Anlasser zu schwach, Batterie ok

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Raphael_MF65

Gast
Hallo zusammen,

leider startet mein MF65 nicht mehr. Ich hatte das vor einem Jahr schon mal, habe dann damals die Kohlen vom Anlasser getauscht und alles gesäubert, danach funktionierte der Anlasser wieder. In der Zwischenzeit wurde das gute Teil kaum genutzt, so dass die Kohlen eigentlich nicht schon wieder abgenutzt sein können. Es wurden mehrere Starterbatterien ausgetestet, leider ohne Erfolg, daran sollte es also auch nicht liegen. Problem stellt sich am ausgebauten Anlasser so dar, dass das Zahnrad ausrückt und auch anfängt sich zu drehen, dies jedoch sehr schwach. Im eingebauten Zustand reicht es dann nur noch für das "klicken", der Anlasser und Motor fängt dann gar nicht erst an sich zu drehen. Ich habe den Anlasser nun schon 2 mal auseinander gebaut, gereinigt und mit Lagerfett alles wieder gut eingefettet. Auch die Kohlen habe ich mit feinem Schmirgelpapier behandelt, trotzdem bringt der nicht genügend Kraft. Wäre toll, wenn mir hier jemand helfen und mir sagen könnte, was ich noch machen/messen/austauschen/prüfen/.... kann. Danke vorab.

Viele Grüße

Raphael
 
Hallo Raphael  ist das noch ein Lucas Anlasser?

Wechsle mal die Buchsen der Kollektorwelle.am günstigsten findest Du sie Bei Trekkergarage.
 
Hallo Raphael,

Deiner Beschreibung nach, handelt es sich um einen Lucas Torpedoanlasser, dessen Funktion ich für eigenwillig halte. Ich habe schon mehrere davon geöffnet und konnte keinen Fehler erkennen, aber gereinigt und gut geschmiert liefen sie wieder. Beim schmieren des Steilgewindes für das Ritzel muss unbedingt ein Graphitfett verwendet werden.(das Ritzel muss dabei auf dem Anker schwimmen)

Ein prüfen der Spannung am Anlasser und der Batterie beim starten, wäre auch sinnvoll um die Spannung zu vergleichen.(muss identisch sein)

Gruß Demian
 
Und sicher machen das im e-kabel gein wiederstand ist, auch nicht im masse trackt.

es passiert oft, das das vollig uberschaut word, und dann sind die kabel doch ein bisschen alt, gruhn und ist viel wiederstand (resistance) drin.
 
Hallo Raphael,

nachdem Du Batterie ausschließt und die Spannung an Batterie und Anlasser identisch ist, kann das Problem nur im Anlasser sein.

Im ausgebautem Zustand, spurt das Ritzel nicht ganz aus und dreht sich schwach. Dieses verhalten ist so vorgesehen um ein einspuren des Ritzels zu ermöglichen. Erst wenn das Ritzel vom Zahnkranz blockiert wird, sorgt die Drehbewegung daß das Ritzel über das Steilgewinde nach voren gezogen wird und dabei die Sperrklinke am Magnetschalter auslöst wodurch der Hauptstrom geschaltet wird. Deshalb ist es wichtig daß das Steilgewinde gut geschmiert ist.

Gruß Demian
 
Hallo,

hatte das gleiche Problem. Wenn er im ausgebauten Zustand nicht richtig läuft, kann es ja nur an den inneren Werten liegen. Forumsmitglied  Demian hat mir dazu gute Tips gegeben, weil ich das Teil erst gar nicht aufbekommen habe:(.

Nach dem Säubern aller Teile, einsch. der Führungen der Kohlen (weil die sonst nicht nachrutschen), und dem Abdrehen des Kollektors funktioniert der Anlasser wieder tadellos. Im Schlepper auch unbedingt auf eine gute Masseverbindung achten!

