Standard 23c läuft schlecht nach Instandsetzung

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Andek87

Gast
Hallo Gemeinde,

nach einer langen Leidensgeschichte mit meinem 35er mit Standard 23c suchen wir noch immer nach der ausschlaggebenden Idee. Ich versuche mich kurz zu fassen:

Als der Schlepper vor 2 Jahren gekauft wurde, lief er gut, rauchte aber permanent hellgrau. Wir haben dann die Einspritzdüsen (BDN 12 SP 6290) getauscht und damit ging die Misere los. Der Trekker rauchte immernoch und lief zudem schlecht. Eine neue ESP brachte keine Verbesserung und wurde zurückgeschickt. Nach einigem hin und her lief er durch leichtes verdrehen der ESP zumindest wieder ausreichend gut, rauchte aber immernoch. Eine Kompressionsprüfung ergab ungleichmäßige und schlechte Werte. Im Dezember letzten Jahres brachten wir den Motor deshalb zum Schlosser zur Instandsetzung. Dafür gekauft habe ich dieses Set:

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Außerdem wurden die Lagerschalen gewechselt, die Ventile eingeschliffen usw.. Sonst war wohl alles dem Alter entsprechend okay. Nach dem Einbau des Motors sowie durchgführter Pumpeneinstellung sprang er nicht mehr an. Mit viel warmer Luft aus der Heißluftpistole und einem Spritzer Bremsenreiniger kam er dann, lief unrund und hat innerhalb von Sekunden die Garage schwarz zugenebelt. Als wir die ESP auf Anschlag nach oben verdreht haben, lief er halbwegs. Wir haben dann - ich weiß, sehr unkonventionell- das Antriebsrad des Pumpenantriebsgehäuses um einen Zahn verdreht. Die Pumpe wurde ganz nach unten gedreht. Nun sprang er halbwegs an, lief rauchfrei, klopfte aber etwas. Dann haben wir das Antriebsrad um 180° gedreht, um auszuschließen, dass er im falschen Hub einspritzt. Keinen Erfolg. Also alles wieder zurückgebaut. Da wir einen zweiten 35 haben, der hervorragend läuft, haben wir nun von dem die ESP sowie die Düsen eingebaut. Keine Besserung. Nochmals überprüft haben wir die Steuerkette sowie die Markierungen auf den Stirnrädern. Das passt. Den Schlepper haben wir dann getreu dem Mehraugenprinzip zu einem anderen Schlosser gebracht, welcher das volle Programm durchführte. Er hat nochmal alles zerlegt und geprüft. Kompression im kalten Zustand auf allen Zylindern bei 27 Bar. Einspritzdruck und Spritzbild passen. Die Einschätzungen der beiden Schlosser decken sich.

Aktueller Stand: Der Trekker springt halbwegs an, raucht aber wie eine Lok und läuft ungleichmäßig. Wenn man die Düse des 1. Zylinders abklemmt, raucht er deutlich weniger. Bei den anderen bleibt es gleich. Wir wissen aber nicht warum.

Hat jemand noch eine zündende Idee?

Danke fürs lesen und viele Grüße

Maik
 
Moin, der Motor ist sehr empfindlich was die Steuerzeiten angeht, die Markierungen mögen augenscheinlich stimmen der Kettenräder, es macht sich aber schon bemerkbar wenn die Kettenräder verschlissen sind , auf Grund der Rotation des Umfanges der unterschiedlichen Größe der Kettenräder durch Verschleiß verstellen sich die Steuerzeiten , dieses kann durch verdrehen der Pumpe in Richtung Motor kompensiert werden, aber wenn der Verschleiß soweit fortgeschritten ist langt das auch nicht mehr. Mein tip auch wenn es wieder eine Investition ist , erneuert die zwei Kettenräder, ( Nockenwelle und Kurbelwelle ) sowie die Steuerkette. 
 
Danke für den Tip, welchem wir auch nachgegangen sind. Tatsächlich war die Steuerkette und das Nockenwellenrad verschlissen. Die Kette war offensichtlich so gelängt, dass der Kettenspanner nur noch einen Hauch davon entfernt war, herauszufallen. Wieso auch immer Schlosser Nr. 1 der Meinung war, dass da alles in Ordnung sei...  Also haben wir alles neu gemacht. Auch das Kurbelwellenrad wurde getauscht. Letzteres war nicht normal zu bestellen und musste erst besorgt werden. Und nun geht das Dilemma weiter:

Das Kurbelwellenrad war nicht exakt Baugleich. Die Nut war ca. 2 mm gegenüber der des alten Rades versetzt, also wurden neue Räder besorgt. Alle waren aber anders, als das ursprünglich verbaute Rad. Kann das jemand erklären? 

Dennoch wurde ein neues Rad verbaut. Nun lief der Trekker aber nur, wenn die ESP auf Anschlag hochgedreht wurde. Eigentlich lief er so sehr gut, hat aber nach wie vor im Stand und im Schub gequalmt wie verrückt. Zum Test haben wir nun das alte Kurbelwellenrad wieder eingebaut, um zu schauen, ob die Nutstellung einen Einfluss hat. Mit dem alten Rad läuft er genau so. 

Wir haben mal nacheinander die Einspritzdüsen abgeklemmt, um zu sehen, welcher Zylinder den Qualm verursacht und siehe da, es qualmt ausschließlich aus dem Zylinder Nr. 1. 

Hat noch jemand Gedanken zum Thema?

Vor allem Interessiert mich natürlich, wieso noch immer scheinbar die Steuerzeiten nicht stimmen und wie es aus nur einem Zylinder qualmen kann.
 
Hallo,

hast du die  Einspritzleitungen an den  richtigen Anschlüssen montiert?

Gruß

Rainer
 
Ja, die Leitungen sind korrekt montiert. Zumindest sind sie so, wie bei unserem zweiten 35er und der läuft super. Theoretisch kann man die ja gar nicht falsch montieren, da es starre vorgeformte Leitungen sind. 

Nun folgender Stand:

Ich habe den Krümmer abgebaut, um nochmal zu prüfen, ob da irgendwas dicht ist. In diesem Zustand war auch eindeutig zu erkennen, dass es nur aus Zylinder 1 qualmt. Da wir ja schon festgestellt hatten, dass der Trekker besser läuft, je mehr man die ESP hochdreht, haben wir uns für einen nicht ganz so tollen Weg entschieden. Wir haben die Langlöcher am Flansch der ESP etwas verlängert und haben sie so noch weiter hochdrehen können. Ich weiß, sicher nicht die optimale Lösung. Nun haben wir außer in den ersten zwei Minuten nach dem Start keinen Rauch mehr und er läuft wunderbar. Das Startverhalten ist allerdings ziemlich elend. Ich begreife einfach nicht, was die Steuerzeiten so derart verstellen kann...  
 
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