Der MF 30 vom Thomas

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Hallo Zusammen,

ich lese parallel schon einige Zeit hier im Forum mit, während ich meinen MF30 wieder auf Vordermann bringe. Mein Massey war vor einigen Jahren bereits schonmal in Familienbesitz, wurde dann aber an den Nachbarn verkauft und von meinem Schwiegervater aus Mitleid wieder zurückgekauft, weil er nur draußen vor sich hin oxidiert. Danach stand er nochmal für einige Jahre im Schuppen, bevor ich letzten Herbst mit der Restauration angefangen habe. Als Besonderheit hat er noch einen Schneeflug. Das Raumschild liegt aber noch hinterm Holzstapel.

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Er hat sich auf jeden Fall von Anfang an gewehrt wieder ans Tageslicht zu kommen. Die Bremsen waren so festgegammelt, dass ich die Bremsbeläge von den Scheiben runtermeiseln musste. Der Motor ließ sich nach mehrmaligem entlüften und nach 3 Batterien auch wieder zum Leben erwecken. Letztendlich hat er es dann auf eigener Achse in die Garage geschafft.

Hier zeigten sich aber auch, dass der Gesamtzustand nicht der Beste war und man sein Material nicht im Freien stehen lassen sollte. Alleine das Getriebe"öl" spricht Bände.

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Mittlerweile habe ich bereits die Achstrichter inkl. Bremsen und Untersetzunggetrieben technisch (Wedis, Bremsbeläge neu, etc.) überholt.

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Das Getriebe sah trotz der Blörre noch gut aus. Lediglich in einem Bereich habe ich starke Korrosion gefunden. Diese konnte ich mir zunächst nicht erklären.

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Da das Getriebe sonst gut aussah, habe ich auch hier alle Dichtungen und Filter ausgetauscht. Der Ansaugfilter war auch fertig und wurde gegen einen neuen ausgetauscht. (ich habe das Glück noch einen halben 25er im Schuppen stehen zu haben, der für solche Fälle ausgeschlachtet werden kann :-))

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Als ich den Hydraulikdeckel überarbeitet habe, war mir klar, woher die Korrosionsspuren am Getriebe kamen. Der Hydraulikzylinder war komplett vergammelt und der Gammel ist dann vom Zylinder aufs Getriebe getropft. Auch hier musste der 25er aushelfen. Der Deckel hat dann neben neuen Dichtungen auch gleich neue Farbe bekommen,da ich später nicht mehr so gut an die Teile rankomme und ich so auch direkt die ganzen Einstellarbeiten am Einstellsegment vornehmen konnte.

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Aktuelle Stand schaut dann wie folgt aus. Und ja die Reifen sind falsch rum drauf ;)

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So das wars erstmal zum aktuellen Stand der Technik.

Bis demnächst und Grüße aus dem Schwarzwald

Thomas
 
hallo Thomas,

willkommen hier im Forum.

Eine schöne Arbeit hast du da bis jetzt abgelegt.Das Aussehen des Getriebeöls würde ich allerdings eher darauf zurückführen, dass es in diesem Jahrtausend noch nicht getauscht wurde. 

Dass Wasser im Getriebe ist/war, siehst du ja an den Rostpartikeln. Das ist ja schon die reinste Emulsion, was da herauslief. Sofern hinten an dem Plunger die Dichtung beim Eintritt ins Gehäuse noch in Ordnung ist sehe ich nicht, warum Wasser ins Getriebe kommen sollte.

Dass Wasser im Getriebe ist / war siehst du ja an den Rostpartikeln. Das ist ja schon die reinste Emulsion, was da herausläuft.

Durch die lange Standzeit kamen halt nie Ölpartikel oben auf die Schaltgestänge.

Für die kommenden Maßnahmen wünsche ich dir weiterhin ein glückliches Händchen ;-)

von den frischen Höhen des
Westerwaldes

freundliche Grüße

Ulli ;-)

MF 130 Bj. 67
 
Freut mich zu sehen das wieder ein MF 30 ans Leben gebracht wird. Bei mir sah das Getriebeöl damals auch so aus aber zum Glück wurde deer immer bewegt somit konnte da trotz des Wassers nicht Rost ansetzen. Wenn die Hintere Gummidichtung am Plunger in Ordnung sein sollte würde ich auf die Schalthebelgummis tippen welche auch gerne mal das Wasser seinen Weg ins Getriebe suchen lässt. Aber fürs erste viel Erfolg bei der Revision.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel
 
Hallo ihr beiden,

meine Vermutung ging auch dahin, das dort Wasser im Öl war. Der 25er steht ja auch schon ewig in unserem Schuppen und beim Getrieböl ablassen kam auch erst ein Schuss Wasser raus und dann erst das Öl. Was für mich interessant war, dass auch beim Verhältnis 10 Liter Öl zu 100 ml Wasser das Öl immer oben schwimmt :D

Ich hatte auch das Gestänge vom Plunger im Verdacht und habe daher noch eine neuen Faltenbalg eingebaut.