Gruß Tom
 
Hallo Demian,

ich werde mir mal Graphitfett besorgen und es damit probieren. Danke für den Tipp, ich werde berichten. Oder kann ich auch Graphitöl nutzen, das hätte ich noch zur Hand. Behandelt werden muss damit aber nur den Bereich, wo das Ritzel ausrückt, oder?

Viele Grüße 

Raphael 
 
Hallo zusammen,

also, habe mal gemessen. Die Spannung an Batterie und Anlasser geht an beiden Stellen beim Schalten des Magnetschalter identisch runter, der Magnetschalter klackt sauber und kräftig. Habe das vordere Gewinde und das Ritzel mit Graphitfett behandelt, da hat sich aber keine Änderung ergeben. Daraufhin mal die Feder am Ritzel ausgebaut und festgestellt, das dieses wirklich problemlos gleiten kann. Ich denke, das wird nicht mein Problem sein. Habe daraufhin den Anlasser jetzt komplett zerlegt und entfettet und mal den Magnetschalter separat getestet. Sobald der schaltet geht die Spannung auf 11,6V runter, das dürfte ok sein, oder? Bei ausgebauten Anker habe ich festgestellt, dass im vorderen Teil vom Gehäuse (wo auch der Magnetschalter drin ist) sich eine kleine Kammer befindet. Da ist eine Feder drin und ein paar alte Fäden. Kann es sein, dass dies die Reste von einem Reinigungs-Pad oder so was sind. Wo um alles in der Welt bekommt man denn so etwas neu? Oder kann man sich da aus einem Stück Stoff/Baumwolle und der Feder selber was "basteln"? Ich schätze mal, das war/ist dafür da, dass Schmitz rausgefiltert wird und nicht weiter ins Innere gelangt, richtig? Ansonsten habe ich keine Auffälligkeiten festgestellt, die Widerstände im Magnetschalter stimmen für mein Verständnis und der klackt auch sehr kräftig. Wie kann ich weiter verfahren? Was kann ich noch messen/prüfen? Danke für Eure Hilfe.

Viele Grüße

Raphael
 
Hallo Raphael,

das Steilgewinde am Anker muss auf ganze Länge gereinigt und geschmiert werden, das vordere Stück alleine wird nicht hilfreich sein. 

" dass im vorderen Teil vom Gehäuse (wo auch der Magnetschalter drin ist) sich eine kleine Kammer befindet. Da ist eine Feder drin und ein paar alte Fäden. Kann es sein, dass dies die Reste von einem Reinigungs-Pad oder so was sind. " 

Das was Du da beschreibst, sollte ein Fils zum Ölen des Ritzel im Lagerschild sein.(Bild wäre nicht schlecht) Da der Anlasser geschlossen ist, wäre ein Reinigungs-Pad auch nicht wirklich hilfreich.

Gruß Demian
 
Hallo Demian,

die Fäden und die Kammer, wo ich diese rausgeholt habe, sehen so aus:eup-1137086110-c1aba68f6549b882e63c39ed10394288-1611774649_big.jpg 

Ich kann auch nicht sagen, ob die Feder ursprünglich so in dieser senkrechten Position da drin war oder vielleicht quer. Gibt es vielleicht irgendwo eine Explosionszeichnung im Internet? Ich habe bislang leider nichts gefunden, google ist da nicht mein Freund. Entsprechend weiß ich auch nicht, wie dieser Haufen Fäden mal ursprünglich ausgesehen hat. Geschweige denn, wo ich das Stück als Neuteil erhalte oder ob ich es durch ein Stück Stoff/Filz oder so ähnliches ersetzen kann.

Aber mir ist noch was anderes aufgefallen. Und zwar war der Sprengring auf dem Anker ab: eup-1137086110-bf1448dedc5a8016f1ecd9950101717c-1611774787_big.jpg 

Ich nehme mal ganz stark an, dass dies die Ursache meiner Probleme ist, oder?! Gereinigt habe ich jedenfalls noch mal alles, und mit frischen Fett neu eingefettet. Ist prima leichtgängig, wobei ich fast behaupten würde, dass es das vorher auch war. Aber geschadet hat das sicher nicht.

