so Druck aufbringen und hören kann, wo der Druck abfeift. Kann ich das so bedenkenlos machen?
Das klappt gut! Kompressorbehälter auf 8 bar aufpumpen, dann Kompressor abschalten, einen Druckminderer dazwischen, auf 5 bar einstellen, und schauen, wie schnell der Druck im Kessel absinkt. Dann kannst du den Druckverlust in Liter/Minute bestimmen. Irgendwo im Netz hatte ich mal Werte gefunden (ich glaub es war eine Seite über Flugzeugmotoren)...

Auf jeden Fall hörst (und ggf. fühlst) du gut, wo die Luft rauskommt.

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Moin,

sehr gut. Dann mach ich das, wenn ich auch die Ventile prüfe. 

Gestern war der Schlosser da, der meine Düsen gemacht hat und hat sich mal einen Überblick verschafft. Ihm ist sofort der viele Rost in der Pumpe aufgefallen (die war noch offen, da ich ja die Einstellungen Überprüft habe). Die ist von innen komplett rostig und er meinte, dass das zu extremen Verschleiß führt. Ich hatte das natürlich auch gesehen aber wahrscheinlich wollte ich es nicht wahr haben und habe es nicht weiter beachtet... Außerdem hat er noch gesagt, dass meine alten Düsen schon bei 50 Bar aufgemacht haben. Kein Wunder nun, dass er mit den neuen Düsen schlecht läuft. Hätte mir er auch gleich sagen können... Er geht also davon aus, dass die Pumpe verschlissen ist. Das zuletzt beschrieben Spiel des Rotors ist nicht in der Pumpe sondern im Pumpenantrieb. Die Welle darin lässt sich in alle Richtungen bewegen. Da ist wohl das Lager Schrott. 

Ich werde heute noch den Pumpenantrieb abbauen und schauen, was man da reparieren kann. 

Was soll ich mit der Pumpe machen? Überholen lassen oder neu? Was sind die Vor- und Nachteile? Neu kostet die 580€ und ist laut Beschreibung einbaufertig. Das Überholen kostet sicher mehr, oder?
 
Wenn die Pumpe innen schon Rost hat, glaube ich kaum, dass sich das Überholen lohnen dürfte. Zu den aktuell neu erhältlichen Pumpen habe ich aber auch keine Erfahrungen...

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Hallo,

hier ein kurzes Update:

Ich habe eine neue Pumpe gekauft und verbaut. Es hat sich leider rein gar nichts verändert... :( Der Motor läuft nicht gut, er wummert (gestern habe ich festgestellt, dass das Wummern aus dem Luftfilter kommt), qualmt weiterhin im Stand blau und unter Last schwarz und hat keine Kraft. Meiner Ansicht nach läuft er zu fett. Und das sollte doch an den Düsen oder den Einspritzzeiten liegen, oder? Was kann es noch sein? Ob der blaue qualm von defekten Kolbenringen kommt, würde ich erst prüfen, wenn der Motor wieder wie vor dem Düsentausch läuft. Oder können die plötzlich so kaputt gehen, dass es die anderen Probleme verursacht?

Hat der Traktor eine Steuerkette? Könnte diese übergesprungen sein und so falsche Einspritzzeiten verursachen? (Hatte ich mal bei einem Auto)

VG

Maik
 
Hallo 

Ich habe auch einen FE35. Ich würde auch mal nach den Steuerzeiten sehen. Der 23C hat eine Steuerkette und einen Kettenspanner, der mal defekt sein kann! Also Stirnraddeckel ab und schauen. Allenfalls ist auch die Kette verschlissen und evtl. sogar die Zahnräder.

Zudem bei mir musste ich den Einspritzzeitpunkt verschieben (durch drehen der Pumpe). Da wo original die Markierung (aussen) war, da lief er nicht so schön. Nun etwas gedreht ist es viel besser.

Viel erfolg. Es gibt dazu auch Videos auf Youtube. 
 
@Maik alias Andek87,
prüfe vor du was machst noch ob auch wirklich alle Einspritzleitungen richtig angeschlossen sind (also Ausgang Pumpe Zylinder 1 auch an ESD von Zylinder 1 ist), nicht das hier eine Vertauschung passiert ist.

Grüße
Josef
 
Weiterhin besten Dank für die Tipps. 

Die ESP hab ich bereits in alle Möglichen Stellungen verdreht. Gebracht hat das aber nichts.Die Leitungen der ESP zu den Düsenstöcken hatte ich nie ganz ab. Die Form der Leitungen lässt ja auch kaum eine Verwechslung zu. Das sollte also passen. Sind die irgendwie durchnummeriert? Also kann ich das prüfen, ob die Leitungen jeweils am richtigen Ausgang sind? Wir hatten jetzt mal die Düsen und Düsenstöcke meines Vaters verbaut. Er hat ebenfalls den FE35. Damit lief er wieder fast wie vor dem Düsentausch. Kann ich mir überhaupt nicht erklären... Aktuell liegen meine Düsen und eine von meinem Vater beim Schlosser. Er soll die mal miteinander vergleichen. Mal sehen, was dabei raus kommt. 
 
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