MF135 startet nicht - Zündschloss oder Leerlaufschalter?

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FranzFerginand

Gast
Hallo zusammen,

ich hoffe es kann mir hier jemand ein paar wertvolle Tipps zu meinem Problem geben. ;-)

Ich habe einen MF135 BJ1965. Dieser ist bis jetzt immer einwandfrei gelaufen und ließ sich problemlos starten. Er war nur jetzt knapp ein Jahr nicht mehr in Betrieb und ließ sich plötzlich nicht mehr über den Zündschlüssel starten.

Und zwar macht er absolut keinen Mucks auf der Start Stellung am Zündschloss. Also nichtmal das Klack der Ankerspule. Durch kurzschliessen der Ankerspule direkt am Starter lässt er sich aber starten. D.h. für mich ist erstmal die Batterie und der Starter selbst auszuschliessen. 

Nun sind meiner Meinung nur noch das Zündschloss oder der Leerlaufschalter die Ursache des Problems. Dabei habe ich aber auch gleich zwei Probleme. Bevor ich wahllos Teile austausche, würde ich es gerne ganz genau wissen :-)).

1. Ich weiß nicht wie ich das am Zündschlossschalter rausmessen kann. Messe ich die Spannungen im angeschlossenen Zustand? An welchem Pin sollte dann nichts oder 12 V bei der Start Stellung anliegen? Oder messe ich besser auf "Durchgang"? Aber auch hier das gleiche Problem wo muss bei der Start Stellung zwischen welchen Pins Durchgang sein, oder nicht?

2. Ich weiß nicht wo der Leerlaufschalter sitzt und wie ich den testen kann und gegebenenfalls tauschen kann.

Oder gibt es sogar noch eine andere Möglichkeit? Ich habe schon mal was von einem Anlasserrelais gelesen, habe ein solches bei meinem Schlepper nicht gefunden. Was aber nichts heisst :-)).
Es gibt so viele erfahrene Leute hier, da kann mir doch bestimmt jemand was sagen :-).

Viele Grüße,
Franz
 
Hallo Franz,

bei mir war es der Sicherheitsschalter, einfach die beiden Kabel des Schalters verbinden, dann sollte die Maschine starten.

Grüße

Michael
 
Hallo Franz,

eventuell kannst Du am Zündschloss nach links derhen,(glühen und starten) sollte er dabei starten, wäre das Zündschloss defekt.

Das prüfen des Zündschloss ist nicht aufwendig, einmal Dauerplus und dann Plus in Startstellung.(bei kein Plus in Startstellung auch Dauerplus auf Startstellung prüfen)

Die Anschlüsse musst Du rausfinden, ich denke das Dauerplus grosser und kleiner Anschluss, grosser Anschluss Vorglühung und kleiner Anschluss zum Starten.

Gruß Demian
 
Der Leerlaufschalter sitzt übrigens auf dem Getriebe, wenn du dem Gruppenschalthebel geradeaus nach vorne folgst, direkt vor dem Lenkgetriebe (erkennbar an den 2 Kabeln, die da ran gehen, und versteckt unter einer Gummitülle)

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Wenn du ein Multimeter hast dann gehe voltendermaßen vor. Messespitze auf plus Pol Batterie die andere am Anlasserrelais. Nun mit Zündschloss starten und schauen was das Multimeter anzieht. Bis 0.5V sind ok, falls mehr angezeigt wird dann gehst du den nächsten Schritt und gehst mit der Messespitze vom Anlasser auf das Kabel am Startsicherheitsschalter nun Zündschloss wieder auf Start und messen wieder dieselbe Prozedur bis 0.5V ist okay alles darüber nicht gut. Wenn mehr dann Messespitze auf Startsicherheitsschalter Eingang und messen. Dann Ausgang am Zündschloss dann Anschluss Eingang am Zündschloss. Sobald bei den unterschiedlichen Messpunkte ein Wert von maximal 0.5V angezeigt wird ist die komplette Strecke davor in Ordnung und das besagte Bauteil oder Kabel danach ist defekt.