Damit ich nun alles wieder zusammen bauen kann und hoffentlich erfolgreich testen kann, bräuchte ich jetzt "nur noch" eine Info zu den Fäden und der Feder aus dem ersten Bild. Gibt es noch besondere Vorgaben zum Fetten? Besonderes Fett, Öl? Reichlich oder eher dünn auftragen? Sonst noch irgend etwas, wass ich unbedingt beachten sollte?

Danke vorab und beste Grüße

Raphael
 
Hallo Raphael,

das ist ein eindeutiger Fehler, das sich der Segering gelösst hat, ohne schaltet der Magnetschalter nicht den Hauptstrom durch.

Die Fäden mit der Feder sind zum Ölen des Ritzels gedacht, was jetzt so nicht funktioniert. Ich habe jetzt auf die Schnelle versucht was zu finden, aber Erfolglos.

Als Tipp würde ich die Feder entwenden und das Lager mit Graphitfett bestreichen/füllen und wieder alles montieren.

Beim Segering auf festen sitz achten!

Dann sollte er wieder seine Arbeit nachkommen.

Gruß Demian
 
Hallo zusammen,

das wars leider nicht. Habe alles ordentlich gereinigt und geschmiert, mit frischen Graphitfett wie empfohlen. Alles zusammengebaut und auch den Segering wieder an seiner Stelle angebracht. Anlasser lässt sich auch leicht drehen, auch das Ritzel lässt sich leicht ausfahren. Allerdings dreht der (schon im ausgebauten Zustand) immer noch schwach. Wieder eingebaut in meinem MF65 das gleiche Problem wie vorher. Das Ritzel rückt auch aus und versucht zu drehen, es rastet auch in dem Zahnrad vom Motor ein. Ich erkenne das am Propeller vom Kühler, der leicht zuckt bei einem Startversuch. Aber die Kraft des Anlassers reicht nicht den Motor durchzudrehen und auf SChwung zu bekommen. Der Motor lässt sich aber drehen, wenn ich das mit einem Schraubenzieher am Zahnrad teste. Was mir noch auffiel: nach dem Einfetten beim ersten Test im Leerlauf fing der an zu qualmen. Da wird also offenbar irgendwas heiß drin, ist das normal? Oder geht da meine Energie in Wärme verlustig anstatt in die Bewegung des Ritzels zu fließen? Bei den weiteren Test war das dann weniger bzw. gar nicht mehr der Fall.

Viele Grüße, Raphael
 
Hallo Raphael,

das Problem ist immer noch, das der Magnetschalter den Hauptstrom nicht durchschaltet und nur mit einem Teilstrom (über Widerstand) läuft. (das ist so gedacht um das Ritzel einspuren zu lassen)

Nachdem das Ritzel im Zahnkranz halt gefunden hat, wird das Ritzel durch die Drehbewegung nach vorne herausgezogen wobei sich die Sperrklinke öffnet und der Hauptstrom geschaltet wird.

Beim Probelauf, ohne das der Hauptstrom durchgeschaltet wird, erwärmt sich der Widerstand und der Magnetschalter wird durch die Einzugswicklung überhitzt, da die erst durch den Hauptstrom abgeschaltet wird.

Jetzt sollte festgestellt werden warum der Hauptstrom nicht durchgeschaltet wird.

Anlasser fest im Schraubstock fixieren, nur Masse und den kleinen Anschluss anschließen, Ritzel kommt ein Stück raus, eventuell dreht der Anker ganz ganz sehr leicht.

Wenn jetzt das Ritzel mit der Hand ganz herausgezogen wird, sollte ein einmaliges klacken vom Magnetschalter zu hören sein.

DAS IST JETZT ETWAS ABENTEUERLICH UND ICH HABE ES SO AUCH NOCH NICHT PROBIEREN MÜSSEN, ABER WIE KANN ICH ES SONST FESTSTELLEN, OB DIE SPERRKLINKE AUSGELÖSST WIRD.

Die Drehbewegung wird dabei nicht verstärk.

