Anlasser zieht nicht durch - Überholung

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crazy_mike

Gast
Hallo,

habe mir einen MF35 4-zyl. Baujahr 59 geholt.

Erstes Problem ist, dass der Anlasser nicht durchzieht.
Das konnte ich feststellen, indem ich eine voll aufgeladene Batterie direkt am Anlasser angeschlossen habe und dann eben gestartet hab.
Der Motor macht maximal eine bis zwei Umdrehungen.

Daraufhin hab ich den Anlasser mal zerlegt und festgestellt, dass der Kommutator sowie die Kohlen fertig sind. (kurz und schief)
Den Kommutator hab ich jetzt abgedreht und mit 600er Schleifpapier auf der Drehbank geschliffen.
Außerdem hab ich die Zwischenräume zwischen den Wicklungen am Kommutator ausgekratzt.

Weiß jemand von euch wie man den Rotor zusätzlich durchmessen kann ohne ein "magisches Auge" zu besitzen?

Könnte alleine das schon der Grund gewesen sein, für das schlechte Startverhalten vom Anlasser?

Weiterhin muss ich die Lagerbuchsen tauschen. Selber drehen wird denk ich schwer, da die Buchsen bestimmt in Zollmaß gefertigt wurden.
Weiß jemand wo man entsprechenden Ersatz herbekommen kann - ich hab nämlich nach ausgiebiger Suche gestern nichts gefunden.

Sonst würde es mich noch freuen, wenn jeder seine Erfahrungen bzgl. einer Anlasserüberholung schreiben könnte, damit ich (und auch andere, die das hier lesen) wissen was man noch so zu beachten hat.

Viele Grüße

Michi
 
Hallo Michi,

es gibt einen Buchsensatz für die Lucas Anlasser Typ M45G bis M127.

Wenn Du diese Angaben nicht auf dem Anlasser finden soltest, gib bitte die Anlassernr. bekannt.

Gruß
Peter
 
alles klar, werd ich nachschauen und auch bekannt geben.

Gehäuse ist nur grad beim Waschen bzw. Trocknen.

gruß
 
Servus Michi,

Bis jetzt hast du schon mal alles richtig gemacht!
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Der Kommutator ist wieder blank, ohne Riefen und die Zwischenräume sind ausgekratz. Bitte peinlichst darauf achten das wirklich alles aus den Zwischenräumen weg ist und kein Kontakt zum Nachbar besteht.

Nun schaltest du dein Messgerät auf Ohm/Widerstand und misst alle gegenüberliegenden Nuten durch. Sie müssen alle den gleichen Widerstand haben, geringe Abweichungen < 1 Ohm wären ok.
Wenn das alles in Ordnung ist und du neue Kohlen montiert hast, ist der erste Teil geschafft.
Nun prüfst du bitte die Verbindungsbrücke zwischen Magnetschalter und Anlasser. Diese Verbindung muß sauber, korrosionsfrei und fest sein. Sollte irgend etwas nicht stimmen hast du einen Übergangswiderstand an dem richtig Leistung hängen bleibt, die dem Anlasser beim Drehen fehlen.
Wie dick ist dein Hauptkabel von der Batterie zum Anlasser und in welchem Zustand befindet es sich? Es sollte mindestens 25mm² besser mehr haben und die Kontakte müssen sauber und fest sein.

Das alles bitte testen und Info zurück. Falls das alles nicht geholfen haben soll geht es weiter...

Ich habe meinen Anlasser, genau wie du, wegen mangelnder Leistung überholt und auch neue Kabel gezogen. Hauptfehlerursache war eine schlechte Verbindung zwischen Anlasser und Magnetschalter. Nun hat er so viel Kraft, das ich nur mit dem Anlasser eine runde drehen könnte...
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Gruß Andi
 
Stulln_Andi:

Der Kommutator ist wieder blank, ohne Riefen und die Zwischenräume sind ausgekratz. Bitte peinlichst darauf achten das wirklich alles aus den Zwischenräumen weg ist und kein Kontakt zum Nachbar besteht.