Edit: das Anlasserrelais ist das kleine Bauteil am Anlasser wo das kleine Kabel angeschlossen ist.
 
"das Anlasserrelais ist das kleine Bauteil am Anlasser wo das kleine Kabel angeschlossen ist."

Keine Ahnung was du da meinst Daniel. Vermutlich den Magnetschalter. Der 135er hat kein Startrelais!

Gruß +Matthes+
 
Meine Empfehlung, nimm eine einfache Prüflampe und geh vom Anlasser her rückwärts den Kabelbaum zurück.

Frage noch vorweg, welcher Anlasser ist verbaut?
Beim Bananenanlasser (Schraubschubtriebstarter) müsste m.W.n. noch ein externer Magnetschalter im Amaturenbrett hängen. Beim "normalen" Anlasser (Schubtriebstarter) sitzt dieser Magnetschalter huckepack auf dem Anlasser.

Wenn du mit der Prüflampe anfängst, geh auf den Anlasser und schau ob die Lampe brennt wenn du auf Klemme 30 (das Dicke Kabel) kontaktierst und wenn du bei betätigtem Zündschloss (bitte Getriebe und Gruppenwahlhebel auf Neutral stellen und Handbremse anziehen) an Klemme 50 (das dünnere Kabel das vom Zündschloss über den Sicherheitsschalter kommt) ebenfalls eine brennende Prüflampe hast hat dein Starter eine Macke.

Brennt die Lampe bei zweiter Prüfung nicht, verfolge das Kabel und gehe an jedem Punkt vor bis du die Unterbrechung des Stromkreises gefunden hast.

Grüße
Josef

p.s. Messgeräte haben mich im KFZ-Bereich schon sehr oft auf falsche Färten geführt da die Mesströme zu gering sind. Oft treten die Problemverursachenden Spannungsabfälle die durch gesteigerte Übergangswiederstände entstehen erst bei höheren Leistungen auf. Daher hat sich die gute alte Prüflampe bei mir als Mittel der ersten Wahl bewährt. Ach und noch eine Bitte, unterlasst es bitte Kabel anzupieksen, das rächt sich auf kurze oder lange Zeit.
 
Liebe Leute, ich bedanke mich schon mal für die ersten Antworten. Ich kann jetzt leider über das Wochenende keine weiteren "Forschungen" an meinem 135er machen, aber nur soviel Zusatzinformation noch:

- Ich habe keine Prüflampe und mich hat mein Multimeter noch nie auf eine falsche Fährte geführt. Das Problem mit der Prüflampe ist halt, dass die teilweise schon bei 6 V leuchten, diese Spannung aber bekanntlich beim 12V Bordnetz bereits keine Funktion mehr gewährleistet ;-). 

- Ich weiß nicht welche Art von Anlasser verbaut ist, ich weiß nur dass ich ihn vor einigen Tagen neu gekauft und eingebaut habe, weil der alte beim Kurzschliessen die Ankerspule nicht mal mehr angezogen hat. Ich habe aber für meinen 135er keine zwei verschiedenen Anlasser zum Kauf gefunden. Egal von welchem Händler - es gab nur den einen.  Und dass ich den Anlasser ausschliessen kann, hab ich schon in meiner ersten Anfrage geschrieben ;-).

- Danke Matthes! Damit hat sich meine Vermutung bestätigt, dass bei meinem 135er kein Anlasserrelais verbaut ist.

- Danke Christian! Den Leerlaufschalter sollte ich auf diese Weise finden und testen können ;-).

Ich werde nächste Woche hoffentlich neue Erkenntnisse haben.

Viele Grüße,

Franz
 
Um deine Frage zu beantworten Matthes um ich habe den Magnetschalter am Anlasser als Anlasserrelais bezeichnet da dieser Begriff ja nun schon ein paar Mal hier gefallen ist und er im Grunde ja auch nichts anderes ist wie ein erweitertes Relais. Aber über Bezeichnungen kann man streiten. 

