MF 135 Motor läuft heiß

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Schneider136

Gast
Moin Leute, mein Name ist Frederik bin 27 Jahre und komme aus der Nähe von Hannover.

Vor zwei Jahren haben ich einen MF 135 Bj 1974 ohne MP mit Frontlader und Kabine erworben. Bis gestern lief er super, kein Ölverbrauch, kein Qualmen, Öldruck und Temperatur im grünen Bereich.

Mein Vater hat gestern Sand mit einem 5,7t Anhänger geholt und auf dem Rückweg ist der Motor heiß gelaufen. Fahrstrecke ca 5 km. Kühlwasser fehlt keins aber er hat irgendwo Öl rausgeblasen was durch den Lüfter am Motor verteilt wurde. Nachdem der Motor abgekühlt war und wir Öl aufgefüllt haben läuft er wieder ohne Probleme. Nirgends kommt Öl raus aber das Öl am Peilstab stinkt ungewöhnlich und sieht dünner aus als sonst. Aus der Motorentlüftung kommen minimal Abgase raus. Der Öldruck ist im Standgas im roten Bereich und steigt beim erhöhen der Drehzahl in den grünen Bereich an.

Wasser ist nicht im Öl und auch kein Öl im Wasser. Habt ihr eine Idee?

Vielen Grüße
 
Hallo Frederik,

liebend gerne würde ich dir mit einer "das liegt an ..." Antwort weiterhelfen aber die von dir geschilderten Symptome geben mir (noch) Rätsel auf ...

generell gibts eigtl nur 3 Möglichkeiten warum ein Motor zu heiss werden kann ...

Fall 1 - mechanischer Fehler (Ölpumpe quittiert den Dienst - Lagerschaden dadurch thermische Überlastung etc.) kann man eigtl ausschliessen weil mechanische Fehler keine Spontanheilungsneigung haben ...

Fall 2 - massive Überlastung - es wird mehr Leistung vom Motor abverlangt wie der zu leisten in der Lage ist .... kann man eigtl auch ausschliessen da ja "nur" Anhängerzugbetrieb und von einer extrem langen Steigung auf der Rückfahrt keine Rede ist in deinem Bericht ...

Fall 3 - Motorkühlung versagt aus welchen Gründen auch immer .... die Einzige mir als wahrscheinlichste Möglichkeit weil die spontan auftreten und ebenso spontan verschwinden kann - ich denke da an einen "hängenden" Thermostat zb der im geschlossenen Zustand "hängt" was bei der Hinfahrt (leer) möglicherweise völlig folgenlos gewesen ist aber bei der Rückfahrt (voll) zur Überhitzung geführt hat ... durch die massive Überhitzung ist der Thermostat dann vlt wieder aufgegangen und hat dadurch den grossen Kühlkreislauf wieder aktiviert.

Dadurch kann auch der Ölverlust erklärt werden (heisses Öl dehnt sich aus wird extrem dünnflüssig etc.) was mich aber stutzig macht dass es nach diesem Vorfall "stinkt" und dass es dünner sein soll als vorher .... da muss dann doch mehr passiert sein  .... stinken kann es nur wenn dabei irgdwas thermisch überlastet wurde und evtl geschmolzen ist ... aber auf Anhieb wüsste ich kein Bauteil IM Motor welches da in Frage kommen könnte und noch absurder hört sich für mich an dass das Öl jetzt dünnflüssiger sein soll .... da komm ich spontan nur auf eine mögliche Erklärung die ich aber als vollkommen unrealistisch erachte ... sowas könnte der Fall sein wenn die Einspritzpumpe zb auch am Motorölkreislauf hängen würde und dass durch die thermische Überlast dort Dichtungen verschmort sind und dadurch dann Diesel ins Motoröl gemischt wurde (die einzige Erklärung warum Öl dünnflüssiger werden kann) ... ich kenn deinen Motor jetzt nicht aber ich vermute mal stark dass dies hier gar nicht möglich sein kann weil ich mir nicht vorstellen kann dass die Einspritzpumpe am Motorölkreislauf hängt .... da können dann andere vlt mehr dazu sagen die deinen Motor genauer kennen ...

Gruß

Nobbe

p.s.: Achja ... soweit du beschrieben hast verhält sich der Motor ja annähernd wieder normal seit dem Vorfall (ausser dem Öldruck) folglich würde ICH als erste Maßnahme mal einen kompletten Ölwechsel vornehmen inkl. Filter .... das leichte Rauchen aus der Motorentlüftung liesse sich durch Diesel im Öl erklären das ausdampft bei Betriebstemperatur da "flüchtiger" als Motoröl .... dann müsste auch der Leerlauföldruck wieder im grünen Bereich sein .... und letztlich würde ich noch den Thermostat - entweder gleich ersetzen (auf Verdacht) oder zumindest strengstens im Auge behalten ....
 