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Grüße aus dem Schwarzwald

Thomas
 
Wo hast du den Faltenbalg her wenn ich fragen darf ? und dichtet der wirklich richtig ab? Meiner ist auch nicht merh der neuste und auf dauer muss der auch mal neu. 

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel
 
Hi Daniel,

such mal nach "Faltenbalg F-4026-NBR". Der dichtet am Gestänge sehr gut ab. Damit er in der Bohrung im Deckel passt, habe ich ihn etwas aufgeweitet, in dem ich ein Stück Leerrohr mit D=20mm in den Faltenbalg eingesetzt habe. Danach geht er nur noch schwer in die Bohrung. Ich denke das er hier dann auch dicht genug ist. Ist auf jeden Fall besser als der alte.

Grüße aus dem Schwarzwald

Thomas
 
Hallo Thomas,

nach langer Zeit melde ich mich auch noch einmal im Forum wegen einer Frage. Ich habe gelesen, dass du bei deinem MF30 die Bremsen zerlegt und erneuert hast. An meinem würde ich auch gerne mal die Bremsen überprüfen, vor allem, weil ich glaube, dass zumindest die rechte Seite feucht ist. Mein Problem ist, dass der Trecker in Finnland steht und ich nur alle paar Wochen oder sogar Monate mal da bin, um daran zu arbeiten. Ich bräuchte einfach ein paar Tipps, wie ich die Bremse zerlegen und kontrollieren kann, wenn ich mal wieder da oben bin. Am kommenden Samstag fliege ich wieder hoch und bin dann für zwei Wochen vor Ort. Kann ich dann eventuell mal ein Fragen direkt an dich schicken? Das wäre total toll. Eventuell würde ich mich auch gerne mit meinen Fragen an Daniel wenden, wenn das okay ist ....

Viele Grüße 

Finnfergy (Norbert)
 
Also wenn die Bremse olig ist dann schaue Mal ob unten am Achatrichter die Staub/Öl Bohrung frei ist und wenn ja ob diese olig ist. Bremsbeläge kann man ohne den Achatrichter ab zu nahmen ausbauen und kontrollieren.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Westmünsterland Daniel (MF30 MF65 Mk II)
 
Ich würde auch wie von Daniel beschrieben zuerst schauen ob die Bremsen trocken sind, also kein Öl vom Getriebe auf die Bremsen läuft. Von außen hat man nur über den Ablauf die Möglichkeit zu kontrollieren, ob z.B. Öl rausläuft.  Meine waren z.B. komplett zugesetzt. Ich habe diese erst "entdeckt" als ich den Achstrichter sauber gemacht habe.

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Hier mal eine kleine Anleitung aus dem Gedächtnis, wie du die Fußbremsen abbaust.

1. Hinterrad abbauen
2. Sicherungsstift (1) raushauen --> im Bild bei mir zeitweise durch die Schraube ersetzt

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3. Hebel abnehmen
4. Gestänge (2) Richtung Rad rausziehen
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5. Jetzt noch das restliche Gestänge an der Verschlussplatte von der Bremse lösen, sowie die drei Schrauben, die die Platte am Achstrichter halten.
6. Verschlussplatte abnehmen / abziehen. Im Idealfall hast du dann auch den losen Bremsbelag mit ausgebaut. Dieser hängt an zwei Federn an der Verschlussplatte.

So kannst du mal einen Blick auf den vorderen Bremsbelag und auf die Bremsscheibe werfen. Wichtig ist, das hier kein Öl ist. Eingestellt wird die Bremse letztendlich über den hinteren feststehenden Bremsbeleg.

Grüße aus dem Schwarzwald

Thomas
 
Ich war in der Zwischenzeit nicht ganz untätig und habe angefangen den vorderen Teil auf Funktion und Zustand zu prüfen, sowie die ersten Teile zu tauschen.

Los ging es mit der Demontage der Schneeräumschild Aufnahme.

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Abbau von Motorhaube, Kühler und Tank waren auch kein Problem.

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Vorderwagen komplett getrennt.

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So, bis dato alles kein Problem. Als ich dann aber den Halter für das vordere Zugmaul und die Frontgewichte entfernen wollte, musste ich feststellen, dass irgendeiner der Vorbesitzer den Teil mit zwei Doppel T Trägern verstärkt und auch am Rahmen festgeschweißt hat. Blöd halt, dass der Träger runter muss, weil er die Befestigungsschrauben von der Vorderachse verdeckt und der Halter, vermutlich beim Schneeräumen, sich verbogen hatte. Also Flex und Dremel raus und vorsichtig die Schweißnähte auftrennen.

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Danach konnte ich dann endlich auch die Vorderachse ausbauen.

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Rahmen und einige der Anbauteile sind mittlerweile auch schon entlackt. Die neue Frontaufnahme stammt von meinem 25er.