Die Sache mit Prüflampe und Multimeter ist die man muss die Indikatoren entsprechend deuten klar Multimeter kann 12V anzeigen und trotzdem funktioniert etwas nicht und mit Prüflampe sieht man dann das diese nicht leuchtet aber gerade bei einer Spannungsverlustmessung wie ich sie beschreiben habe mit Multimeter oder wie nach meinem Post mit prüflampe beschrieben. Da finde ich die Methode mit Multimeter sicherer aus bereits erwähnten Grund mit 6v anzeigen. Aber wichtig ist die Durchführung der Messung im Ablauf hinten beginnen unter Last zu messen und dann immer weiter Richtung Batterie hin arbeiten.
 
Nun Daniel,

natürlich kann hier jeder seine eigenen Begriffsdefinitionen einbringen. Sinnvoll für eine verständliche Kommunikation ist das nicht.

Der Magnetschalter bleibt der Magnetschalter, auch wenn du da "im Grunde" ein "Anlasserrelais" siehst. Letzteres ist nämlich etwas anderes.

Der Magnetschalter hat die primäre Aufgabe das Ritzel einzurücken, um dann den Anlasserstrom durchzuschalten.

Beste Grüße ins Münsterland

+Matthes+
 
So liebe Leute,

das doofe Virus und andere Unwägbarkeiten haben mich nun um ein paar Monate zurückgeworfen.

Aber ich habe jetzt doch wieder mal etwas weiter geforscht - Soviel vorweg: Der Motor startet noch immer nicht.

Aber wieder der Reihe nach:
Erstmal zu den Begriffsdefinitionen: Ob Anlasserrelais, Magnetschalter, Ankerspule ist erst mal egal, wir wissen inzwischen, dass es das kleine zylindrische Ding am Anlasser ist, das beim Anlegen der Batteriespannung am Schaltkontakt den "großen" Strom zum Anlasser durchschaltet.

Wie schon erwähnt hab ich also schon im März den neuen Anlasser gekauft, wo natürlich auch der Magnetschalter schon mit drauf war.

Durch den Hinweis von Christian konnte ich inzwischen den Leerlaufschalter unter dem Lenkrad ausfindig machen, testen und für in Ordnung befinden. Ich hab irgendwann mal auf Verdacht einen neuen Zündschlossschalter gekauft (wegen eh nur 18 €) und diesen auch eingebaut.
Nun ist die Situation folgende: Die Batteriespannnung ist derzeit laut Multimeter (ohne Last) 12,2 V - Ich weiß ist nicht viel, ist aber erstmal zweitrangig.
Wenn ich den Schlüssel von 0 auf auf die Position 1 drehe, sinkt die Spannung auf 12,0 V ab - soweit noch nicht beunruhigend, weil ja Standlicht und Bremslicht angehen.
Auf der Position 2 (vorglühen) sinkt die Spannung auf 11,2 V und da bleibt sie auch auf der Startposition (Position 3). Aber der Magnetschalter zuckt nicht mal mit der Wimper.

Wenn ich das kleine Kabel am Magnetschalter abziehe und direkt am Stecker messe, hab ich auf der Anlassstellung ebenfalls die 11,2 V. Die Spannung kommt also zum Magnetschalter, aber dem ist das egal.
Nun denke ich mir, wenn schon der Anlasser bei der Spannung nicht dreht, dann muss doch wenigstens der Magnetschalter anziehen. Die ziehen doch schon bei viel weniger an, oder lieg ich da jetzt komplett falsch?
Ich kann und will aber nicht glauben, dass der Magnetschalter auf einem neuen Anlasser kaputt ist - was auch immer da kaputtgehen kann und aus welchem Grund.

Irgendjemand noch irgendeine andere Idee?
 
Hallo Franz,

das Prüfen der Spannung an unbelasteten oder abgeklemmten Leitungen ist nicht wirklich aussagekräftig.

Ist der Magnetschalter schon mal mit Plus von der Batterie versorgt worden?

Gruß Demian
 
Hallo Demian,

bin mir jetzt nicht sicher was du meinst. Es war ja alles schon fertig angeschlossen. Also Anlasser wie Magnetschalter waren an der Batteriespannung.
Mir wäre jetzt als letzten Test noch eingefallen, dass ich die Batterie abklemme und den Magnetschalter alleine an die 12 V lege.