Also ausgekratzt hab ichs jetzt ca. nen halben Millimeter - hoffe das reicht?

Nun schaltest du dein Messgerät auf Ohm/Widerstand und misst alle gegenüberliegenden Nuten durch. Sie müssen alle den gleichen Widerstand haben, geringe Abweichungen < 1 Ohm wären ok.

Was bedeutet denn "gegenüberliegende Nuten"?
Was ich bis jetzt mit dem Ohmmeter gemessen hab, war für mich totaler Mist. Ich hab halt immer zwei nebeneinanderliegende Kontakte gemessen und immer 0,2 Ohm gehabt.

Ist das das was du meinst, oder meinst du was anderes? Falls ja, dann bitte etwas genauer erläutern.

Sollte irgend etwas nicht stimmen hast du einen Übergangswiderstand an dem richtig Leistung hängen bleibt, die dem Anlasser beim Drehen fehlen.
Also ich messe 0,00 Ohm.
Die dritte Nachkommastelle ist ja nicht mehr Interessant.

Dankeschön

Gruß

Michi
 
hallo Michi,

um den Wicklungswiderstand des Läufers zu messen, muss man natürlich die genau gegenüberliegenden Kontaktflächen des Rotors messen .....

genau so wie der Strom durch die Kohlen in die einzelnen Kupferplättchen des Stromwenders (Kommutators) fließt und auf der gegenüberliegenden (um 180 Grad verdrehten ) Seite wieder rauskommt.

hoffentlich war das jetzt nicht zu umständlich *besorgtschau* ....

viele Grüße

Ulli
 
Also ich kann jede Kontaktkombination wählen und hab immer 0,1 bis 0,2 Ohm widerstand... :/

Aber anscheinend stimmt das so!?
 
hi Michi,

hört sich gut an ... dass du das allerdings bei jeder beliebigen Position messen kannst .... *staun*

eigentlich sollte dieser Wert nur bei genau gegenüberliegenden Polen messbar sein ...

nach dem ohmschen Gesetz R = U/I .... umgestellt ... I = U/R .... 12 V / 0,1 V/A = 120 A

hört sich ganz realistisch an ....

leider habe ich meinen Anlasser nicht ausgebaut, so dass ich das mal durchmessen könnte ....

mfsg

Ulli
 
Ich schau mir des jetzt nochmal unter der Lupe an und dann bauch ich den Anlasser einfach mit neuen Buchsen und Kohlen zusammen.

Die Bremse ist auch schon recht runtergearbeitet.
Für was braucht man die eigentlich im Anlasser?
Dass es ne Bremse ist, hab ich nur im Ersatzteilkatalog gelesen.

Gruß

Michi
 
Servus,

Der ausgekratzte halbe mm ist Ok, Hauptsache die einzelnen Nuten/Kontaktflächen sind "nicht" mit dem Nachbar verbunden.

Uli hat das mit dem Messen schön beschrieben (vielen Dank), er kann das besser als ich...
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Du nimmst mit der einen Mess-Strippe eine Nut und mit der anderen Strippe die Nut genau gegenüber (180°). So misst du dann den kompletten Kollektor durch, es müßten etwa 20 Messungen sein. Die gemessenen Werte sollten ziemlich gleich sein. Wenn dem so ist, ist dein Kollektor voll in Ordnung.

Das mit deiner Bremse macht mich etwas stutzig, sowas hat ein Anlasser eigentlich nicht. Meinst du die Klaue die das Zahnrad bewegt???

Auch wenn du die Kabel mit dem Messgerät durchgemessen hast, prüfe sie nochmal optisch und auf Festigkeit der Kontakte. Wenn beim Startvorgang 200 Ampere fließen fallen selbst Kleinigkeiten ins Gewicht und die Leistung wird vermindert.
Hier mal ein Beispiel: R= U:I (Widerstand= Spannung : Strom) -> R= 12V : 200A =0,06 Ohm.