Erstmal vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Mein Vater hat mit dem 135 vor einer Woche Sand geholt und da gab es hat keine Probleme, Überlastung würde ich daher ausschließen.

Steigung und Gefälle sind hier in der Gegend nicht vorhanden. 

Auf thermische Überlastung tippe ich auch. Der Kühlkreislauf leckt aber nirgends und der Kühler ist nicht verdreckt. Thermostat ist auch meine Vermutung.

Neues Öl habe ich schon gekauft. Ölfilter und Thermostat sind bestellt. Nach dem Öl-, Ölfilter- und Thermostatwechsel werde ich den Motor mal ein bisschen laufen lassen und schauen ob das Thermostat öffnet oder es sonstige Auffälligkeiten gibt. Möchte den 135 mit dem alten Öl im Moment nicht mehr starten.
 
Guten Morgen,

ich würde vorschlagen, dass du das neue Thermostat (vielleicht auch das alte Thermostat, einfach zum Test) in einem Topf mit heßem Wasser prüfst.

Von "ein bisschen laufen lassen" im eingebauten Zustand wird das Thermostat nicht öffnen, fürchte ich. Unser MF130 läuft seit Wochen jedes Wochenende stundenlang am Holzspalter bzw. an der Forstwinde mit leicht erhöhter Leerlauf-Drehzahl und das Thermostat ging bisher nie auf. Die Kühlleistung des Ventilators ist vermutlich zu groß. Ich will nur sagen, dass du das Thermostaat mit "ein bisschen laufen lassen" nicht prüfen können wirst.
 
Moin, ich will den 135 erstmal ein bisschen laufen lassen um andere Defekte auszuschließen.

Habe die Haube schon runter um besser an das Thermostat zu gelangen. Im Reparaturleitfaden steht man soll zwei Schrauben lösen und dann den Thermostatgehäusedeckel abnehmen. Reicht das oder ist es besser das ganze Thermostatgehäuse auszubauen? Sieht ziemlich eng wegen dem Tank aus.

Wenn ich die Schraube (sieht aus wie eine Flügelmutter) zum Ablassen der Kühlflüssigkeit am Motorblock öffne kommen nur wenige Tropfen saubere Kühlflüssigkeit aus den Röhrchen. Muss die ganze Schraube raus, sie sitzt nämlich bombenfest?  Sieht aus wie ein Ventil, da es hohl ist.

Das ausgetretene Motoröl kam übrigens aus dem Einfüllstutzen raus.
 
Hallo!

Von diesen merkwürdigen, eigentlich nicht-sein-könnenden, einmal und nie wieder auftretenden Phänomenen kann ich auch ein Lied singen... 

Fall eins:

MF263Turbo läuft auf Fahrt mit 5,7-Tonner heiß - einmal geschehen und nie nie wieder !? 

Fall zwei:

MF274S drückt mir beim Start Motoröl aus dem Luftfilter - auch hier - ein mal so gewesen und nie nie wieder... 

Scheint also wirklich nahezu unerklärliche Phänomene in der MF-Schleppertechnik zu geben... 

Grüße hometown 
 
Hi Frederik,

da sollte mehr wie nur ein paar Tropfen aus dem Ablasshahn kommen.

Das ist tatsächlich eine "Hohlschraube". Entweder öffnet die nicht richtig, oder es ist kein Wasser dahinter.

Der Sache würde ich nochmal nachgehen, nicht, dass irgenwo Kühlkanäle verstopft sind und deswegen auch dein Motor heiß wird?

Gruß,

MHF
 
Da verstopft mit Sicherheit Rost die Ablassschraube.

Ich musste ja meinen Hahn im Rahmen der Restauration wechseln, und da  war hintendran quasi alles "zugerostet".

Gruß Christian

Mein Fergy: MF 35 BJ64 SNMY 373 xxx
 
Hallo Frederick,

schau Dir doch mal meinen Beitrag dazu an; vieleicht hilft er Dir:

http://441029.forumromanum.com/member/forum/entry_ubb.user_441029.1203005089.1134163062.1134163062.1.mf_wird_heiss-deutsche_ferguson_und.html

Gruß: Tom
 
Moin, habe neues Öl aufgefüllt und den Filter gewechselt. Anschließend Motor gestartet und beobachtet was passiert. Der Öldruck ist im kalten Zustand gut und fällt nach einiger Zeit im warmen Zustand ab wenn man länger Gas gibt. Im Standgas geht er denn in den oberen roten Bereich.

Der Kühler wird oben warm aber unten bleibt er kalt. Das ist ja eigentlich hinter dem Thermostat, heißt das, dass es öffnet? Habe am Kühlkreislauf noch nichts verändert seitdem er heiß gelaufen ist.
 