Edit: Gerade als ich das oben genannte machen wollte, hab ich gesehen, dass mein Magnetschalter zwei 6,3 mm Flachstecker-Anschlüsse hat, was mir komischerweise beim Einbauen nicht aufgefallen ist.
Ich hänge hier mal ein Foto an wie das aussieht. Der rechte steht direkt aus der Bildebene, deswegen ist er nicht sofort als solcher erkennbar. Ich habe das Kabel vom Zündschloss bisher immer am linken Stecker angeschlossen gehabt. Interessehalber hab ich mal die Widerstände an beiden Anschlüssen gemessen. Der linke auf dem Bild hat 1 Ohm, der rechte hat 0,7 Ohm. Scheinen also beide irgendwie Spulenanschlüsse zu sein. Aber warum verschiedene?

Die Frage ist nun: Kann ich was kaputt machen, wenn ich das Startkabel einfach auf den anderen stecke und den Schlüssel umdrehe?eup-1136926463-4b7decc69539c5908731a816683adb7b-1589972928_big.jpg
 
Hallo Franz,

zum prüfen der Spannung, ist es sinnvoll die Leitung angeklemmt zu lassen, da ein Strom die Leitung belastet und die Spannung einbrechen könnte.

Der zweite Anschluss am Magnetschalter ist sonderbar, zumal der gebastelt wirkt.

Der rechte Anschluss kann auch mit einem Schraubendreher mit dem Batteriekabel überbrückt werden.

Gruß Demian
 
Hi 

ist der Schlepper noch " alt Englisch " d.H. PLUS am Cassis ???

Gruß Ralf

Meine Schlepper:
Fendt F15 G
FE 35 Spezial mit Standard 23C Motor
 
Waas??? Plus am Chassis? Das hat es tatsächlich mal gegeben? :-)

Also nein, das hätte ich mit dem Multimeter nicht so gesehen. Minus ist alles was Metall an der Kiste ist und nicht mit dem Pluskabel der Batterie verbunden ist.

Ich hab inzwischen mal versucht den anderen Anschluss anzustecken. Hier macht er zumindest mal leicht "klack", hört sich aber nicht an so als ob der Magnetschalter komplett anzieht und das Ritzel nach vorne drückt. Eher, dass er zu wenig Spannung (Strom) kriegen würde und sich nur minimal bewegt. Ich bin mir auch wegen der Batterie nicht ganz sicher. Ist zwar eine 85 AH, hat aber auch schon einige Jahre auf dem Buckel. Aber wenigstens zum vollständigen Anziehen der Ankerspule sollte das wohl reichen, oder? Das Ladegerät zeigt zwar "voll", aber die Spannung ist nur 12,4 V. Werde es demnächst mal mit Starthilfe vom Auto versuchen. 
 
Abschließend nochmal hallo an alle 

Ich hab das Problem gelöst und der kleine läuft wieder. 

Ich hab den neu gekauften Anlasser nochmal ausgebaut und direkt an die Batterie angeschlossen. Es hat auch nur ein leises "klack" gemacht aber das Ritzel ging nicht nach vorne und somit lief der E-Motor auch nicht an. 

Ich hab dann den Magnetschalter runtergenommen und den Bolzen die ganze Mechanik auf einwandfreien Lauf geprüft. Hat aber alles gepasst. 

Wieder alles zusammengebaut und an der Batterie getestet und siehe da, plötzlich ging alles wie es soll. 

Ich vermute, dass nur der Bolzen verklemmt war. Ansonsten war jedenfalls der Schlüsselschalter und der Anlasser das eigentliche Problem.

Dass dann am neuen Anlasser der Magnetschalter geklemmt hatte, war ein zusätzliches Problem, das mich etwas in die Irre geführt hat.

Danke nochmals an alle, die mit ihren Ideen zur Lösung beigetragen haben :-)

Mit Gruß aus Österreich, 

Franz 
 
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