J
Jochen4
Gast
Hallo Leute
Hier im Dorf ist jemand, der seine Kindheitserinnerungen aufgeschrieben hat. Unter anderem beschreibt er, wie er damals als Kind den Startvorgang des MF35 immer erlebt hat. Absolut zutreffend, wie ich finde! :-D
"...Onkel Hans hatte mittlerweile den Mähdrescher wieder laufen und parkte ihn an der Seite. Dann ging er zum Teich, wo der alte MF35 stand, und versuchte ihn zu starten. Er nahm eine Dose Startpilot aus dem Werkzeugkasten, setzte sich auf den Fahrersitz und begann mit dem Vorglühen. Der MF35 sprang immer schon sehr schlecht an. Onkel Hans würde den Startpilot brauchen, so viel stand fest! Und weil der Trecker immer so schlecht ansprang, hatte Onkel Hans ihm sogar mal mit der Flex ein Stück Motorhaube herausgeschnitten, damit eine größere Batterie hinein passte, die mehr Ausdauer hatte als die für den Trecker vorgesehene. So war sein Ferguson schon von weitem erkennbar: es ragte auf der linken Seite nämlich eine so große Batterie aus dem Motorraum, wie man sie sonst nur bei Baggern oder LKW finden würde. Mit ernster Miene startete Onkel Hans jetzt... Würde der Trecker heute anspringen? Der Motor keuchte. Obwohl er schon etliche Umdrehungen hinter sich hatte, war noch nicht eine einzige Zündung zu hören. Unterdessen wurde kräftig Startpilot in den Ansaugstutzen gesprüht. Dann, irgendwann, gab der erste Zylinder durch ein ‘Töff‘ das erste aber widerwillige Lebenszeichen von sich. Allerdings noch unregelmäßig. Da setzte dann auch der zweite Zylinder ein Rauchzeichen ab und manchmal, wenn die beiden einzigen funktionierenden Zylinder mal direkt nacheinander zündeten, konnte man mit viel gutem Willen sowas wie einen Motorlauf erkennen. Inzwischen gesellte sich auch Zylinder 3 hinzu. Das wurde auch langsam Zeit, denn die Batterie war inzwischen schon im anaeroben Bereich. Und trotz ihrer Überdimensionierung wies der langsamer drehende Starter deutlich darauf hin, dass auch die größte Batterie irgendwann alle Viere von sich streckt. Doch dann zeigte sich auch Zylinder 4 und das unregelmäßige Töff – töff toff, töff – töff toff, hörte sich an wie ein sich langsam stabilisierender Rhythmus und schließlich klang das ganze Ensemble wie ein richtiger Motor. Mit immernoch ernster Miene verstaute Onkel Hans den Startpilot und legte den Rückwärtsgang ein. Rückwärts fuhr er über den gesamten Hofplatz zum kleinen Maschinenschuppen, wo die Presse stand; und achtete immer genau darauf, dass der Motor nicht abgwürgt wurde. Die Presse wurde dann..."
Hier im Dorf ist jemand, der seine Kindheitserinnerungen aufgeschrieben hat. Unter anderem beschreibt er, wie er damals als Kind den Startvorgang des MF35 immer erlebt hat. Absolut zutreffend, wie ich finde! :-D
"...Onkel Hans hatte mittlerweile den Mähdrescher wieder laufen und parkte ihn an der Seite. Dann ging er zum Teich, wo der alte MF35 stand, und versuchte ihn zu starten. Er nahm eine Dose Startpilot aus dem Werkzeugkasten, setzte sich auf den Fahrersitz und begann mit dem Vorglühen. Der MF35 sprang immer schon sehr schlecht an. Onkel Hans würde den Startpilot brauchen, so viel stand fest! Und weil der Trecker immer so schlecht ansprang, hatte Onkel Hans ihm sogar mal mit der Flex ein Stück Motorhaube herausgeschnitten, damit eine größere Batterie hinein passte, die mehr Ausdauer hatte als die für den Trecker vorgesehene. So war sein Ferguson schon von weitem erkennbar: es ragte auf der linken Seite nämlich eine so große Batterie aus dem Motorraum, wie man sie sonst nur bei Baggern oder LKW finden würde. Mit ernster Miene startete Onkel Hans jetzt... Würde der Trecker heute anspringen? Der Motor keuchte. Obwohl er schon etliche Umdrehungen hinter sich hatte, war noch nicht eine einzige Zündung zu hören. Unterdessen wurde kräftig Startpilot in den Ansaugstutzen gesprüht. Dann, irgendwann, gab der erste Zylinder durch ein ‘Töff‘ das erste aber widerwillige Lebenszeichen von sich. Allerdings noch unregelmäßig. Da setzte dann auch der zweite Zylinder ein Rauchzeichen ab und manchmal, wenn die beiden einzigen funktionierenden Zylinder mal direkt nacheinander zündeten, konnte man mit viel gutem Willen sowas wie einen Motorlauf erkennen. Inzwischen gesellte sich auch Zylinder 3 hinzu. Das wurde auch langsam Zeit, denn die Batterie war inzwischen schon im anaeroben Bereich. Und trotz ihrer Überdimensionierung wies der langsamer drehende Starter deutlich darauf hin, dass auch die größte Batterie irgendwann alle Viere von sich streckt. Doch dann zeigte sich auch Zylinder 4 und das unregelmäßige Töff – töff toff, töff – töff toff, hörte sich an wie ein sich langsam stabilisierender Rhythmus und schließlich klang das ganze Ensemble wie ein richtiger Motor. Mit immernoch ernster Miene verstaute Onkel Hans den Startpilot und legte den Rückwärtsgang ein. Rückwärts fuhr er über den gesamten Hofplatz zum kleinen Maschinenschuppen, wo die Presse stand; und achtete immer genau darauf, dass der Motor nicht abgwürgt wurde. Die Presse wurde dann..."