Dein gesamter Stromkreis hat beim Starten einen Widerstand von 0,06Ohm. Wenn du einen zusätzlichen Widerstand (schlechte Kontakte, etc.) von 0,01 Ohm dazu zählst, dann veringert sich der Strom bereits um ~30 Ampere.
Da darf man schon etwas pingelig sein bei den Kontakten, Kabeln, usw.
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Gruß Andi
 
Nee ich hab nur den Relais-Kontakt gemessen.
Das wird eh ne Restauration - also komplett alles neu verkabelt.

Bzgl. Strom kenn ich mich schon aus - hab ne Ausbildung als Mechatroniker und studier jetzt Elektrotechnik. Problem ist aber dass ich bei Motoren nicht so fit bin :/ .

Das mit der Bremse steht so im Ersatzteilkatalog.

bremse.jpg


Gruß
Michi
 
Weiß jemand von euch wie die Schrauben heißen mit dem die Eisenkerne der Feldspulen am Gehäuse befestigt sind?

Ich mein die hier.
Das sind auf jeden Fall keine normalen Senkschrauben.
schrauben.JPG
 
hallo Michi .....

bei uns (in Deutschland in Verbindung mit unserem metrischen System) heißen die .... wenn ich das richtig erkennen kann .... Linsensenkkopfschrauben ....

bei den von dir fotografierten Schrauben ist für eine echte Linsensenkkopfschraube für meinen Geschmack der konische Teil zu lange ....

Tom hatte da kürzlich einen Link zu einer tollen Gewindeübersichtsseite eingestellt .....
ich stelle sie hier nochmal ein ....

www.schrauben-normen.de/linsensenkkopf.html

mfsg

Ulli
 
Hm ja du hast recht.

Der konische Teil ist zu lang.

Es ist zum verzweifeln.
Gibt es solche schrauben evtl. mit deutschem gewinde beim Bosch-Dienst?

Gruß

Michael
 
Hi Michi,

Wenn du mehr über deinen Anlasser-Motor erfahren möchtest, es ist ein Gleichstrom-Reihenschlussmotor. Im Netz solltest du haufenweise Infos bekommen....

Das mit der Bremse macht mich immernoch stutzig, sowas habe ich noch nie gesehen. Eine Bremse macht aus meiner Sicht auch keinen Sinn, es würde den Anlasser nur unnötig mechansich belasten.
Beruchflich habe ich sehr oft mit Motoren zu tun, jedoch sind die Bremsen (wenn vorhanden) nicht im Motor, sondern immer von außen als Option angeflanscht. Diese müssen auch immer separat angeschlossen werden und sind nicht automatisch mit dem Motor angeklemmen. Kannst du die Seite oder das Bildchen hier rein stellen? Das würde ich zu gerne sehen.

Gruß Andi
 
Stulln_Andi:

Hi Michi,

Wenn du mehr über deinen Anlasser-Motor erfahren möchtest, es ist ein Gleichstrom-Reihenschlussmotor. Im Netz solltest du haufenweise Infos bekommen....

Das mit der Bremse macht mich immernoch stutzig, sowas habe ich noch nie gesehen. Eine Bremse macht aus meiner Sicht auch keinen Sinn, es würde den Anlasser nur unnötig mechansich belasten.
Beruchflich habe ich sehr oft mit Motoren zu tun, jedoch sind die Bremsen (wenn vorhanden) nicht im Motor, sondern immer von außen als Option angeflanscht. Diese müssen auch immer separat angeschlossen werden und sind nicht automatisch mit dem Motor angeklemmen. Kannst du die Seite oder das Bildchen hier rein stellen? Das würde ich zu gerne sehen.

Gruß Andi

Jop stell ich heute nachmittag rein.
Dass es ne Reihenschluss-Maschine ist, hat mir mein Vater schon gesagt, aber zufriedenstellende Literatur hab ich noch nicht gefunden.