Das sollte auch nicht öffters und lange probiert werden, da der Magnetschalter dabei Heiß wird.

Ist kein Klacken zu hören, wird die Sperrklinke nicht bewegt. Ohne Strom messen, wie weit das sich das Ritzel herausziehen lässt, so das man, bei gezogenen Anker den Weg nachstellen und die Sperrklinke angepasst werden kann.

Wenn ein klacken zu hören ist, ist die Drehbewegung zu schwach, um das Ritzel ganz heraus zu ziehen.

Gruß Demian
 
Hallo Demian,

vielen Dank für Deine Geduld und Deine ausführliche Hilfe. Bei der Ursache gebe ich Dir vollkommen recht, ich habe das drehende Ritzel (während der Drehung!) auch mal weiter rausgeschoben, dann wird ganz offenbar tatsächlich der Hauptstrom geschaltet und es beginnt die kräftige und schnelle Drehung. 

Problem ist also offenbar wirklich an dieser "Sperrklinke". Hier erst mal die dumme Frage, wie rum der "Teller" (zwischen Feder und Segering) da drauf kommt: mit der abgerundeten Seite Richtung Sperrklinke, richtig? So wie in meiner Zeichnung hier? eup-1137087782-788eb5d510ea8e61fe1966ff55847cf4-1612010462_big.jpg

Die Sperrklinke ist das dann dieses Teil, was sich mit einem Klack nach außen bewegt, sobald es durch den Teller entsprechend dazu angestoßen wird, der wiederum durch das sich nach außen bewegende Ritzel in Bewegung kommt, richtig? Ich habe schon mal Graphitfett dran getan, damit es nicht der Klack selber ist, der das Durchschalten vom Hauptstrom verhindert, hat aber leider nichts genutzt. Wie geht das mit "die Sperrklinke anpassen"? Muss die vielleicht früher auslösen und den Hauptstrom freigeben? Danke für Deine weitere Hilfe.

Viele Grüße

Raphael
 
Hallo Raphael,

wie schon geschrieben habe ich einige davon offen gehabt, aber das über 35 Jahre verteilt und den letzten von ca. 15 Jahren, so das ich nicht aus dem Gedächnis sagen kann, was wo wie  sein muss, aber das sollte sich mit Logig finden lassen.

Am Magnetschalter wäre es sinnvoll wenn die runde Seite, die Sperrklinke öffnet.

Ich habe mir das Bild mit dem losen Segering nochmal angesehen und habe Zweifell ob die Reihenfolge stimmt.

Die Hülse dann aber die abgerundete Scheibe, mit der Rundung zum Magnetschalter und dann die Feder und dann den Segering, eventuell mit einer dünnen Scheibe, das die Feder nicht direkt auf den Segering drückt.

Das würde, meiner Meinung nach sinnvoller sein und das Auslösen der Sperrklinke verfrühen.

Mann könnte das am Lagerschild nachstellen, indem man das Ritzel so befestigen würde und dann von hand das Ritzel heraus zieht, dabei die Kontaktbrücke des Magnetschalter von Hand auf die Kontaktflächen drücken und sehen wann die Sperrklinke öffnet.

Ich denke daß das Ritzel nach ca. 1.5 cm die Sperrklinke öffnen muss, auf jedem Fall vor erreichen der Entstellung.

Gruß Demian
 
Hallo Demian,

endlich kann ich heute eine Erfolgsmeldung geben. Habe den Anlasser in den letzten Wochen sicherlich  15 mal komplett zerlegt, neu gefettet, gesäubert, Schrauben ausgewechselt, Kontakte geprüft, auch das große Zahnrad am Traktor, in welches das Anlasser-Ritzel eingreift mal rundum gefettet, erneut die Kohlen ausgetauscht,......und plötzlich funktionierte er wieder. Vermute, es war die Kombination aus allen Faktoren, die im Endeffekt zum Erfolg führte. Ganz herzlichen Dank noch mal für die Unterstüzung hier in diesem Forum.

Viele Grüße

Raphael
 
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