Hallo Frederik,

ich hab mir deinen Post jetzt bestimmt 5x durchgelesen und versucht zu rekronstruieren was da "schief" läuft - trotzdem bin ich immer noch verwirrt von deiner Beschreibung ....

generell gesagt gibt es beim Öldruck keinen "roten" Bereich im herkömmlichen Sinne von : rot = Gefahr .... kA was sich MF da gedacht hat den oberen Bereich rot zu gestalten ... 

zuviel Öldruck im Sinne von "gefährlich" wäre nur bedenklich wenn auf dem Weg von der Ölpumpe zum Ventildeckel ( nach der Öffnung für den Ölmanometer ) ein verstopfter Kanal wäre ... dann würde die Ölpumpe gegen dieses Hindernis drücken und die Anzeige zeigt hohen Druck an .... das kann aber hier nicht vorliegen da du ja schreibst dass der Öldruck "kalt" gut ist und nach einiger Zeit abfällt je wärmer das Öl wird .... was völlig normal und auch richtig so ist ..... was mich jetzt aber verwirrt ist deine Aussage dass der Öldruck im "Standgas" also Leerlauf ? in den oberen roten Bereich geht ? das ist extrem merkwürdig und kann ich mir nur erklären wenn MF da konstruktionstechnisch was eingebaut hätte was den Ölkreislauf im Leerlauf beeinflusst .... sprich ein Ventil welches öffnet/schliesst oder ähnliches .... denkbar wäre so etwas .... aber wirklich vorstellen kann ich mirs nicht da es relativ sinnlos wäre ( zumindest meiner Meinung nach aber ich hab diesen Motor auch nicht konstruiert 
49.gif
) .... vlt weiß ja einer der Spezialisten hier mehr dazu ....

Zum Thema Kühler gibts nur zu sagen ..... dieses Verhalten ist völlig normal .... es läuft nur der "kleine Kühlkreislauf" ..... der grosse Kreislauf wird erst dann "zugeschalten" wenn die Kühlmitteltemperatur den Bereich erreicht wo der Thermostat öffnen muß .... erst dann wird der Kühler "unten" heiß .... wenn der nach erreichen der Betriebstemperatur nicht heiß wird von unten dann "hängt" der Thermostat und es passiert wieder dasselbe wie beim letzten Mal ....

Gruß

Nobbe
 
Moin, danke für die Antwort. 

Es hat sich ein Fehler im Text eingeschlichen. Der Öldruck fällt natürlich in den unteren roten Bereich ab.

Der Öldruck ist im warmen Zustand bei Standgas im roten Bereich und steigt bei höherer Drehzahl in den grünen Bereich an. Der Plan war eigentlich am Kühlkreislauf nichts zu machen und die Temperatur im Auge zu halten, der niedrige Öldruck im warmen Zustand gibt mir aber zu denken. Dieses Problem mit dem Öldruck kann wahrscheinlich auch wieder viele Gründe haben oder?

Viele Grüße Schneider 
 
Hallo Frederik,

vielen Dank für die Richtigstellung das erklärt natürlich manches ....

generell würd ich sagen dass dieses Verhalten annähernd "normal" ist .... genau könnte man es nur sagen wenn man den genauen Öldruck messen würde ... ist aber unpraktikabel daher würd ich an deiner Stelle ab und zu mal nachschauen ob ausreichend Öl im Zylinderkopf oben an der Nockenwelle ankommt .... einfache Sichtprüfung ob die Nockenwelle/Ventile satt im Öl laufen .... ob der Öldruck wirklich zu niedrig ist oder ob nur die Anzeige zuwenig anzeigt kannst wie gesagt nur verifizieren wenn den tatsächlichen Öldruck messen würdest .... sollte deine Anzeige stimmen wäre es ein Anzeichen dafür dass dein neues Öl evtl zu dünnflüssig ist das würde dir dann Probleme bereiten wenns Hochsommer ist und du den Trecker richtig schuften lässt ,,, das Öl könnte dann durch erhöhte Betriebstemperatur so dünn werden dass die Pumpe nicht mehr ausreichend Öl nachliefern kann .... im schlimmsten Fall bis zum Motorschaden .... solange der Druck bei mittlerer Drehzahl aber im "grünen Bereich" bleibt gibts keinen Grund zur Sorge .... problematisch wäre ein stundenlanger Holzspalterbetrieb bei tropischen Aussentemperaturen ....

Kühlkreislauf gibt kein Anlass zur Sorge .... einfach immer mal kurz überprüfen wenn er richtig gut warm/heiss gelaufen ist ob der UNTERE Kühlerschlauch wärmer wird wie der obere .... dann arbeitet der Thermostat wie er soll und alles ist ok ....

Gruß

Nobbe
 
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