Ist mir zu schemenhaft bis jetzt. Ich kauf mir evtl. mal ein Buch über Motoren. :)
 
N´Abend,

Das mit den Bremsscheiben is ja ein Ding, habe ich auch noch mal in meiner Teileliste nachgeschlagen. Ich kann mich nur noch dunkel an die Restauration meines Anlassers erinnern (über 2 Jahre her).
Ich kann mir das nur so erklären. Wenn der Startvorgang abgeschlossen ist und der Magnetschalter (+ die dazugehörige Mechanik) abfällt, dann wird das Antriebszahnrad durch die eingebaute Feder gegen die Bremsscheibe gedrückt und dadurch abgebremst. Vermutlich soll hier ein zu langes Nachlaufen des Zahnrades vermieden werden.
Ich weiß nicht ob ich mich jetzt verständlich ausgedrückt habe, Ulli hätte es mit Sicherheit besser hinbekommen...
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Gruß Andi
 
Stulln_Andi:

N´Abend,

Das mit den Bremsscheiben is ja ein Ding, habe ich auch noch mal in meiner Teileliste nachgeschlagen. Ich kann mich nur noch dunkel an die Restauration meines Anlassers erinnern (über 2 Jahre her).
Ich kann mir das nur so erklären. Wenn der Startvorgang abgeschlossen ist und der Magnetschalter (+ die dazugehörige Mechanik) abfällt, dann wird das Antriebszahnrad durch die eingebaute Feder gegen die Bremsscheibe gedrückt und dadurch abgebremst. Vermutlich soll hier ein zu langes Nachlaufen des Zahnrades vermieden werden.
Ich weiß nicht ob ich mich jetzt verständlich ausgedrückt habe, Ulli hätte es mit Sicherheit besser hinbekommen...
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Gruß Andi

So hab ich mir das auch gedacht.
Andererseits frag ich mich, ob man das wirklich braucht?

Schont wahrscheinlich Kollektor und Lager.
 
Hallo,

nur um euch auf dem Laufenden zu halten:

Hab jetzt die Ersatzteile bekommen.
Buchsen kosteten bei Heigl jeweils 1 Euro + 10 Euro Kohlen.
Die "Bremse" passt leider nicht. Die muss man sich selber bauen. - Geht natürlich nur wenn man ne Drehbank hat. *g*

Hab jetzt alles gestrahlt, grundiert und lackiert.
Morgen werd ich ihn dann wieder zusammen bauen.

Wenn ich fertig bin, dann werd ich nen bebilderten Bericht / Anleitung zum Anlasser überholen schreiben und veröffentlichen.

Gruß

Michi
 
Hm,

zusammengebaut.
Braucht aber 210 Ampere - im ausgebauten Zustand.

Ob das an dieser doofen Bremse liegt?

Gruß

Michael
 
So,

nochmal zerlegt und wieder zusammengebaut.
Ich hab in den Feld-Eisenkernen EnSat-Einsätze gemacht, weil ich die Schrauben nicht herbekommen hab.

Da das aber wie gesagt 60°-Senkungen sind, hat das mit der Auflagefläche meiner Senkschrauben nicht hingehauen. Deswegen wurden anscheinend die Eisenkerne nicht genug ans Gehäuse rangezogen, so dass sich dann der Anker zwischen diese Teile geklemmt hat und dann entsprechend schwergängig war.

Nachdem wir dann Sechskantschrauben mit A-Scheiben benutzt haben, lief der auch wieder relativ frei und wir hams wieder sauber zusammengebaut.

Jetzt braucht er ca. 100 - 110 Ampere ohne Last.
Ich denke das geht in Ordnung.

Ausführlicher Bericht folgt dann hoffentlich bis zum nächsten Wochenende.

Gruß

Michael

PS: Verwendet nie Farbe zum Spritzen ausm Baumarkt. War mein größter Fehler. Jetzt darf ich alles nochmal anmalen -.-
 
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