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Bis dato gab es sonst aber keine größeren Überraschungen. Nur das Übliche wie Jahrzehnte alter Dreck, festsitzende Verbindungen etc. Die Lager in der Achsaufnahme für die Mittelachsbolzen und den Umlenkhebel der Lenkung sind beide Spielfrei. Der rechte Achsschenkel hat mittlerweile neue Lagerbuchsen erhalten. Spiel ist zwar noch minimal vorhanden, aber insgesamt wieder im Rahmen.

Über den Winter stehen jetzt die Lenkung und der Motor  an.

Grüße aus dem Schwarzwald

Thomas
 
Ah da isser ja DER Thomas.

Du bist also auch gerade schwer dabei.

Schön, dass du den Familien Trekker gerettet hast und ihn wieder fit machst.

Gut Schaff und nicht zu viele überraschungen wünsche ich dir.
 
Hallo und willkommen im Forum.

prima, da könnt ihr euch gleich gegenseitig helfen mit den MF´s wenn gerade mehrere baugleiche in Arbeit sind.

Viel Spaß bei dem Projekt

MFg Alex :-)

www.Fergy-Farm.de

info@fergy-farm.de
 
Die Restaurierung schreitet voran....

Alle Anbauaggregate vom Motor sind abgebaut, der Zylinderkopf ist ebenfalls runter. Dieser ist nach erster Inspektion gerade, hat aber gerissene Brennkammerdeckel. Da es diese zum Glück noch neu aus England für kleines Geld gibt, bekommt der Zylinderkopf direkt vier Neue spendiert.

Den Zylinderkopf war weg zur Überarbeitung und nach nur 2 Wochen wieder da. Folgende Sachen wurden gemacht:

- Zylinderkopf auf Dichtigkeit geprüft (war dicht bis auf zwei Froststopfen)
- Ventilsitze nachgefräst
- 4 Ventillführungen erneuert (Auslass)
- Neue Ventile und Federn eingebaut
- 4 neue Brennkammern
- ZK geplant

Ein kleiner Vorher-Nachher Vergleich

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Auf der Kipphebelseite sind deutliche Abdrücke der Ventilköpfe zu sehen.

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Zum Glück sehen die Kipphebel von meinem Teilespender noch besser aus. Also wird hier getauscht.

Wo ich am Anfang nur ein paar Dichtungen wechseln wollte, habe ich mich mittlerweile entschlossen den Motor ganz zu überholen.

Also Kupplung mit Gewindestangen sichern und abbauen: 

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Nach Abbau und Begutachtung der Kupplung zeigte sich diese in einem erfreulicherweise gutem Zustand.

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Vor dem Ausbau der Kurbelwelle habe ich noch das Lagerspiel an KW Lagern und Pleuellagern geprüft. Um das Spiel zu messen, habe ich Plastigage verwendet.

Kurbelwellenlager:

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Pleuellager

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Seitens der Kurbelwelle scheint also alles in Ordnung zu sein.

Vor dem Ausbau der Steuerung sollten noch die Stellungen der Zahnräder zueinander markiert werden. Bei mir war dies bereits geschehen. Vermutlich war der Motor schonmal überarbeitet worden.

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Nach dem Ausbau der Kurbelwelle, der Pleuel und Kolben ist der Motor jetzt fast zerlegt.

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Demnächst geht es dann weiter mit Ausbau der restlichen Teile, Laufbuchsen ziehen und reinigen. Danach kann dann der Aufbau starten.

Grüße aus dem Schwarzwald

Thomas
 
So Leute, es geht weiter mit meiner Doku....

In der Zwischenzeit habe ich den restlichen Motor zerlegt.

Beim Ausbau der Steuerräder für Nockenwellen und Einspritzpumpen hat sich ein Ölfilterschlüssel als ganz hilfreich erwiesen.

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Danach kann dann auch die Steuergehäuseplatte runter, die bis dato noch verhindert, dass man die Nockenwelle ausbauen kann.

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Jetzt kam der für mich spannenste Teil. Das Entfernen der Laufbuchsen. Hier war schon deutlich der OT zu erkennen.

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Ich habe mir hierzu einen Abzieher gebaut. Bestehend aus einer gedrehten Scheibe, einer M16 Gewindestange, einem stabilen U-Profil, sowie ein paar Unterlegscheiben.

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Dazu ein paar Holzklötze

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Den Abzieher positionieren ...

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... und schon kommt die Buchse.

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Ich muss sagen, es ging erstaunlich einfach und hat direkt Spaß gemacht.

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Hier mal ein Blick in den Motorblock von der Kühlwasserseite

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Hier heißt es mal wieder putzen, aber ansonsten habe ich nichts Spektakuläres gefunden.

Der aktuelle Zwischenstand sieht dann wie folgt aus.

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Grüße aus dem Schwarzwald
Thomas
 
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